KI: Mitdenkende Systeme, menschliche Verantwortung

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Was passiert, wenn Systeme zunehmend mitdenken, Entscheidungen unterstützen und Arbeitsabläufe beeinflussen?

Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag machte deutlich: Der Erfolg von Künstlicher Intelligenz hängt nicht allein von der Technologie ab, sondern vor allem davon, wie diese in die Arbeitswelt und die tägliche Zusammenarbeit von Menschen eingebunden wird.

Priv.-Doz. Mag. Dr. Oliver Scheibenbogen (Sigmund Freud Universität Wien) ging in seinem Vortrag der Frage nach, welche Funktion Künstliche Intelligenz als „neue:r Kolleg:in“ im Arbeitsalltag einnimmt und welche Auswirkungen sich daraus für Beschäftigte ergeben. Dabei wurde deutlich, dass KI weit mehr als ein technisches Hilfsmittel ist: Sie verändert Arbeitsprozesse ebenso wie die Wahrnehmung und Gestaltung von Arbeit. Positive Effekte entstehen insbesondere dann, wenn wesentliche Faktoren wie Autonomie, Feedback, Aufgabenvielfalt und Entwicklungsmöglichkeiten berücksichtigt werden. Fehlt diese bewusste Gestaltung, können jedoch Kontrollverlust, Unsicherheit und zusätzliche Belastungen entstehen. KI ist daher als Bestandteil eines sozio-technischen Gesamtsystems zu verstehen, bei dem der Mensch konsequent im Zentrum stehen muss.

Auch darüber hinaus bot der Sicherheitstag ein vielseitiges Programm zu aktuellen Fragestellungen der Arbeitssicherheit und vereinte unterschiedliche fachliche Blickwinkel: Mag. Elke Mitterer (Arbeits- und Notfallpsychologin) zeigte die psychologischen Auswirkungen von Veränderungen und kritischen Ereignissen im beruflichen Umfeld auf. ChefInsp. Harald Strimitzer (BMI Flugpolizei) gab praxisnahe Einblicke in Entscheidungsfindungen unter Zeitdruck. Dipl.-Ing. Ernst Piller (BMASGPK – Zentral-Arbeitsinspektorat) informierte über die neue Hitzeschutzverordnung, während Martin Kojan (Arbeitssicherheit & Brandschutz) Aspekte des sicheren Arbeitens in Ex-Bereichen beleuchtete. Dipl.-Ing. Erich Hofer (TÜV AUSTRIA GMBH) erläuterte die Anforderungen an Not- und Sicherheitsbeleuchtungen gemäß ÖNORM EN 1838. Ergänzend dazu beschäftigte sich Ing. Hellfried Matzik (TÜV AUSTRIA GMBH) mit dem sicheren Umgang mit Diisocyanaten und spannte den Bogen von den Risiken des Gefahrstoffs bis hin zu praxistauglichen Schutzmaßnahmen. Eric Biele zeigte im Sinne der ergonomischen Mobilisierung praktische Übungen für den Arbeitsalltag, die auch sogleich vor Ort ausprobiert wurden (TÜV AUSTRIA GMBH).

Über den TÜV AUSTRIA Sicherheitstag
Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2026 bot ein praxisnahes und interdisziplinäres Fachprogramm für Sicherheitsfachkräfte und Entscheidungsträger:innen. Die Veranstaltung fand am 15.10.2026 auf der Burg Perchtoldsdorf und online statt. Expert:innen aus Psychologie, Technik und Einsatzpraxis geben fundierte Einblicke und konkrete Handlungsempfehlungen für den Arbeitsalltag. Im Fokus stand dabei ein ganzheitliches Verständnis von Sicherheit: Denn effektiver Arbeitnehmerschutz endet nicht mit der Vermeidung von Risiken – sondern zeigt sich vor allem darin, wie professionell mit kritischen Situationen und deren Folgen umgegangen wird.

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