Batteriespeicher im Fokus

Erstellt von TÜV AUSTRIA Akademie |

Warum Lithium-Ionen-Akkus neue Herausforderungen für den Brandschutz schaffen.

Lithium-Ionen-Batterien sind Schlüsseltechnologien der Energiewende. Gleichzeitig steigt mit ihrer Verbreitung auch das Risiko von Bränden.

Beim TÜV AUSTRIA Brandschutztag am 23. September 2026 in Salzburg zeigte Martin Swoboda, worauf Unternehmen, Betreiber und Brandschutzverantwortliche bei Batteriespeicheranlagen achten müssen. 

Ob Photovoltaikanlagen mit Batteriespeichern, E-Mobilität oder industrielle Energiespeicher: Lithium-Ionen-Batterien sind heute in zahlreichen Anwendungen unverzichtbar. Das Problem liegt jedoch in ihrer besonderen Technologie. Werden Batteriezellen durch technische Defekte, Beschädigungen, Überladung oder äußere Einwirkungen beeinträchtigt, kann es zu einem sogenannten „Thermal Runaway“ kommen. Dabei handelt es sich um einen sich selbst verstärkenden Hitze- und Reaktionsprozess, der in Brand- oder Explosionsereignissen enden kann.

Warum dieses Risiko besteht, hängt mit der hohen Energiedichte der Batterien zusammen. Im Unterschied zu vielen anderen Akkutechnologien speichern Lithium-Ionen-Batterien große Energiemengen auf engem Raum. Entsteht ein Fehler innerhalb einer Zelle, kann sich die freigesetzte Energie auf benachbarte Zellen übertragen und eine Kettenreaktion auslösen. 

Betroffen sind nicht nur Betreiber großer Energiespeicher. Risiken bestehen vom privaten Heimspeicher bis zu containerbasierten Großanlagen in Industrie, Energieversorgung und Infrastruktur. Auch Entsorgungsbetriebe stehen vor erheblichen Herausforderungen. Beschädigte oder falsch entsorgte Lithium-Batterien verursachen immer wieder Brände in Sammelfahrzeugen und Sortieranlagen. Die steigende Zahl an Energiespeichern und Batterien macht das Thema daher für Unternehmen aller Branchen relevant. 

Gut aufgestellt im Brandschutz
Brandschutztechnische Einrichtungen sind bei Batteriespeicheranlagen deshalb ein wesentlicher Sicherheitsfaktor. Sie ermöglichen die frühzeitige Erkennung kritischer Zustände, unterstützen die Begrenzung von Schäden und schaffen bessere Voraussetzungen für Einsatzkräfte. Dazu zählen insbesondere geeignete Aufstellungsbedingungen, Lüftungskonzepte, organisatorische Kontrollmaßnahmen sowie auf die jeweilige Batterie-Technologie abgestimmte Schutzkonzepte. 

Neben technischen Schutzmaßnahmen spielt auch die Qualifikation der Verantwortlichen eine entscheidende Rolle. Neue Regelwerke wie die TRVB 165 N für Batteriespeichersysteme und die TRVB 161 N für Windenergieanlagen stellen Unternehmen vor neue organisatorische und technische Herausforderungen. Um diese Anforderungen sicher umzusetzen, sind auch regelmäßige Schulungen und aktuelle Fachkenntnisse unerlässlich. Die TÜV AUSTRIA Akademie greift diese Entwicklungen daher auch in einem eigenen Fachseminar zu Batteriespeicher- und Windenergieanlagen auf und vermittelt praxisnahes Wissen für Planung, Betrieb und Brandschutz solcher Anlagen.

Über den Brandschutztag
Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag vermittelt aktuelle Entwicklungen, damit Brandschutzorgane ihre Aufgaben auch künftig fachgerecht und praxisnah erfüllen können. Weitere Programmpunkte befassten sich mit Anforderungen an Rettungswege und Feuerwehraufstellflächen, feuerpolizeilichen Überprüfungen in Betrieben sowie aktuellen Entwicklungen im TRVB-Regelwerk. Zudem wurden neue Erkenntnisse aus Brandversuchen zu gebäudeintegrierten Photovoltaik-Anlagen vorgestellt. Einen Schwerpunkt bildete außerdem die Sicherheit im Brandfall bei Aufzügen und Evakuierungsaufzügen. Die Keynote von Blackout- und Krisenvorsorgeexperte Herbert Saurugg widmete sich der Frage, wie sich Organisationen auf Notfälle und Blackout-Szenarien vorbereiten können.

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