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Strom unter Spannung: Brandsichere Photovoltaik in der Fassade

Was von außen wie eine elegante Glasfassade aussieht, kann im Brandfall zur Gefahrenquelle werden. PV-Anlagen, die direkt in die Gebäudehülle integriert werden, brauchen daher ein besonderes Augenmerk in der Planung. Genau hier setzten die aktuellen Erkenntnisse aus Brandversuchen zu gebäudeintegrierten Photovoltaikanlagen von Kurt Danzinger (MA 39, Stadt Wien) beim Brandschutztag am 16.04.2026 in Perchtoldsdorf an.

Anhand realer Versuche zeigte er, wie sich Brände über PV‑Module auf Dach und Fassade ausbreiten können, welche Rolle Einbettungsfolien, Rahmungen und Fugen spielen und warum elektrische Lichtbögen sowie dauerhaft spannungsführende Module im Einsatzfall ein erhebliches Risiko darstellen. Besonders bei Building Integrated Photovoltaics (BIPV) wird deutlich: Brandschutz endet nicht an der Oberfläche, sondern beginnt im Detail der Konstruktion. Erkenntnisse aus dem Forschungsprojekt BIPV‑Booster machten klar, wie gezielte Brandsperren, richtige Materialwahl und normkonforme Planung und Errichtung entscheidend dazu beitragen, Brände zu vermeiden, Einsatzkräfte zu schützen und Brandweiterleitungen wirksam zu begrenzen. Themen, die Einsatzkräfte und Brandschutzbeauftragte im Berufsalltag gezielt unterstützen.

Der Brandschutztag bot zudem aktuelle und praxisrelevante Einblicke in den vorbeugenden Brandschutz. Markus Gruber (TÜV AUSTRIA) beleuchtete die aktuellen Anforderungen an Rettungswege, während Martin Swoboda (TÜV AUSTRIA) die wachsenden Herausforderungen durch Batterieanlagen – von kleinen Speichern bis zu großtechnischen Systemen – aufzeigte. Alexander Halwachs (TÜV AUSTRIA) ging auf Besonderheiten von Brandfällen bei Aufzügen ein und erläuterte den richtigen Einsatz von Evakuierungsaufzügen. Ergänzend gaben Matthias Vetiska (Landesinnungsmeister der Rauchfangkehrer NÖ) Einblicke in feuerpolizeiliche Überprüfungen und Herbert Hasenbichler (Landesstelle für Brandverhütung Steiermark) ein Update zu neuen Entwicklungen im TRVB‑Arbeitskreis. In seiner Keynote zeigte zudem Herbert Saurugg (Blackout- und Krisenvorsorgeexperte) wie eng Brandschutz und Notfallvorsorge bei großflächigen Stromausfällen zusammenspielen müssen, um auch im Ernstfall handlungsfähig zu bleiben.

Über den Brandschutztag
Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag findet seit mehr als 20 Jahren statt und ist ein fixer Treffpunkt für Brandschutzverantwortliche aus Unternehmen, Planung und Einsatzpraxis. Neben den Fachvorträgen bietet eine begleitende Messe Raum für Austausch, Vernetzung und praxisnahen Wissenstransfer.
2026 findet die Veranstaltung am 23.09.2026 erneut in Salzburg statt.

Kontakt

T: +43 (0)5 0454-8000
E: akademie@tuv.at

TÜV AUSTRIA-Platz 1
2345 Brunn am Gebirge

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