Bevor das Licht ausgeht: Blackout-Prävention für Unternehmen

Welche langwierigen Folgen kann ein überregionaler Stromausfall lostreten? Wie wichtig sind die richtigen Präventionsmaßnahmen? Darüber referierte Herbert Saurugg, internationaler Blackout- und Krisenvorsorgeexperte, am TÜV AUSTRIA Qualitätstag.

Vorsorge ist einfacher als Nachsorge
„Die meisten Menschen denken beim Begriff Blackout nur an einen Stromausfall“, so Saurugg, „aber die wirklichen Probleme beginnen erst danach.“ Denn bis nach dem Stromausfall die Telekommunikationsversorgung und damit die Resynchronisierung der Logistik wieder funktionieren, wird es dauern, wie immer wieder Einzelereignisse zeigen. Die einwöchige Blockade des Suezkanals im Frühjahr 2021 hatte bereits weitreichende Folgen. Doch was passiert erst, wenn es in Europa, wie Experten erwarten, binnen der nächsten fünf Jahre zu einem großflächigen Stromausfall kommen sollte? „Auch wenn dieser nur viele Stunden dauern sollte, wäre das Chaos bereits enorm. Dabei muss in manchen Regionen sogar mit einem bis zu mehrtägigem Stromausfall gerechnet werden. Darauf sind wir als Gesellschaft nicht vorbereitet.“

Dabei wäre eine Vorsorge gar nicht schwierig, wie der Experte meint: „Sicherstellen, dass sich das eigene Personal zumindest 14 Tage selbst zu Hause versorgen kann, damit es möglichst rasch wieder zur Arbeit kommen kann. Ich empfehle außerdem das Vorbereiten von einfachen Handlungsabläufen, um Systeme sicher herunterfahren und Schäden vermeiden zu können. Und dann geht es um Wiederanlaufpläne, um möglichst rasch wieder in einen geordneten Betrieb übergehen zu können.“

Keep it smart and simple
Dabei müssen die externen Abhängigkeiten, wie etwa von Infrastrukturleistungen, Lieferanten oder Kunden mitberücksichtigt werden. Ganz entscheidend ist die Einfachheit der Pläne und Maßnahmen. Wenn kaum mehr etwas funktioniert, wird nur das Einfache erfolgreich sein. Und das sollte zuvor auch geübt werden, um mögliche Mängel rechtzeitig erkennen zu können.
Blackout-Vorsorgemaßnahmen müssen daher alle Bereiche einer Organisation umfassen und auch die externen Partner einbinden. Auch beim Wiederanlauf wird es einen großen Abstimmungs- und Koordinierungsbedarf geben, was häufig unterschätzt wird. Daher ist mit längeren Wiederanlaufzeiten und Versorgungsschwierigkeiten zu rechnen. Genau hier sind die Schlüsselkräfte des Qualitätsmanagements gefordert. Schließlich erfordern derartige Prozesse eine hohes Maß an Flexibilität, Reserven und Redundanzen. Im Alltag wir dies aus betriebswirtschaftlichen Überlegungen häufig auf ein Minimum reduziert. „Letztendlich geht es nicht nur um Effizienz, sondern auch um Effektivität und Robustheit“, so das Fazit des Experten. 

Ein weiteres Highlight war die Keynote von Peter Klimek, Komplexitätsforscher an der Medizinischen Universität Wien. Mit seiner Keynote über „Komplexe Systeme und Organisationen besser verstehen“ schloss sich der Kreis zum Schwerpunktthema Blackout-Vorsorge. Je komplexer eine Organisation, desto vielschichtiger der Notfallplan.

„Vorhang auf“, hieß es auch für die Themen: „Resilienz – Innere Ressourcen zur gesunden Arbeitsbewältigung“ und „Nachhaltigkeit nachhaltig im Qualitätsmanagement verankern“.

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