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Finde den Fehler, bevor er passiert!

Ein Infotag über das neue Regelwerk der FMEA

TÜV AUSTRIA AKADEMIEIm Februar 2019 fand in der TÜV AUSTRIA Akademie das FMEA-Update statt, das in Zusammenarbeit mit der FMEAplus Akademie einen Statusbericht zur Harmonisierung des Standards lieferte. Wird im ‚Rotband‘ alles anders? 

Die Fehlermöglichkeits- und -einflussanalyse dient der Vorbeugung: Sie untersucht mögliche Produktfehler bereits in der Design- und der Entwicklungsphase. Vor allem wenden Lieferanten die FMEA in der Automobilbranche an, aber auch in der Medizintechnik oder der Raum- und Luftfahrt wird sie gebraucht. Dazu gab es seit den 70ern ein Regelwerk für den amerikanischen Markt, später folgte eines für den europäischen. Aber gerade diese zwei Handbücher bereiteten den Lieferanten jahrelang Kopfschmerzen: Die Bewertungssysteme sind unterschiedlich, was die Komplexität erhöhte und einen Mehraufwand verursachte.

Das soll ab April anders werden, meinte der Vortragende Helmut Goiginger von der FMEAPlus Akademie am FMEA-Update am TÜV AUSTRIA Campus. Er stellte das neue Regelwerk vor und nannte den rund 30 Teilnehmer/innen des Infotages die wichtigsten Änderungen. Zu den Eckpunkten: Die Vertreter von VDA (Verband der Automobilindustrie) und der AIAG (Automotive Industry Action Group) hatten sich bereits 2015 an einen Tisch gesetzt, um ein harmonisiertes Standardwerk zu erarbeiten. Die englischsprachige Fassung des sogenannten ‚Rotbandes‘ soll im April 2019 erscheinen, die deutschsprachige Fassung im Mai folgen. Die Zielsetzung: abgeglichene Bewertungstabellen, vereinheitlichte Prozesse und Formblätter und eine verbesserte Art und Weise zur Priorisierung von Arbeitsschwerpunkten. Plus: Die Durchführbarkeit der FMEA in Excel muss gewährleistet sein, da amerikanische Nutzer (noch) selten mit FMEA-Softwaretools arbeiten.

Ein harmonischer Abgleich
Nach der Harmonisierung wird nicht alles anders und manches wird recht rasch umgesetzt werden können. Zukünftig wird beispielsweise die Farbcodierung fallen und das Wort „Wahrscheinlichkeit“ aus der Begriffsdefinition verschwinden.
Andere Änderungen sind gravierender, wie zum Beispiel die Erweiterung der Arbeitsschritte. Bislang war die FMEA (nach VDA) anhand von 5 Schritten beschrieben. Jetzt werden zusätzlich zur Strukturanalyse, der Funktionsanalyse, der Fehleranalyse, der Risikoanalyse und der Optimierung zwei weitere Schritte eingezogen. Schritt 0, also noch vor der Strukturanalyse, soll ein Kick-off stattfinden. Dieses Meeting klärt den Betrachtungsumfang und soll Kundenerwartung, Sinnhaftigkeit und Machbarkeit aufs Tapet bringen. Schritt 7 beschäftigt sich mit der Präsentation und folgt auf die Optimierung. Die Ergebnisse sollen für alle nutzbringend aufbereitet und so die interne und externe Akzeptanz geschaffen werden.

Ebenfalls neu ist die Einführung einer neuen Art der FMEA. Bislang haben sich Design-FMEA und Prozess-FMEA um mögliche Produkt- und Prozessfehler in der Design- und Entwicklungsphase gekümmert. Die neue Monitoring System Response (MSR) FMEA ist eine Ergänzung der Design-FMEA und zeigt, wie häufig das Produkt während der Benutzung ausfallen könnte und analysiert, wie das System Fehler erkennt und darauf reagiert. Wenn beispielsweise die Einspritzung im Motor eines Autos fehlerhaft ist, werden vom System automatisch Korrekturmaßnahmen eingeleitet.

Nun, was tun?
Die Vereinheitlichung bringt Vorteile, macht aber auch nervös: Was mache ich nun mit meiner FMEA nach dem alten Regelwerk? Muss ich im April das Projekt neu anfangen?  Keine Sorge: Laufende Projekte können bleiben, wie sie sind. Aber zukünftige Projekte sollten nach der neuen Methode in Angriff genommen werden.


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