Lithium-Ionen-Batterien: ein tragbares Risiko?

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Lithium-Ionen-Batterien sind ein beliebter Energiespeicher: Sie stecken in Elektrofahrzeugen, Mobiltelefonen, Laptops, Solar- und Windkraftanlagen.

Sie haben eine kompakte Größe, eine hohe Energiedichte, eine lange Lebensdauer, eine geringe Selbstentladung. Eine Überlastung der Batterie kann jedoch Brände oder sogar Explosionen auslösen.

Das Risiko sind die brennbaren Elektrolyten in der Batterie, die sich bei hohen Temperaturen entzünden und dabei auch brennbare und toxische Gase freisetzen können, die sogenannten Vent-Gase. Diese setzen unter anderem Fluorwasserstoff, Lithium oder Schwefeldioxid frei – die Zusammensetzung ist dabei abhängig vom Zustand der Batterie im Schadensfall. Die Explosionsgefahr bzw. der Druck der Explosion kann also generell nicht genau bemessen werden, zu viele Faktoren spielen mit hinein, unter anderem die Raumgröße, in der sich die Batterie befindet, oder der Ladezustand.

Das Experiment

„Die Folgen eines Batteriebrandes variieren von einer leichten Rauchentstehung bis zum Terminal Runway, also der Durchzündung und dem Ausbrennen der Batteriezellen.“, sagte Ing. Martin Swoboda, Sachverständiger für Brandschutzwesen und Ausbildungsleiter in der TÜV AUSTRIA Akademie. Am TÜV AUSTRIA Tag des Feuers in Eggendorf zeigte er dem Publikum, was passieren kann, wenn eine Batterie entweder völlig entladen oder überladen wurde, bzw. die Umgebungstemperatur zu hoch ist. Das Experiment fand in einer ehemaligen Munitionsfabrik und jetzigem Übungsgelände des Österreichischen Bundesheeres statt. Martin Swoboda testete 3 Batterien – zwei davon gerieten in Brand, die dritte explodierte.

Die Lage, die Lage, die Lage

Aber wie kann man Batteriebrände vermeiden? Ing. Swoboda dazu: „Anwender sollten die richtigen Batterien laut Gebrauchsanweisung verwenden und beispielsweise Handys mit dem richtigen Ladegerät laden.“ Die Risiken, die mit Vent-Gasen verbunden sind, sollten außerdem in die Ausbildung der Feuerwehr aufgenommen werden, um das Bewusstsein für die Gefahren zu schärfen. Auch Unternehmen sollten Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel, was den Aufstellungsort betrifft. Orientieren kann man sich dabei an der OIB-Richtlinie vom Österreichischen Institut für Bautechnik. Dort heißt es unter anderem: Batterieräume für stationäre Batterieanlagen müssen in Abhängigkeit der eingesetzten Batterietechnologie eine wirksame Lüftung ins Freie aufweisen.   

Über den Tag des Feuers:

Der TÜV AUSTRIA Tag des Feuers findet alle zwei Jahre statt und bietet in Kooperation mit dem ABC Abwehrzentrum des Österreichischen Bundesheeres explosive Experimente und interaktive Stationen, an denen Schlüsselkräfte des Brandschutzes praktische Erfahrungen sammeln und den Ernstfall simulieren. Dieses Jahr konnten die Teilnehmer/innen beispielsweise an der Sprinkleranlage, Rauchwärmeabzugsanlage oder Notbeleuchtung des TÜV AUSTRIA Tanklöschfahrzeuges schalten und walten. Im Fluchtwegscontainer mussten die Teilnehmer im Labyrinth  den Ausgang ohne und mit Fluchtwegsbeleuchtung finden. In einem speziellen Schulungsanhänger haben sie erlebt, worauf bei Arbeiten in engen Räumen zu achten ist. Löschen in 3D? Die VR-Brille machte es möglich.    

Zusätzlich zeigten die Experten der Branche, was passiert, wenn etwas passiert und veranschaulichten Ursachen und Wirkung von brandgefährlichen Situationen. Im Programm: Brandschutz auf Baustellen, Batteriebrände, Brandgefahren des R32-Kältemittel, mechanischer Explosionsschutz. Außerdem stellte das Bundesheer einen Löschroboter vor und Physiker Werner Gruber erstaunte mit seinem Experimentalvortrag über Feuergefahren.

Kontakt

T: +43 (0)5 0454-8000
E: akademie@tuv.at

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2345 Brunn am Gebirge

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