Wasserstoff aus Nordafrika

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Wie Österreich den Sprung zum großvolumigen Import schaffen will


Die Versorgung mit grünem Wasserstoff wird für Österreich zur Zukunftsfrage. Beim TÜV AUSTRIA Wasserstoff-Symposium in Kooperation mit WIVA P&G stand daher ein Thema besonders im Fokus: Wie gelingt der Übergang von einzelnen Pilotprojekten zu einer belastbaren Importinfrastruktur, die Industrie und Energiesektor langfristig versorgen kann? 

Wasserstoff gilt als einer der wichtigsten Bausteine für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Gleichzeitig zeigt sich zunehmend, dass Österreich seinen künftigen Bedarf an grünem Wasserstoff nicht allein aus heimischer Produktion decken wird können. Vor diesem Hintergrund widmete sich Olga Shen von VERBUND Green Hydrogen beim TÜV AUSTRIA Wasserstoff-Symposium der Frage, wie aus ersten Pilotvorhaben ein großvolumiger, verlässlicher Wasserstoffmarkt entstehen kann.

Der Korridor zum Wasserstoff
Im Mittelpunkt stand dabei der sogenannte SouthH2 Corridor, ein geplanter Wasserstoffkorridor, der Nordafrika über Italien mit Österreich und Deutschland verbinden soll. Das Projekt ist Teil der europäischen Wasserstoffstrategie und soll künftig große Mengen erneuerbar erzeugten Wasserstoffs nach Europa transportieren. Nach Angaben der Projektpartner könnte der Korridor in den frühen 2030er-Jahren in Betrieb gehen und langfristig mehrere Millionen Tonnen Wasserstoff pro Jahr transportieren. Über eine 3.300 Kilometer lange Pipeline.

Ein langer Weg und ein anspruchsvoller Weg. Zu den größten Herausforderungen des SouthH2 Projekts zählen der europaweit einheitliche Nachweis der Herkunft von grünem Wasserstoff, die Harmonisierung regulatorischer Anforderungen entlang mehrerer Staaten sowie die Finanzierung der erforderlichen Transport- und Speicherinfrastruktur. 

Gleichzeitig eröffnen sich erhebliche Chancen. Ein funktionierender Importkorridor könnte Europa den Zugang zu kostengünstigerem erneuerbarem Wasserstoff sichern und damit die Wettbewerbsfähigkeit wichtiger Industriezweige stärken. Für Österreich bietet sich die Möglichkeit, sich als Drehscheibe innerhalb der europäischen Wasserstoffwirtschaft zu positionieren. Darüber hinaus könnten zusätzliche Speicher- und Transportkapazitäten die Versorgungssicherheit erhöhen und die Integration erneuerbarer Energien unterstützen.

Über das Wasserstoff-Symposium
Das Wasserstoffsymposium findet einmal jährlich im September in Perchtoldsdorf statt und richtet sich an Unternehmen, insbesondere Energieversorger, Industrieunternehmen, Anlagenbauer und Zulieferfirmen. Neben internationalen Wasserstoffimporten standen dieses Jahr Regelwerke und nationale Strategien im Fokus. Expert:innen aus Ministerium, Forschung und Industrie beleuchteten Elektrolyseprojekte, Speicher- und Aufbereitungstechnologien sowie europäische Wertschöpfungsketten. Weitere Schwerpunkte waren Cybersecurity, Business Continuity und Praxisbeispiele zur Dekarbonisierung Wiens.

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