Freie Fahrt für die Feuerwehr? Rettungswege geraten unter Druck

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Kleine Hindernisse mit großer Auswirkung: Ein Fachvortrag am TÜV AUSTRIA Brandschutztag klärt ab, wie Unternehmen Einsatzkräfte unterstützen können, damit diese im Notfall keine wertvolle Zeit verlieren.


Wer an Rettungswege denkt, hat meist Fluchtwege für Beschäftigte und Besucher:innen vor Augen. Doch die Anforderungen gehen weit darüber hinaus. Der Vortrag „Anforderungen an Rettungswege und Zugänglichkeiten für Feuerwehren“ von Markus Gruber beleuchtet am TÜV AUSTRIA Brandschutztag die Bedeutung von Zugängen und Aufstellflächen für Einsatzkräfte. 

Feuerwehren benötigen ausreichend dimensionierte Zufahrten, Bewegungsflächen und Aufstellplätze, um Menschen retten und Brände wirksam bekämpfen zu können. Die Praxis zeigt jedoch, dass genau diese Bereiche immer wieder durch Hindernisse eingeschränkt werden. 

Schmale Zufahrten, ungeeignete Aufstellflächen oder nachträgliche Einbauten erschweren den Zugang für Hubrettungsfahrzeuge oder machen ihn schlimmstenfalls unmöglich. Besonders in dicht bebauten Gebieten führen Baustellen, Gastgärten oder falsch platzierte Einrichtungen regelmäßig zu Herausforderungen für Einsatzkräfte. Die Erkenntnis daraus ist klar: Brandschutz endet nicht bei der Planung eines Gebäudes, sondern erfordert kontinuierliche Aufmerksamkeit im laufenden Betrieb. 

Stützpfeiler BSB
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Aufgaben von Brandschutzbeauftragten (BSB) in Betrieben und Personen, die Evakuierungen organisieren. Sie tragen eine wichtige Verantwortung bei der regelmäßigen Kontrolle von Rettungswegen, Zufahrten und Feuerwehrflächen sowie bei der Dokumentation festgestellter Mängel. Der Vortrag zeigt auf, wie Unternehmen durch strukturierte Eigenkontrollen, klare organisatorische Regeln und die Zusammenarbeit mit örtlichen Feuerwehren potenzielle Schwachstellen frühzeitig erkennen können. 

Gerade vor dem Hintergrund komplexer Betriebsstandorte, wachsender technischer Anlagen und steigender Sicherheitsanforderungen gewinnt das Thema weiter an Bedeutung. Wer Rettungswege und Zugänglichkeiten nur als bauliche Vorgabe betrachtet, greift zu kurz. Entscheidend ist vielmehr die laufende Sicherstellung ihrer tatsächlichen Nutzbarkeit im Alltag. Denn im Ernstfall entscheidet nicht allein die Existenz eines Rettungsweges über den Einsatzerfolg, sondern ob dieser auch tatsächlich frei, erreichbar und einsatzbereit ist. Mit praxisnahen Beispielen, rechtlichen Grundlagen und konkreten Handlungsempfehlungen liefert der Vortrag wertvolle Impulse für alle, die Verantwortung für Sicherheit in Unternehmen tragen.

Über den Brandschutztag
Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag gilt als anerkannte Fortbildung gemäß TRVB 117 O und vermittelt aktuelle Entwicklungen für Brandschutzorgane in Unternehmen. Im Programm 2026 stehen unter anderem Fachvorträge zum Brandschutz bei Batterieanlagen, zu Evakuierungsaufzügen und zu feuerpolizeilichen Überprüfungen in Betrieben. Ergänzt wird das Angebot durch Einblicke in Neuerungen aus dem TRVB-Arbeitskreis sowie aktuelle Erkenntnisse aus Brandversuchen zu gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen – mit neuen Studienergebnissen im Herbst. Den Abschluss bildet eine Keynote von Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg zum Thema Notfallplanung bei Blackout-Szenarien. Die Veranstaltung findet am 23. September 2026 in der Stiegl Brauwelt Salzburg statt und bietet neben fachlichem Wissen zahlreiche Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch und zur Netzwerkbildung.

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