Wasserstoff: Wird Wien zur Drehscheibe der Energiewende?

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Wie gelingt die Transformation einer Großstadt hin zur Klimaneutralität, und welche Rolle spielt Wasserstoff dabei? Beim TÜV AUSTRIA Wasserstoff-Symposium am 17. September in Perchtoldsdorf gibt Jasmin Schiefer Einblicke in einen der spannendsten Umbrüche urbaner Energiesysteme. Ihr Vortrag zeigt, warum gerade jetzt strategische Entscheidungen über die Zukunft der Energieversorgung fallen.

Wien hat sich ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Bis 2040 soll die Stadt klimaneutral werden und gleichzeitig eine zentrale Rolle in der Wasserstoffwirtschaft im Osten Österreichs einnehmen. Wie dieses Vorhaben konkret umgesetzt wird, zeigt Jasmin Schiefer von Wien Energie GmbH in ihrem Vortrag „Dekarbonisierung einer Metropole: Die Rolle von Wasserstoff und Kraftwerken auf dem Weg zu einem klimaneutralen Wien“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich urbane Energieversorgungssysteme grundlegend transformieren lassen, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

Eine Schlüsselrolle spielt dabei die integrierte Wertschöpfungskette innerhalb der Wiener Stadtwerke-Gruppe. Mit Wien Energie, den Wiener Netzen und den Wiener Linien sind Produktion, Infrastruktur und Nutzung bereits heute eng miteinander verzahnt. Diese Struktur ermöglicht es, Wasserstoff nicht nur theoretisch zu planen, sondern unter realen Bedingungen zu erproben und systematisch auszubauen. Für Unternehmen der Energiebranche ergibt sich daraus ein praxisnahes Modell, das zeigt, wie sektorübergreifende Zusammenarbeit konkret funktionieren kann.

Wie weit die Umsetzung bereits fortgeschritten ist, verdeutlichen mehrere Projekte. So produziert eine Elektrolyseanlage in Wien-Simmering mit einer Leistung von drei Megawatt täglich bis zu 1.300 Kilogramm grünen Wasserstoff aus erneuerbarem Strom. Dieser wird direkt vor Ort genutzt, etwa für den Betrieb von Wasserstofftankstellen, die Nutzfahrzeuge wie Busse und LKW versorgen. Die Kopplung von Erzeugung und Anwendung schafft nicht nur Effizienz, sondern reduziert auch Abhängigkeiten von externen Lieferketten – ein Aspekt, der insbesondere für Netzbetreiber und Infrastrukturverantwortliche an Relevanz gewinnt.

Der Vortrag von Jasmin Schiefer macht deutlich, dass die Dekarbonisierung einer Metropole nicht auf einzelne Technologien reduziert werden kann. Erst das Zusammenspiel von Infrastruktur, Kraftwerken und innovativen Anwendungen ermöglicht den nachhaltigen Umbau des Energiesystems. Für Unternehmen liefert er damit nicht nur Einblicke in aktuelle Projekte, sondern auch konkrete Anknüpfungspunkte für eigene Transformationsstrategien.

Über das Wasserstoff-Symposium
Das Wasserstoff-Symposium der TÜV AUSTRIA Akademie wird in Kooperation mit WIVA P&G veranstaltet und beleuchtet die Rolle von Wasserstoff als zentralen Baustein der Energiewende. Im Fokus stehen aktuelle Marktanforderungen, technologische Entwicklungen und konkrete Anwendungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Themen reichen von regulatorischen Updates über industrielle Elektrolyseprojekte bis hin zu Fragen der Speicherung, des Imports und der Systemintegration von Wasserstoff. Auch Aspekte wie Cybersecurity, Notfallmanagement sowie technologische Innovationen in der Aufbereitung und Nutzung werden behandelt. Ergänzt wird das Programm durch Beiträge aus der Industrie, die unterschiedliche Perspektiven auf die Wasserstoffwirtschaft in Österreich und Europa bietet.

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