Facilitymanagement: Planen Sie die Krise!

Facilitymanager/innen werden nicht nur gerufen, wenn der Aufzug defekt ist. Sie sollten auch auf Krisen vorbereitet sein, vor allem in Betrieben.

Im Juni 2009 war eine deutsche Firma noch Weltmarktführer bei Premium-Armaturen, der Weltmarktanteil lag bei 30 %. 2 Monate später mussten 70 Arbeiter entlassen werden. Was war passiert?

Neben der Firma befand sich ebenfalls ein Werksgelände. Im Juli 2009 wurde dieses Werk durch ein Feuer zerstört – 3 Lösemitteltanks explodierten. Davon blieb auch die Armaturen-Firma nicht verschont, denn das Herzstück der Produktion wurde durch den Brand komplett vernichtet. Die wirtschaftlichen Auswirkungen waren enorm.

Haben Sie einen Plan?

Diese und andere Fälle beweisen: Im Krisenfall ist eine rasche Reaktion erforderlich, um einen Notfallbetrieb aufrecht zu erhalten und die Betriebskontinuität zu sichern. Und: „Krisen- und Kontinuitätsmanagement geht weit über die Brandbekämpfung und ähnliche Notfallmaßnahmen hinaus“, sagte Dr. Helmut Pisecky, Experte für Krisen- und betriebliches Kontinuitätsmanagement am TÜV AUSTRIA Tag der Facility- und Gebäudemanager/innen im Mai.

Betriebsverantwortliche müssen sich folgende Fragen stellen: Wie werden die Lieferverpflichtungen eingehalten? Ist die Liquidität gesichert? Wer spricht mit der Versicherung? Wer kümmert sich um den Wiederaufbau? Ein lückenloses Krisenmanagement stellt sicher, dass die Verluste des Unternehmens so gering wie möglich ausfallen.

Das Team hinter dem Plan

Ein betrieblicher Ernstfall holt ein Krisenteam vor den Vorhang, das die Folgerisiken analysiert und abfedert. Dazu gehören neben der Führung beispielsweise die Rechtsabteilung, das Personalmanagement und jemand, der sich mit der Betriebsanlage und den Gebäuden auskennt – das Facility Management.

Die Arbeit des Facility Managements und des gesamten Krisenteams beginnt schon weit vor dem Ausbruch des Feuers. Denn krisenfest sind nur die Unternehmen, die verschiedene Szenarien durchgespielt und auch in Maßnahmenpläne gegossen haben. Ressourcenverteilung, Krisenkommunikation, Checklisten, Kontaktlisten, Prozessabläufe, aber auch die Ausstattung des Krisenraums – alle Informationen müssen vorab gesammelt werden, Schwachstellen erkannt und beseitigt, Leitfäden erstellt werden.

„Planen Sie für mögliche Krisen rechtzeitig vor, ohne dabei in vorauseilende Hysterie zu verfallen. Auch im Krisenmanagement gilt der Grundsatz der Ökonomie der Kräfte“, so der Appell von Dr. Pisecky. Für Facility Manager/innen heißt das, die Auswirkungen des Ausfalls von Anlagen und Facility Services zu kennen und bestmöglich zu verringern.

Der Plan am Expertentag

Am TÜV AUSTRIA Tag der Facility- und Gebäudemanager/innen werden einmal jährlich tagesaktuelle Themen aufgegriffen und einem interessierten Fachpublikum wahlweise online oder vor Ort präsentiert. Die Vortragenden sind Sachverständige, Fachexperten/innen und langjährige Praktiker/innen. In ihren Vorträgen finden sich Schlagwörter wie Emissionen, Sanierung, Nachhaltigkeit. Aber auch Sicherheitsmanagement – die Teilnehmer/innen finden hier ein Stück Stabilität in herausfordernden Zeiten.

 

Kontakt

T: +43 (0)5 0454-8000
E: akademie@tuv.at

TÜV AUSTRIA-Platz 1
2345 Brunn am Gebirge

Anfrage

Expertentage

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