„Bitte nicht zu Hause nachmachen!“

Der TÜV AUSTRIA Tag des Feuers demonstrierte eindrücklich, welche Brandgefahren in Unternehmen und in Privathaushalten lauern.

Das war der Tag des Feuers

Besitzen Sie einen Laptop? Gehen Sie gerne zu Fußballspielen? Kochen Sie gerne? Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantworten können, sind Sie bereits 3 Brandgefahren ausgesetzt. Lithium-Ionen-Akkus, Bengalisches Feuer, Fettbrände – falsche Handhabe, falsche Lagerung oder auch Böswilligkeit können die Ursachen für Brände im Privatleben sein. Am TÜV AUSTRIA Tag des Feuers stellten die Referenten zur Schau, was passiert, wenn was passiert – im privaten, aber auch im beruflichen Bereich. Sie stellten Unfälle nach und gingen den Ursachen auf den Grund. Sie zeigten auf, wie ein kleiner Funke große Wirkung entfaltet und welche Methoden zur Brandbekämpfung, aber auch zum Vorbeugenden Brandschutz geeignet sind. Moderiert wurde die von der TÜV AUSTRIA Akademie in Kooperation mit dem Österreichischen Bundesheer veranstaltete Expertentag von Ing. Martin Swoboda, der auch selbst das eine oder andere Feuer legte.

Die Problem-Stoffe
Es war ein heißer Tag im Tritolwerk: Die ehemalige Munitionsfabrik diente als Kulisse für den 1. TÜV AUSTRIA Tag des Feuers. 300 Teilnehmer/innen nahmen auf der Tribüne Platz, um auf dem Katastrophenhilfeübungsplatz neben der alten Fabrik zuzusehen, wie Ing. Martin Swoboda einen Fettbrand inszenierte und die Wirksamkeit von Löschdecken testete. 
Vzlt. Alexander Mattausch stellte gleich danach die Flash-Over-Box vor, in der im Miniaturrahmen Zimmerbrände dargestellt werden können. Er demonstrierte die Normbrandkurve und zählte die Minuten bis zum Flash-over, einem Vollbrand. Seine Expertise: Einrichtung aus Naturholz braucht länger, bis sie in Vollbrand gerät – bis zu 25 Minuten. Bis die Feuerwehr bei der Wohnung und einsatzbereit ist, vergehen allerdings 20 Minuten.
Mit Hammer und Nagel setzte Dieter Jost einem Lithium-Ionen-Akku zu, um einen defekten Handy- oder Laptop-Akku zu simulieren. Es reichte ein Schlag und die Batterie gaste aus, gefolgt von enormer Rauchentwicklung. 
Bengalisches Feuer ist hübsch anzusehen, aber gefährlich: Gegen Menschen eingesetzt kann es schlimme Verbrennungen verursachen. In der Allianz-Arena in Simmering stehen deswegen Einsatzkräfte bereit, die mit einem eigenen Löschsystem ausgerüstet sind – Michael Sack von Securitas – Betriebsfeuerwehr Hofburg beschrieb den Löschvorgang mit einer Live-Demonstration.

Immer im Einsatz
Einsatzkräftig ist auch das ABC-Abwehrzentrum des österreichischen Bundesheeres. Das kann die Feuerwehr unterstützen, wenn es ein außerordentlicher Notfall erfordert. Dieser ergibt sich beispielsweise durch eine radioaktive oder chemische Kontamination, für deren Dekontamination das Abwehrzentrum speziell ausgerüstet ist. Die herbeigerufene Einheit kann Proben nehmen, die chemischen oder radioaktiven Stoffe identifizieren, und sie übernimmt auch die Beseitigungs- und Verbreitungsmodellierung. Wie so ein Einsatz abläuft, zeigte die Mannschaft von StWm Alexander Kumpan ebenfalls am TÜV AUSTRIA Tag des Feuers.
Michael Weber hatte einen Helm mitgebracht. Er ist u.a. für die Feuerwehr konzipiert und vereint Life-Bild und Virtual Reality zur Mixed Reality. In den Helm eingespielt werden können beispielsweise Lagepläne, Brandschutzpläne oder Bilder aus der Vogelperspektive, wenn der Helm mit einer Drohne verbunden wird. Videomitschnitte oder Fotos zu Dokumentationszwecken sind ebenfalls mit dem Einsatzhelm 4.0 möglich, außerdem eine Live-Verbindung zur Einsatzzentrale, die sehen kann, was der Helmträger sieht.

Was helfen soll
Für viele Brandgefahren gibt es Lösungen: Im Unternehmen werden Feuerlöscher aufgehängt, Brandmelder installiert und Brandrauchabschottungen verbaut. Die Funktionsweise von Brandrauchabschottungen im Brandfall erklärte DI (FH) Sven Karner, MSc, der die einzelnen Modelle an eine Wand befestigte und auf über 170 Grad so lange erhitzte, bis sich die Brandmanschetten zuzogen. Sein Fazit: Wer Brandrauchabschottungen installiert, sollte sich vorher mit der Haustechnik abstimmen.
Der Vorbeugung dient auch die automatische Löschanlage bei Getränkeautomaten. Mit einem Räucherstäbchen rückte Elvis Mihajlovic dem mitgebrachten Getränkeautomaten zu Leibe und zeigte auf, wie das System darauf reagiert: Die Steuereinheit holt den Automaten vom Strom und löst gleichzeitig die Löschanlage aus. Installiert werden solche selbstlöschenden Getränkeautomaten vorwiegend in Krankenanstalten.
Präventiv arbeitet auch Michael Jordan, der Rauch macht, aber kein Feuer: Er hat eine Technik entwickelt, um einen Brandverlauf mit ungefährlichem Rauch zu simulieren. Dieser dient den Unternehmen als Test, um beispielsweise Brandrauchabschottungen auf Mängel zu überprüfen. Auch bei Tunnelarbeiten kann die Rauchsimulation eingesetzt werden oder als Vorbereitung für Einsatzkräfte im Brandfall. 

Was immer hilft,…
…ist die Weiterbildung der betrieblichen Brandschutzkräfte. Beispielsweise mit dem Tanklöschfahrzeug der TÜV AUSTRIA Akademie, das von Erwin Gütl zum Schulungsfahrzeug umgebaut wurde. Im alten Feuerwehrfahrzeug (Baujahr 1975) befinden sich nun unter anderem eine Brandmeldeanlage, Notbeleuchtung/Sicherheitsbeleuchtung, eine Rauch-/Wärmeabzugsanlage und eine Sprinkleranlage, die am Tag des Feuers ebenfalls vorgeführt wurde. Fazit: Wasser Marsch, Brand aus!

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T: +43 (0)5 0454-8000
E: akademie@tuv.at

TÜV AUSTRIA-Platz 1
2345 Brunn am Gebirge

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