Löst Wasserstoff das weltweite Energieproblem?

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Das Fazit vom Vortrag am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten: Vielleicht, aber… 

Wasserstoff ist das leichteste und am häufigsten vorkommende Element im Universum. Es kommt in der Natur nur in Verbindungen vor.  Die Herausforderung besteht also darin, es effizient aus diesen Verbindungen (z.B. Wasser oder Methan) zu extrahieren, um es gegen die Energiekrise einzusetzen. Die Methodik, Vorteile und Nachteile erklärte Marlene Sayer von der TU Wien am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten im Wiener Rathaus.
 
Grau vs. Grün
339 TWh Wasserstoff werden ungefähr in der EU produziert. Zum Großteil ist es fossiler Wasserstoff, der zur Herstellung Gas erfordert und Emissionen von rund 830 Mio. t CO2 pro Jahr erzeugt. Auch mit Kohle und Luft kann man den sogenannten grauen Wasserstoff gewinnen - die Methode ist vor allem in China weit verbreitet. Der grüne Wasserstoff wird mittels Elektrolyse und erneuerbaren Energien hergestellt, die Kosten sind jedoch von allen Herstellungsalternativen am höchsten. Dennoch: Wenn genügend erneuerbarer Strom zur Verfügung steht, kann Wasserstoff emissionsfrei produziert werden. Marlene Sayer bremste am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten die Erwartungen an Wasserstoff, egal welcher Farbe: Speicherung und Transport wären aufgrund von geringer volumenspezifischer Energiedichte schwieriger, und immer noch wäre Wasserstoff weniger effizient als die Direktnutzung von Strom. 

Energie im Unternehmen für’s Unternehmen
Die Einsatzmöglichkeiten sind je nach Methodik unterschiedlich: Beispielsweise kann Wasserstoff in der Industrie, dem Transportsektor, zur saisonalen Speicherung oder zur Einspeisung ins Erdgasnetz verwendet werden. Ein Plus, das für Wasserstoff spricht: Er kann dezentral am Industriestandort erzeugt werden. Wichtig wäre es aber, sich aufgrund der hohen Umwandlungseffizienzen auf einzelne Bereiche zu konzentrieren, in denen die Elektrifizierung keine Option ist, so Sayer.

Über den Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten
Der Expertentag greift seit 20 Jahren aktuelle Umweltthemen auf und stellt sie in den Unternehmens-Kontext. Im Lauf der letzten 2 Dekaden hat sich die Vortragsreihe – eine  Kooperation von TÜV AUSTRIA Akademie und Stadt Wien-Umweltschutz – zum jährlichen Fixpunkt der betrieblich Beauftragten entwickelt. Am Programm stand auch dieses Jahr wieder ein breites Spektrum an Fachthemen: Die PV Strategie der Stadt Wien, Artenschutz bei Betriebsanlagen oder Regenwassermanagement begeisterten die 200 Teilnehmer/innen, die vor Ort dabei waren oder online das Geschehen mitverfolgten.

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