TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2019: Brand-Lasten schultern

Am TÜV AUSTRIA Brandschutztag wurde viel über Brandgefahren und vorbeugende Brandschutzmaßnahmen diskutiert.

Tatütata, das Einsatzfahrzeug ist da! Wo brennt's? Natürlich nirgends: Wir sind am TÜV AUSTRIA Brandschutztag und das Schulungsfahrzeug der TÜV AUSTRIA Akademie dient den Übungszwecken. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Verstärkung bekam das Übungsfahrzeug vom Löschfahrzeug des ABC-Abwehrzentrum des Österreichischen Bundesheeres. Die Teilnehmer/innen konnten also sicher sein: Am TÜV AUSTRIA Brandschutztag sind sie sicher gut aufgehoben. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Und hier sind sie schon: An die 350 Teilnehmer/innen kamen am 21.03. in die Pyramide in Vösendorf, um sich in punkto vorbeugender Brandschutz weiterzubilden. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Den Anfang der Vortragsreihe bildete Dipl.-Ing. Dr. Rudolf Mörk-Mörkenstein von IES Ziviltechniker GmbH. Sein Thema waren E-Tankstellen und die Herausforderungen an den Brandschutz. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Weiter ging's mit Mag. Robert Schgör von TÜV AUSTRIA . Er referierte über Feuerversicherungen und appellierte an die anwesenden Brandschutzbeauftragten, sich diese genauer anzusehen. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Was bringt Ihnen die Prüfplakette am Feuerlöscher? Dieser Antwort ging Ing. Günter Rozumilowski von TÜV AUSTRIA nach. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Den außergewöhnlichen Notfall beschrieb Vzlt Alexander Mattausch vom Österr. Bundesheer. Wann kann das ABC-Abwehrzentrum zu Einsätzen gerufen werden? Das beantwortete der Vizeleutnant in seinem Vortrag. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

In den Pausen fachsimpelten die Teilnehmer/innen untereinander und auch mit den Ausstellern der Messe, die im Pausenbereich Wissenswertes zum Thema Brandschutz präsentierten. (c) FEUERWEHR.AT | R. Berger

Nach der Mittagspause sorgte Reinhard Nowak für Erheiterung: Er gewährte in einem Best-of tiefe Einblicke ins Show-Business. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Zurück zum Brandschutz: Andreas Schmiedl von der Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebs-GmbH veranschaulichte Brandschutzmaßnahmen in einem Betrieb mit besonderer Personengefährdung. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Thorsten Böcker, MBA von Opel Wien GmbH stellte die Brandschutzmaßnahmen in einem Betrieb mit erhöhter Brandgefahr gegenüber. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Den Abschluss der nutzungsbezogenen Brandschutzmaßnahmen bildete Ing. Thomas Spitzer, MSc, vom Universitätsklinikum St. Pölten. Er sprach über die Brandschutz-Herausforderungen in Betrieben mit besonderen Gefährdungen. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsü

Ein Klassiker: Die TRVB-News, vorgetragen von SV Ing. Leopold Ballek, dem Ausbildungsleiter gem. TRVB 117 O Die TRVB 119 O wird grundlegend überarbeitet und zum Standardwerk ausgebaut! (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Düstere Aussichten: SV Ing. Martin Swoboda von TÜV AUSTRIA referierte über die Folgen eines Blackouts und wie sich Brandschutzverantwortliche auf den Ernstfall vorbereiten können. (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Bravo und danke! (c) TÜV AUSTRIA/Andreas Amsüss

Wir bedanken uns bei allen Referenten/innen und Teilnehmer/innen für einen informativen TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2019! Der nächste Brandschutztag findet am 26.09.2019 in Salzburg statt. www.tuv-akademie.at/brandschutztag-2019 (c) TÜV AUSTRIA/Andrea

Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag zog an die 350 Teilnehmer/innen nach Vösendorf, wo sie einen Tag lang von den Vorträgen der Brandschutz-Koryphäen profitierten. Der jährlich stattfindende Expertentag beleuchtete auch heuer wieder den Brandschutz aus rechtlicher, organisatorischer und technischer Sicht und richtete den Fokus der Teilnehmer/innen auch auf neue Risiken, die man nicht unterschätzen sollte.

Jedem Tierchen sein Brandschutztürchen?
Brandschutzbeauftragte sind mit einer Vielzahl von Herausforderungen konfrontiert: Brandschutzordnungen und Pläne erstellen, Verhalten im Brandfall festlegen, Eigenkontrollen durchführen, Mängel beheben lassen – all das gehört zu ihrem Aufgabenbereich. Das Schutzziel in Betrieben ist meist gleich: die Verhinderung von Bränden bzw. deren Ausbreitung und die Personenrettung. Aber nicht jeder Betrieb ist gleich: Es gibt Nutzungen mit erhöhter Brandgefahr oder erhöhter Personengefahr oder besonderen Gefährdungen. In der Hofburg sind Showeinlagen, Lagerungen hinter Messeständen oder Hazereinsätze die Herausforderung, mit denen Brandschutzbeauftragte konfrontiert werden. Bei einem Produktionsbetrieb wie Opel Wien liegt die Gefahr in der erhöhten Brandlast. In der Uni-Klinik in St. Pölten wird das Augenmerk auf die verschiedenen Einrichtungen gelegt: Chemikalienlager, Großküche und Schlosserei verlangen nach eigenen Brandschutzmaßnahmen.

Für die Sicherheit von Mitarbeiter/innen, Gästen, Patienten/innen und aller Sachwerte sollen Maßnahmen sorgen, die Verantwortliche des Brandschutzes planen. Sie sind baulich, technisch und organisatorisch, betreffen Brandschutztüren, Fluchtwege, das Crowd-Management oder das Abgehen der Fluchtwege vor jeder Veranstaltung. Aber welche Maßnahmen sind für welches Unternehmen geeignet? Das klärten am TÜV AUSTRIA Expertentag die Vertreter der 3 unterschiedlichen Nutzungen.

Was dabei hilft, ist ein Blick in die TRVB-Richtlinie. Die TRVB 119 O wird grundlegend neu überarbeitet und soll zum Standardwerk ausgebaut werden. Der Hintergrund: Verantwortliche des Brandschutzes mussten sich aufgrund der verschiedenen Nutzungen in vielen TRVBs schlau machen, um den richtigen Passus zu finden – das soll sich im Frühjahr 2020 ändern.

Recht so!
Brandschutzbeauftragte stützen sich bei ihrer Arbeit auf eine Fülle an rechtlichen Vorgaben, welche die Einhaltung der Regeln der Technik fordern. Allein bei tragbaren Feuerlöschern müssen Arbeitsstättenverordnung und Arbeitnehmer/Innenschutzgesetz beachtet werden, bei der Anschaffung des Feuerlöschers ist darauf zu achten, dass er der ÖNORM EN 3 entspricht, außerdem muss er ein Jahr nach dem Kauf von einem zertifizierten Sachkundigen überprüft werden. Die genormte Prüfplakette nach ÖNORM F 1053 bringt klare Nachvollziehbarkeit und Rechtssicherheit.

Brandschutzbeauftragte sollten sich zudem neben anderen Aufgaben auch mit der Feuerversicherung des Betriebes auseinandersetzen, weil die Verpflichtungen darin auch sie betreffen könnten und im Regressfall ein erhöhter Sorgfaltsmaßstab angelegt werden könnte. Andererseits: Wer keinen Brandschutzbeauftragten im Betrieb hat, der muss im Schadenfall mit einer Unterdeckung der Prämie rechnen.

Mit Netz und doppeltem Boden
Brandschutzbeauftragte sind im Vorbeugenden Brandschutz aktiv, die Feuerwehr ist es beim Abwehrenden Brandschutz. Das ABC-Abwehrzentrum des österreichischen Bundesheeres kann die Feuerwehr unterstützen, wenn es ein außerordentlicher Notfall erfordert. Dieser ergibt sich beispielsweise durch eine radioaktive oder chemische Kontamination, für deren Dekontamination das Abwehrzentrum speziell ausgerüstet ist. Die herbeigerufene Einheit kann Proben nehmen, die chemischen oder radioaktiven Stoffe identifizieren, und sie übernimmt auch die Beseitigungs- und Verbreitungsmodellierung.

2 gute und eine schlechte Nachricht
Die guten Nachrichten zuerst: Autos werden unkomplizierter. Wer sich ein E-Auto anschafft, der spart 1/3 der Teile ein, zum Beispiel die Einspritzung oder die Kurbelwelle. Stattdessen werden Hochvolt-Batterien zusammengeschalten und in Metallbehältern abgesichert. E-Mobilität ist nicht sonderlich gefährlich, das ist die zweite gute Nachricht. Wenn das Auto korrekt instandgehalten wurde und niemand über das Ladekabel stolpert, sind sie relativ sicher. Die metallische Durchdringung der Batterie, z,B, bei einem Unfall, könnte dennoch eine Brandgefahr auslösen.
Jetzt die weniger gute Nachricht: Auch wenn neue Technologien wie die E-Mobilität weniger brandgefährlich sind, so werden auch in Zukunft Verantwortliche im Betrieblichen Brandschutz gebraucht werden, vor allem im Falle eines Blackouts. Wenn die Lichter ausgehen, gehen nämlich nicht nur die Lichter aus: die Brandmeldeanlage und die Sprinkleranlage tun es ebenfalls, auch wenn sie für eine gewisse Zeit notstromversorgt sind. Betrieblich Beauftragte sollten sich daher die Frage stellen, was bei einem Stromausfall im Betrieb passiert und welche Maßnahmen sie vorab setzen können. Dies betrifft auch die Mitarbeiter/innen: Bei einem großflächigen Blackout sollte die Infrastruktur für diese gewährleistet werden.

Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen am TÜV AUSTRIA Brandschutztag und den folgenden Vortragenden:
Dipl.-Ing. Dr. Rudolf MÖRK-MÖRKENSTEIN (IES Ziviltechniker GmbH), Mag. Robert SCHGÖR (TÜV AUSTRIA), Ing. Günter ROZUMILOWSKI (TÜV AUSTRIA), Vzlt Alexander MATTAUSCH (Österr. Bundesheer, ABC-Abwehrzentrum), Andreas SCHMIEDL (Wiener Kongresszentrum Hofburg Betriebs-GmbH), Thorsten BÖCKER, MBA, (Opel Wien GmbH), Ing. Thomas SPITZER, MSc, (Universitätsklinikum St. Pölten), SV Ing. Leopold BALLEK (Ausbildungsleiter gem. TRVB 117 O), SV Ing. Martin SWOBODA (TÜV AUSTRIA)

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T: +43 (0)5 0454-8000
E: akademie@tuv.at

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