Qualität beginnt lange bevor der erste Fehler dokumentiert, bewertet oder verwaltet wird. Genau hier setzt der Vortrag „Fehler vermeiden statt verwalten: Die 3 Hebel wirksamer Prävention in Entwicklung & Produktion“ von Helmut Goiginger vom FMEA Competence Center an, der beim TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2026 am 2. Juli in Mondsee einen zentralen Akzent setzt. Die klare These: Fehler entstehen nicht, weil Methoden fehlen – sondern weil diese falsch, zu spät oder ohne Konsequenz eingesetzt werden.
In einer Zeit, in der Qualitätsmanagement oft von Formalismen, Methodenroutine und Excel-Listen geprägt ist, plädiert der Vortrag für einen Perspektivenwechsel. Statt immer neue Tools einzuführen, geht es um die Wirksamkeit des Bestehenden. Der erste Hebel ist die passende Methodenwahl. Nicht jede Fragestellung verlangt automatisch nach einer FMEA (Failure Mode and Effects Analysis), nicht jede Entwicklungsphase nach dem gleichen Instrumentarium. Entscheidend ist, die Methode dem Problem anzupassen – und nicht umgekehrt. Qualität wird dort wirksam, wo Methoden gezielt eingesetzt werden und nicht bloß der Normerfüllung dienen.
Der zweite Hebel ist der richtige Zeitpunkt. Präventive Methoden entfalten ihre größte Wirkung früh in der Produkt- und Prozessentwicklung. Wer Risiken erst analysiert, wenn Entscheidungen längst getroffen sind, verschenkt Gestaltungsspielraum. Der Vortrag zeigt eindrucksvoll, wie frühzeitige Analysen den Einfluss auf Produktdesign, Prozesse und Kosten massiv erhöhen. Und warum „zu spät durchgeführt“ oft gleichbedeutend mit „zu wenig bewirkt“ ist.
Der dritte Hebel schließlich ist die konsequente Verfolgung. Analyseergebnisse entfalten nur dann Wirkung, wenn sie verständlich aufbereitet, zielgruppengerecht kommuniziert und systematisch nachverfolgt werden. Offene Maßnahmen, unklare Verantwortlichkeiten und fehlende Transparenz werden so selbst zur Fehlerquelle. Wirksame Prävention bedeutet, am Ball zu bleiben, bis sichtbar wird, was tatsächlich umgesetzt wurde und welchen Effekt es hatte.
Die Kernbotschaft an die Teilnehmenden ist ebenso einfach wie kraftvoll: Wirksame Fehlerprävention entsteht nicht durch mehr Methoden, sondern durch deren gezielte Auswahl, den richtigen Zeitpunkt und konsequente Umsetzung. Wie diese drei Hebel in der Praxis wirken, und worauf es ankommt, damit sie tatsächlich als Hebel wirken, erfahren die Teilnehmenden beim TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2026 in Mondsee.
Über den TÜV AUSTRIA Qualitätstag
Der Expertentag bietet zweimal jährlich Neuigkeiten und Erfahrungsaustausch für Qualitätsverantwortliche. Am 2. Juli 2026 trifft sich die Community in Mondsee, alternativ am 12. November 2026 in Wien oder online.
Neben der operativen Qualitätssicherung rücken am TÜV AUSTRIA Qualitätstag auch die kommenden Normenrevisionen in den Fokus. Ein wesentlicher Programmschwerpunkt widmet sich der ISO 9001 und ihrer anstehenden Revision 2026 – insgesamt drei Vorträge beleuchten, was sich ändert und was das für die Praxis bedeutet. Andrea Kruck zeichnet einen Normenfahrplan, der nicht nur die neue ISO 9001, sondern auch deren Auswirkungen auf branchenspezifische Regelwerke wie IATF 16949, EN 9100, ISO 22163 IRIS oder ISO 13485 einordnet.
Darüber hinaus werden die ISO 14001:2026 für integrierte Managementsysteme sowie neue und kommende Normen wie die ISO 42001 für KI-Managementsysteme und die geplante ISO 53001 zum Nachhaltigkeitsmanagement thematisiert. Zwei vertiefende Beiträge widmen sich dabei zentralen Neuerungen der ISO 9001 – insbesondere den Themen Qualitätskultur und Chancenmanagement. Ergänzt wird der Normenschwerpunkt durch einen Vortrag zur neuen ISO 19011, dem Leitfaden für die Auditierung von Managementsystemen, dessen nächste Revision ebenfalls bereits absehbar ist.
Ein zusätzlicher Anreiz, um zum TÜV AUSTRIA Qualitätstag zu kommen: Wer früh bucht, spart. Für den Novembertermin gilt bis 30. September 2026 ein Frühbucherrabatt von zehn Prozent. Inhaber:innen eines aufrechten TÜV AUSTRIA Zertifikats „Qualitätsmanager:in“ profitieren vom QM-Bonus in Höhe von zehn Prozent.


