Exners Erben: Die TÜV AUSTRIA Akademie Unternehmensgeschichte

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Lernen und lehren: Die Weiterbildung ist so alt wie der TÜV selbst. Was man früher nicht wusste, und was heute selbstverständlich ist, wie aus großem Druck große Verantwortung entsteht, und was das alles mit dem Leiter des technischen Museums zu tun hat – das erfahren Sie in unserer Unternehmensgeschichte.

Gehen wir zurück in die 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts: In Wien lebten 2 Millionen Menschen und dank James Watt war die industrielle Revolution nicht mehr aufzuhalten - Dampfmaschinen wurden nicht mehr nur für Boote und Lokomotiven verwendet, sondern breiteten sich auf sämtliche Bereiche der Industrie aus. Der Druck in den Kesseln erhöhte sich stetig, was zwar effizienter war, aber auch gefährlicher: Europaweite Statistiken verzeichneten durchschnittlich drei Tote in zwei Tagen durch Dampfkessel-Explosionen. Dazu kamen noch zahlreiche Verletzte und erhebliche Schäden an Gebäuden. Es war höchste Zeit, die Sicherheitslücken zu stopfen und der mangelnden Kompetenz der staatlichen Prüfer technische Erfahrung entgegenzusetzen: Am 11. Juni 1872  fanden sich Vertreter der Industrie und Fachkräfte zusammen und gründeten die „Dampfkessel-untersuchungs- und Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit“ – den Vorläufer des heutigen TÜV AUSTRIA.

 

Der Mann hinter dem TÜV AUSTRIA
Wilhelm Exner galt als treibende Kraft hinter den Kesseln: Er war dritter Präsident der Untersuchungsgesellschaft und führte die Gesellschaft nicht nur durch die schwierigen Zeiten des Zusammenbruchs der Monarchie. Er war es, der auf eine Dampf- und Wärmetechnische Versuchsanstalt drängte, die technische Probleme für Dritte lösen konnte und neue Verfahren und Prozesse untersuchte – 1909 wurde die Versuchsanstalt von der Regierung akkreditiert. Darüber hinaus verfasste er die Lex Exner, ein Gesetz, das nichtstaatlichen Unternehmen erlaubt, unabhängig und objektiv Zeugnisse über Materialprüfungen erstellen zu dürfen – das Gesetz hielt sich 84 Jahre lang bis 1994.

 

Von der Gründung zur Bildung
Prüfen, überwachen, Wissen vermitteln: Als der heutige TÜV AUSTRIA gegründet wurde, stand zweierlei im Vordergrund: Das gemeinsame Lernen von der Technik, sowie der Erfahrungsaustausch. Wurden zur Zeit der Gründung noch 1000 Kessel überprüft, waren es drei Jahre später schon 3000 Kessel. Heute überwacht der TÜV AUSTRIA 300.000 Druckgeräte, darüber hinaus 90.000 medizinische Geräte und 60.000 Aufzüge. Damit bei so viel Arbeit kein Fachwissen verloren geht und dieses auch gezielt weitergegeben wird, wurde 1989 die TÜV AUSTRIA Akademie gegründet: Hier wird die Bildung gebündelt und auf neutralem Boden Erfahrung weiter gegeben.

 

Wissen am TÜV AUSTRIA Campus
Ziel und Auftrag der TÜV AUSTRIA Akademie ist es, in den vier Kernbereichen Umwelt, Technik, Qualität und Sicherheit das geballte Wissen der Experten zu vermitteln und ihnen eine Plattform zu bieten, um von anderen zu lernen. So wird sichergestellt, dass auch in Zukunft der Fortschritt die Weiterbildung nicht überholt.
Fakt ist: Die Technik wird schneller. Sie wird komplexer. Die Gesetze ändern sich und der Sicherheitsgedanke wird stärker. Mit einem umfassenden Bildungsplan bleiben die Kunden der TÜV AUSTRIA Akademie auf Augenhöhe mit der Technik und können auf international anerkanntes Know-How vertrauen. Schon Wilhelm Exner wusste: Technisch gut ausgebildetes Personal wird immer dringend benötigt. Er gründete aus diesem Grund nicht nur den TÜV, sondern auch das technische Gewerbe-Museum, das weiterbildende Studien anbot, im heutigen WUK, sowie das technische Museum im 14. Bezirk. Das TGM ist längst in den 20. Bezirk umgezogen, der Straßenname weist aber immer noch auf die glorreiche Vergangenheit hin: Das WUK schließt direkt an die Wilhelm-Exner Straße an.  Die TÜV AUSTRIA Akademie ist zwar vom Technischen Museum und dem TGM geografisch gesehen kilometerweit weg. Aber der Geist von Wilhelm Exner ist auch in Brunn am Gebirge stets gegenwärtig.

 

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