Stillstand am Berg: Brennbare Akkus im Seilbahnbetrieb

Brandfälle in Österreichs Seilbahnen kommen zwar sehr selten vor, sind aber extrem heikel: Denn der Betrieb von Seilbahnen muss möglichst lange sichergestellt werden, um Personen bergen zu können. Welche Rolle spielt der Faktor Mensch? Und welche Rolle brennbare Akkus? Die TÜV AUSTRIA Brandschutztagung für Seilbahnen und Schlepplifte brachte wichtige Erkenntnisse.

Der Seilbahnbetrieb in Österreich ist grundsätzlich sehr sicher, dennoch gibt es eine bestimmte Restwahrscheinlichkeit für das Entstehen von Bränden. Sie können an unterschiedlichen Orten, sowohl beim Betrieb selbst als auch am Betriebsgelände entstehen. Am ehesten vermutet man Brandgefahren in Zusammenhang mit dem elektrisch betriebenen Seilbahnbetrieb: Im Augst 2021 führte ein technisches Gebrechen zum Stillstand der Venetbahn in Zams. Wegen Gewittern war es zu Stromausfällen gekommen. Die Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr konnten alle fünf Insassen befreien. Zu einem Brand kam es nicht, verletzt wurde niemand. 

Was viele nicht wissen: Im Regelfall werden Brände durch menschliches Handeln verursacht. Bei Heißarbeiten wie Löten, Schweißen oder Schneidarbeiten, unter dem Einsatz von offenem Feuer oder großer Wärme. Brände in Zusammenhang mit brennbaren Akkus sind zwar wahrscheinlich, statistisch aber nicht belegt, die Dunkelziffer der Beinaheunfälle ist unbekannt. Welche Auswirkungen hat dies auf die Sicherheit im Seilbahnbetrieb?

Die Anzahl an Akkus, die die Seilbahnbenutzer verwenden, nimmt zu. Ob klein, in Form von beheizbarer Schikleidung, oder groß, in Form von parkenden Elektroautos oder Elektrobussen in der Talstation – die sogenannte Brandlast steigt mit der Summe der Teile. Verboten ist das Mitführen von Akkus während der Gondelfahrt übrigens nicht. Der Einfluss auf das Brandrisiko bzw. die Sicherheit aber schwer kalkulierbar. Hinzu kommen die im Seilbahnbetrieb verwendeten Akkus. Diese sind meist verbaut - in Rauch- und Wärmeabzugsanlagen oder in der Brandmeldezentrale beispielsweise. Fazit: Brennbare Akkus spielen aber aktuell (noch) keine nennenswerte Rolle.

Welche speziellen Vorsichtsmaßnahmen empfiehlt der TÜV AUSTRIA-Brandschutzexperten, Ing. Martin Swoboda? Aufklärungskampagnen seitens der Seilbahnbetriebe und die eigene Stimme der Vernunft der Seilbahnbenutzer helfen, das Brandrisiko niedrig und den Genuss am Berg hochzuhalten.

Weitere Vortragsthemen: 
Die TRVB 119 O, Kontamination und deren Verschleppung im Brandfall, Brandschutz aus Sicht des ArbeitnehmerInnenschutzes, brandschutzrelevante Tätigkeiten für Brandschutzbeauftragte im Seilbahnbereich sowie Brandschutz bei Fahrzeugen von Seilbahnen.
 

Bildcredit: ©Daniel Mikkelsen, ©Adobe Stock/Lena Wurm (Leitbild)

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T: +43 (0)5 0454-8000
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TÜV AUSTRIA-Platz 1
2345 Brunn am Gebirge

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