Destillationsprozesse sind das Rückgrat vieler industrieller Anwendungen – von der Chemie bis zur Pharmaindustrie. Der Praxiskurs „Destillation und Rektifikation“ zeigt, worauf es dabei wirklich ankommt: sichere, effiziente und nachvollziehbare Trennverfahren.
Tag eins legt die Basis: Teilnehmende tauchen in die physikalischen Grundlagen ein, vergleichen Destillationsarten und lernen, wann Rektifikation erforderlich ist. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf Sicherheitsaspekten – inklusive HAZOP- und LOPA-Analysen zur strukturierten Risikobewertung.
Am zweiten Tag wird es konkret: Auf einer der größten Lehr-Rektifikationsanlagen aus Glas – rund 13 Meter hoch und von der Warte aus steuerbar – werden Prozesse sichtbar gemacht und Schritt für Schritt durchgeführt. Durch ein Färbemittel im Wasser-Ethanol-Gemisch wird erstmals mit dem Auge erkennbar, was in klassischen Kolonnen sonst versteckt abläuft. Teilnehmende arbeiten mit Kolonneneinbauten, analysieren Proben und dokumentieren Ergebnisse, während sie gleichzeitig die Funktionsweisen zentraler Maschinenelemente wie Ventile, Schieber und Trennböden praktisch kennenlernen. Ergänzend werden reale Abläufe trainiert: von der Kommunikation zwischen Warte und Anlagenpersonal über Ex-geschützte Funkgeräte bis hin zu Sicherheitsroutinen wie Anlagenbegehung, Kontrolle der Ventilstellungen sowie dem kontrollierten An- und Abfahren inklusive Probennahme.
Der Mehrwert für den Arbeitsalltag liegt klar auf der Hand: Wer Prozesse versteht, kann sie sicherer betreiben, gezielter steuern und effizienter gestalten. Ergänzt wird das Training durch das Fachbuch „Chemieverfahrenstechnik“, das als Nachschlagewerk über den Kurs hinaus unterstützt.
Der Kurs richtet sich an Chemieverfahrenstechniker:innen aus Chemie-, Lebensmittel- und Pharmaindustrie, die bestehende Anlagen betreiben oder sich gezielt darauf vorbereiten wollen.


