TÜV AUSTRIA Akademie NEWS ARCHIV - DER RÜCKBLICK AUF EIN ERFOLGREICHES JAHR:

 

  • Der Tag der Weiterbildung in der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel (Juni 2017)

Im Rahmen des Tages der Weiterbildung präsentierte die TÜV AUSTRIA Akademie das neue Kursprogramm 2018. Der Physiker Werner Gruber befeuerte das Programm mit einem Experimentalvortrag.TÜV AUSTRIA AKADEMIE


Die TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel ist ein Bildungszentrum, das aus Lehrlingen das Beste macht: Erfolgreiche, motivierte Mitarbeiter/innen, die ihren Unternehmen den Weg zu höherer Qualität ebnen. Seit 2013 kooperiert die TÜV AUSTRIA Akademie mit der OMV im Bereich Lehrlingsausbildung, außerdem umfasst das Angebot auch Umschulungen sowie Aus- und Weiterbildungen für Erwachsene.
 

Die Eierspeis vom Physiker

Im Zuge des Tages der Weiterbildung stellte Mag. Christian Bayer (FH) von der TÜV AUSTRIA Akademie das neue TÜV Kursprogramm 2018 vor und vermittelte den Gästen die Highlights: Für jährlich über 13.000 Teilnehmer/innen bietet die TÜV AUSTRIA Akademie mehr als 1.000 Kurse, Lehrgänge und Veranstaltungen in den Bereichen Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität. 

Im Anschluss zeigte der Physiker Werner Gruber, wie Sicherheit und Physik Hand in Hand gehen können, wenn man den Naturgesetzen vertraut. Warum kann man eine brennende Zigarette in einen Benzinkanister werfen? Warum tragen Physiker, die mit Hochleistungslasern arbeiten, weder Schmuck, noch Piercings? Und wie kann man Eierspeise ohne zusätzliche Hitze machen? Diese und noch weitere interessante Fragen beantwortete Gruber anschaulich anhand explosiver Experimente. 

Am Nachmittag zeigten die Lehrlinge der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie, was sie im Chemielabor bereits gelernt haben und verblüfften selbst den Physiker noch mit Lösungen zu chemischen Reaktionen. Nach einem Rundgang durchs Verfahrenstechnikum und durch das Elektrolabor wünschte Werner Gruber den Lehrlingen viel Glück für die Abschlussprüfung im August – wir schließen uns mit einem herzlichen ‚ToiToiToi‘ an!

Goldrichtiges Bildungsangebot

Das neue TÜV AUSTRIA Akademie Kursprogramm bietet mit „Hygiene“ einen neuen Programmbereich und über 50 komplett neue Kurse, darunter Themen wie IT und Datensicherheit sowie Industrie 4.0. Besonders in diesen Bereichen finden Firmen die Bildungsangebote, um die digitale Kompetenz der Mitarbeiter/innen zu stärken.

Neben den Präsenztrainings in den Kernbereichen Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität bietet die TÜV AUSTRIA Akademie ergänzende E-Learning-Programme zur elektronischen Wissensvermittlung auf individueller Basis. Ort und Zeitpunkt des Trainings bestimmt der/die Kursteilnehmer/in dabei selbst. 

Abgerundet wird das umfassende Portfolio durch die neue Ingenieur-Zertifizierungsstelle, Expertentage, Fachbücher und firmeninterne Trainings. In zahlreichen Kursen und Lehrgängen erhalten Absolvent/innen nach bestandener Prüfung zudem ein Zertifikat des TÜV AUSTRIA. 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag - Qualitätsmanagement für Medizinprodukte: Plan zum Erfolg (Juni 2017)

Am TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag referierten Fachexperten der Medizinprodukte-Branche über Normen, Innovationen und Risikomanagement.


Zum 10. Jubiläum standen Qualität und Sicherheit am Programm: Hersteller, Händler und Betreiber holten sich in der TÜV AUSTRIA Akademie Tipps zur Umsetzung der aktualisierten Qualitätsmanagement-Normen. Die rund 85 Teilnehmer/innen erhielten Einblicke aus den Perspektiven aller Beteiligten und tauschten ihre Erfahrungen aus.

Mehrere Regularisierungsrahmen – ein Ziel
Ein effektives Qualitätsmanagementsystem im Bereich Medizinprodukte unterstützt alle Stakeholder bei der Umsetzung aller gesetzlichen und inhaltlichen Anforderungen. Die Revision der EN ISO 13485:2016 konkretisiert die Bereiche Dokumentation, Produktsicherheit und Risikomanagement, wie Thomas Lippke von mdc - medical device certification erklärt. Neben der EN ISO 13485:2016 gilt es außerdem, die am 05.05.2017 veröffentlichte EU-Verordnung für Medizinprodukte bis spätestens 2024 umzusetzen. Dipl.-Ing. Michael Pölzleitner von mdc empfiehlt Herstellern wie auch Händlern, beide Regelwerke zur Weiterentwicklung des eigenen Qualitätsmanagementsystems heranzuziehen und so den Kurs des Unternehmens auf Erfolg zu setzen.

Von Analysen und Hüten
Michael Meier-Stauffer, MSc. von Ritoc Consulting rät die Anwendung der Basis-Norm ISO 9001:2015 von der wirtschaftlichen Ausrichtung, dem Marktzugang und den arbeitsrechtlichen Aspekten des eigenen Unternehmens abhängig zu machen. Wer die ISO 9001:2015 und die EN ISO 13485:2016 unter einen Hut bringen möchte, hat zunächst die Norm-Unterschiede herauszuarbeiten. Hierzu legt Ing. Alexander Ladich vom TÜV AUSTRIA dem Publikum die Gap-Analyse nahe.

Regulatorische Herausforderungen werden zu Innovationen
Ein Vorteil der ISO 9001:2015 ist die ganzheitliche Betrachtung, die auch Dipl.-Ing. Christoph Schwald vom TÜV AUSTRIA durch die Verankerung der Trendnutzung in der Unternehmensstrategie fokussiert. Doch nicht nur durch Trendanalyse entstehen Innovationen, auch Regulation kann zur Innovation führen, wie Andreas Oberleitner vom AIT Austrian Institute of Technology anhand von F&E-Beispielen anschaulich illustriert. Neue Chancen entstehen außerdem durch frühzeitig in den Entwicklungsprozess eingebundenes Risikomanagement, weiß Prof. Dr. Christian Johner vom Johner Institut.

 

 

  • Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) – bestimmen Sie einen Datenschutzverantwortlichen! (Mai 2017)

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Ein Interview mit Boris Treml

Boris Treml ist Jurist und hat sich auf IT-Recht spezialisiert. Er arbeitet für die TÜV TRUST IT TÜV AUSTRIA GMBH und referiert als Datenschutz-Experte in der TÜV AUSTRIA Akademie. Zu seinen Aufgabengebieten zählt auch die Beratung im Bereich des Datenschutzes und der Informationssicherheit. Welche Veränderungen die Datenschutzgrundverordnung für Unternehmen bringt, erklärt er im folgenden Interview.


Herr Treml, die neue EU-DSGVO ist mit Mai 2018 gültig. Was sind die wichtigsten Hauptänderungen der neuen Datenschutzgrundverordnung?
Aus meiner Sicht ist zu erkennen, dass der Begriff des Risikos in den Bereich des Datenschutzes Einzug gehalten hat. Schon im Jahr 2000 wurde das Datenschutzgesetz von 1978 angepasst, aber auch nach der Anpassung fand man den Begriff des Risikos nur einmal vor. In der neuen Datenschutzgrundverordnung ist er 68 Mal enthalten. Außerdem verpflichtet der Gesetzgeber nun dazu, eine Datenschutz-Folgeabschätzung zu machen.


Im Rahmen unserer Beratungstätigkeit legen wir einen großen Schwerpunkt darauf, wie das Risiko adäquat für die jeweilige Datenverarbeitung bestimmt werden kann. Nur wer eine Risikoabschätzung durchführt, kann die Anforderungen der Datenschutzgrundverordnungs-Kosten und -Nutzen optimal umsetzen.  


Wen betrifft die neue Datenschutzgrundverordnung? 
Die datenschutzrechtlichen Regelungen treffen alle Unternehmen, unabhängig der Größe und der Art der Verarbeitungen. Voraussetzung für die Anwendbarkeit der Datenschutzgrundverordnung ist aber natürlich, dass man Daten über eine Person verarbeitet. Hier sollte immer berücksichtigt werden, dass eine Verarbeitung über eine Person dann vorliegt, wenn Informationsmacht auf die Person ausgeübt werden kann. Das bedeutet zum Beispiel, dass das Setzen eines Cookies beim Internetsurfen bereits ein einschlägiger, datenschutzrechtlicher Sachverhalt ist. Ob dabei ein Name oder eine Anschrift verarbeitet wird, ist nebensächlich. 


Die DSGV richtet sich aber insbesondere an Unternehmen, die die Kerntätigkeit in der Verarbeitung von personenbezogenen Daten haben. Für Kleinstbetriebe gibt es Ausnahmen. Zu beachten ist, dass im Rahmen von Nebengesetzen datenschutzrechtliche „Sondervorschriften“ bestehen können. Diese sind speziell dann heranzuziehen, wenn die Speicherfristen von personenbezogenen Daten zu ermitteln sind.   


Welche 3 Tipps geben Sie verantwortlichen Personen zur Vorbereitung auf die neuen Regelungen?
1) Bestimmen Sie im Unternehmen eine Person, die für den Datenschutz verantwortlich ist, zum Beispiel einen Datenschutzbeauftragten.

2) Verwenden Sie nicht zu viel Zeit auf die Prüfung, ob etwaige Ausnahmen auf den jeweiligen Verantwortlichen zutreffen. Wir raten dazu, alle Datenanwendungen in einem Verzeichnis der  Verarbeitungstätigkeiten aufzunehmen, selbst wenn der europäische Gesetzgeber hier Ausnahmen vorsieht. Nur wer einen Überblick über seine Datenverarbeitungen hat, kann dem Gesetz Genüge tun. 

3) Führen Sie ein Datenschutzmanagementsystem ein, unter besonderer Berücksichtigung der Datenschutz-Folgenabschätzung und der damit verbundenen Risikoabschätzung. 


Datenschutzrechtlich kann am Ende des Tages aber nur der bestehen, der neben expliziten Regelungen (Datenschutz-Policies) das notwendige Bewusstsein bei seinen Mitarbeitern, zum Beispiel im Rahmen von Schulungen, geschaffen hat. 


Welche Folgen können Verstöße gegen die neuen Regelungen haben?
Wer die genannten Maßnahmen umgesetzt hat, muss sich nicht von dem maximalen Strafrahmen von 20 Millionen Euro fürchten, weil er seiner Rechenschaftspflicht nachgekommen ist.


Aus unserer Sicht ist jedoch die wichtigste Maßnahme, dass das zuständige Leitungsorgan frühzeitig mit der Umsetzung von Datenschutzprojekten beginnt, damit eine rechtmäßige Datenverwendung im Unternehmen gewährleistet ist. 


Danke für das Gespräch.

 

  • TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2017 - Aufzüge: Spielplätze der Überregulierung oder Notwendigkeit? (April 2017)

Die neuen Normen am TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2017. Eine Kooperation der TÜV AUSTRIA Akademie mit der Stadt Wien – Geschäftsgruppe Wohnen/Wohnbau und Stadterneuerung. 

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Kleinkinder, die sich die Hände in der Aufzugstür einklemmen, offene Schachttüren, obwohl sich der Fahrkorb in einem anderen Stockwerk befindet – solche Ereignisse sind es, die nach einer strengeren Gesetzgebung riefen. Betreiber befürchten jetzt eine Überregulierung – stimmt das? Die Experten am TÜV AUSTRIA Aufzugstag erklärten die neuen Normen zum Thema.

Österreichweit werden täglich mit über 100.000 Aufzugs-Anlagen Millionen von Personen befördert, Tendenz steigend. Aufzüge sind immer noch das sicherste Verkehrsmittel der Welt – damit das so bleibt, erhöhen jetzt neue Normen die Sicherheitsstandards.

 

Rund 300 Teilnehmer/innen am TÜV AUSTRIA Aufzugstag versammelten sich am 26.04. im Wiener Rathaus, um den Vorträgen zum Thema zuzuhören und selbst die eine oder andere Frage an die Experten zu richten – in zwei Diskussionsrunden wurde die Möglichkeit zum offenen Dialog angeboten.

Das sind die Neuen
Zwei neue Normen werden im September schlagend: Beim Inverkehrbringen von Aufzügen sind ab 01.09.2017 nur noch die Normen ÖNORM EN81-20 und ÖNORM EN81-50 gültig. Die Norm ÖNORM EN 81-20 bezieht sich auf die technische Ausführung eines Aufzuges. Die ÖNORM EN 81-50 regelt Konstruktionsregeln, Berechnungen und Prüfung von Aufzugskomponenten.Die neuen Normen sorgen auch für Verunsicherung bei Inverkehrbringern und Betreibern – sind sie wirklich nötig?

Was wirklich zählt
Der Schutz von Mensch und Maschine – das hat auch bei den neuen Normen Priorität. UCM-Systeme, also Schutzeinrichtungen gegen unbeabsichtigte Bewegungen des Fahrkorbes oder Schutzeinrichtungen an kraftbetätigten horizontal bewegten Schiebetüren – sie tragen dazu bei, Kinderhände zu schützen und schwere Verletzungen bis hin zu Todesfolgen zu verhindern. Unterstützt und ergänzt wird die ÖNORM EN 81-20 durch die 70er Reihe. Sie regelt unter anderem die Barrierefreiheit und deckt eine Reihe von Problemstellungen ab, mit denen körperlich eingeschränkte Personen konfrontiert sind. 

Die Konsequenzen
Zum großen Teil entsprechen die Komponenten bereits der neuen ÖNORM. Bauliche Aspekte wurden bislang aber noch nicht hinlänglich betrachtet. In Stahl-Glas-Schächten gibt es beispielsweise häufig Temperaturprobleme: Wenn ein Aufzug so angebracht wurde, dass die direkte Sonneneinstrahlung Temperaturen von über 70 Grad im Aufzug verursacht, sind gesundheitliche Folgen bei manchen Menschen zu befürchten. Und wenn Aufzüge nicht rechtzeitig vor der Übergangsfrist fertig werden und so gebaut wurden, dass die Schachtkopfhöhe nicht ausreicht und die Gefahr von Quetschungen von Prüf- und Wartungspersonal nicht ausgeschaltet wurde, dann ist der Umbau des gesamten Aufzuges nach der ÖNORM EN 81-20 erforderlich und erhebliche Mehrkosten zu befürchten.

Eine wichtige Anpassung
„Normen sind die Widerspiegelung der technischen Entwicklungen“, sagt Ing. Thomas Maldet vom TÜV AUSTRIA, Leiter des Geschäftsfeldes Infrastruktur & Transport. „Ein Nachziehen der Normenwelt an den Stand der Technik ist notwendig.“ Notwendig sind auch Betriebskontrollen, Wartung, Nachrüstung und eine unabhängige Sicherheitsprüfung. Nur so kann die Verantwortung der Aufzugs-Betreiber gewahrt werden und Benutzer vor Schaden bewahrt werden. Diese haben nämlich keinen Einfluss auf die Sicherheit eines Aufzuges, wenn sie ihn betreten. Sie müssen sich darauf verlassen, dass er sicher gebaut wurde, sicher gewartet, von einem fachkundigen unabhängigen Sachverständigen überprüft wurde und rundum sicher betrieben wird. 

 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2017: Präventivschlag gegen Feuergefahren (März (2017)

Der vorbeugende Brandschutz ist das Schwert der Feuerwehr. Wie die Experten Brandrisiken minimieren, erfuhren über 450 Teilnehmer/innen am Brandschutztag der TÜV AUSTRIA Akademie.

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Brandschutzbeauftragte bereiten den Weg, damit die Feuerwehr effizient arbeiten kann. Brandschutzbeauftragte verhindern aber auch, dass die Feuerwehr überhaupt ausrücken muss – im Unternehmen sind sie die Schwertspitze des vorbeugenden Brandschutzes. Brandgefahren lauern in Betrieben überall und manchmal dort, wo man sie am wenigsten vermutet: In Smartphones, Tablets, Gabelstaplern. Brandrisiken gehen aber auch von Menschen aus – vor allem, wenn sie nicht ausreichend geschult sind, so der Tenor am TÜV AUSTRIA Brandschutztag.

 

Wie verhindert man einen Brand? 

Beispielsweise durch organisatorische Maßnahmen: Koordinatoren sollten bestellt werden, die eingreifen, wenn Sicherheitsbestimmungen missachtet werden. Das ist beispielsweise für die Zusammenarbeit mit Fremdfirmen wichtig: In den letzten Jahren haben sich dort die Brandfälle gehäuft. Koordinatoren sollen Abhilfe schaffen und das Bewusstsein der Mitarbeiter/innen für Risiken schärfen. 

 

Auch bauliche Maßnahmen können Brände verhindern oder zumindest deren Ausbreitung. Wer im Unternehmen einen mit Lithium betriebenen Gabelstapler über Nacht in einem Einzelladeplatz auflädt, sollte sich dringend über Abstände Gedanken machen: Die Distanz zwischen Batterie und Ladegerät sollte einen Meter betragen, die Raumhöhe zwei Meter, der Abstand zu Steckdosen 0,5 Meter. Wand und Bodenmarkierungen, Feuerlöscheinrichtungen, Betriebsanweisungen, Brandabschottungen – nur mit strengen Auflagen und geschultem Personal  wie etwa einem Anlagenverantwortlichen für Batterieanlagen  können Unternehmen das Risiko minimieren und Leben und Güter schützen. 

 

Diese strengen Auflagen entspringen auch der österreichischen Gesetzgebung sowie Normen und Richtlinien. Beispielsweise der Richtlinie TRVB 124 F, die seit 1. März in Kraft getreten ist und unter anderem über die erforderliche Anzahl von Löschmitteln wie Feuerlöscher oder Wandhydranten Auskunft gibt. Die TRVB 123 S11 behandelt Brandmeldeanlagen, die TRVB 105 H kümmert sich um Feuerstätten mit festen Brennstoffen. Sie alle werden entweder überarbeitet, ergänzt oder neu definiert, um den vorbeugenden Brandschutz auch weiterhin sicher zu stellen.

 

Wie rettet man Menschenleben?

Wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch den zweiten Rettungsweg: Dieser kann in Form eines Sprungpolsters, eines Hubrettungsgerätes oder einer tragbaren Leiter aus dem Einsatzfahrzeug ebenfalls Leben retten. Doch auch hier gilt: Ohne Brandschutzbeauftragten, der im Vorfeld die Aufstellflächen für die Feuerwehr vorbereitet, kann die Feuerwehr ihre Möglichkeiten nicht vollends nützen.

Dann sind wiederum bauliche Maßnahmen gefragt, denn auch sie können Leben retten: Eine Notrutsche etwa oder ein in Bodennähe angebrachtes Leitsystem kann Menschen bei einer Verrauchung die Flucht ermöglichen. 

 

Wie verursacht man einen Brand?

Der Physiker Werner Gruber hält sich ebenfalls alle Fluchtwege offen. Vor allem, wenn er mit 3-Komponenten-Sprengstoff hantiert, eine brennende Zigarette in einen Benzinkanister versenkt oder Staubexplosionen auslöst – das alles vor einem staunenden Publikum, das nach einem informativen Tag der Brandursachenbekämpfung live miterlebte, was passiert, wenn Sauerstoff, Zündquelle und eine hohe Temperatur aufeinander treffen. Es war jedoch 

beruhigend zu wissen, dass zwar Normen oft nur für einzelne Bundesländer gelten, aber die Naturgesetze allumfassend sind. Wer ihnen vertraut, der kann auch am TÜV AUSTRIA Brandschutztag ohne ernsthafte Konsequenzen Stichflammen erzeugen.

 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Kälte Klima Fachtage 2017: Weg mit den alten Kältemitteln! (März 2017) 

Emissionsbegrenzung, Rückgewinnung, Zerstörung: So sieht die Zukunft der fluorierten Treibhausgase (F-Gase) aus. Was dies für die Kälte- und Klimabranche bedeutet, erfuhren rund 100 Teilnehmer/innen an zwei Expertentagen der TÜV AUSTRIA Akademie. 

Die neue F-Gase-Verordnung über fluorierte Treibhausgase ist ein Beitrag, um die Emissionen des Industriesektors bis zum Jahr 2030 um 70 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Sie ist seit Jänner 2015 Gesetz und in allen Mitgliedsländern anzuwenden. Zukünftig ist der Umstieg auf neue Kältemittel vorgesehen, die ein geringes GWP (Global Warming Potential) von 150 aufweisen. Zum Vergleich: Das bislang sehr häufig vorkommende Kältemittel R404A weist ein GWP von 3.940 auf. Auf den Kälte Klima Fachtagen wurde der Umstieg von allen Seiten betrachtet – die Aufbruchsstimmung war spürbar.

 

Wen es betrifft

Die bereits stattfindende, schrittweise Reduktion der F-Gase betrifft viele Branchen: Die Automobil-Industrie, den Lebensmitteleinzelhandel, die Pharmazie, sogar Transportkühlung – alle, die Kälte- und Klimageräte gewerblich nutzen, sollten so bald wie möglich andere Kältemittel verwenden. Es wurde zwar ein Quotensystem geschaffen, um in der Umstellungsphase Herstellern und Importeuren noch einen gewissen Spielraum zu gewährleisten, aber die Expert/innen warnten auf den Kälte Klima Fachtagen davor, sich allzu sehr darauf zu verlassen – befürchtet wurde ein Preisanstieg der F-Gase und eine kurzfristige Verknappung am Markt. Auch illegale Einfuhren wären nicht ausgeschlossen.

 

Die Alternativen

Eine neue Kälteanlage mit dem Kältemittel R404A zu installieren, ist keinesfalls empfehlenswert. Alternativen sind beispielsweise natürliche Kältemittel wie Ammoniak, Propan, Propylen oder Isobutan, aber auch synthetische Kältemittel mit geringem GWP. Auch Wasser eignet sich hervorragend als Wärmeträger.

Alle zukünftigen Kältemittel sind jedoch mit Herausforderungen verbunden. Wasser zum Beispiel hat einen sehr geringen Gefrierpunkt - Mischungen mit Mitteln, die den Gefrierpunkt senken, sind unumgänglich, des Weiteren die Beisetzung von Inhibitoren um Korrosion, Volumenzunahme und Ähnliches zu verhindern.

 

Propan und Propylen sind brennbar, der Umgang damit muss geschult werden, um Unfälle aus Fahrlässigkeit zu vermeiden. Ammoniak könnte zudem auch der Seveso III Richtlinie unterliegen, wenn eine gewisse Mengenschwelle überschritten wird – ein Unternehmen, das dieser Richtlinie unterliegt, müsste Flächennutzungseinschränkungen in Kauf nehmen, aber auch Dokumentations- und Meldepflichten. 


Was nun, was tun?

Nicht nur das Kältemittel an sich ist in Zukunft entscheidend, um die Umweltauflagen zu erfüllen – die Füllmenge ist es ebenso wie die gesamte Kälteanlageneffizienz. Unternehmen sollten rechtzeitig einen genauen Fahrplan erstellen, um Anlagen effizienter zu gestalten und mittels Lastbilanzen die Kosten zu reduzieren. Obacht auch beim Aufstellungsort – hier könnten Ausnahmegenehmigungen einzuholen sein, wenn die Kälteanlage im Keller steht und mit einem brennbaren Kältemittel mit einer größeren Füllmenge befüllt ist.  

 

Apropos Berechnung: Einen Tag vor den Kälte Klima Fachtagen wurde die gesamte ÖNORM in vier Teilen in deutscher Sprache veröffentlicht. Besonders zu beachten sind die erweiterten Kältemitteltabellen und die unterschiedlichen Aufstellungsberechnungen.

 

Die guten Nachrichten

Umweltförderungen helfen dabei, etwaige Mehrkosten zu reduzieren. Jedenfalls dann, wenn die Voraussetzungen erfüllt und der Antrag richtig gestellt wird – und zwar vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung von Leistungen mit Ausnahme von Planungsleistungen. Gefördert werden die Klimatisierung von betrieblich genutzten Gebäuden und die Bereitstellung von Prozesskälte. Aber auch hier gilt: Das GWP der Kältemittel darf 150/1500 nicht überschreiten und die Energieeffizienz der Kälteanlage ist nachzuweisen. 

 

Wer den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht, der hat die Chance, auf Kältecontracting umzusteigen und so die Energieplanung auszulagern. Fremdfirmen übernehmen dann Konzeption, Planung und Bau der Anlage, kümmern sich um Fördermittel, den ordentlichen Betrieb und die Instandhaltung. Vor allem die Immobilienbranche, aber auch Krankenhäuser und Industriebetriebe sind Hauptkunden des Kältecontractings. 

 

Experimente mit Bumms

Gesetze, Normen, Genehmigungen – zwei Tage lang wurden auf den Kälte Klima Fachtagen die Änderungen durch die neue F-Gase-Verordnung besprochen. Den fulminanten Schlusspunkt bildete ein Auftritt von Werner Gruber. Der Physiker der Nation kennt sich mit Genehmigungen aus: Für seine manchmal gefährlich wirkenden Experimente muss auch er mit den Behörden eng zusammenarbeiten. Dass diesen der Schweiß der Schweiß auf der Stirn steht, wurde deutlich, als Gruber Kälte und Hitze auf den Expertentagen gegeneinander antreten ließ. Er versenkte eine brennende Zigarette in einem Benzinkanister und schoss flüssigen Stickstoff mit einer Kanone durch die Gegend. Seine Genehmigungen bekommt er jedoch immer – er kann anhand der Naturgesetze lückenlos belegen, dass seine Experimente ungefährlich sind.

 

FAZIT: Yes, we can!

Die Expert/innen auf den Kälte Klima Fachtagen waren sich einig: Der Anfang ist gemacht. Die neue F-Gase-Verordnung wird bereits umgesetzt. Aber dennoch: Mit links sind die Umweltvorgaben sicher nicht zu erreichen. Unternehmen können sich nicht auf Lorbeeren ausruhen – bis 2030 ist es noch ein langer Weg! 

Wir bedanken uns bei den Teilnehmer/innen und den Referent/innen für zwei hochinteressante Tage, für spannendes Netzwerken und Diskussionen rund um’s Thema. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

 

  • Seminaranbieterranking Industriemagazin: Dank unserer Kunden Nummer 1! (Februar 2017) 

In einer Studie des Industriemagazins wurden die größten Seminaranbieter in Österreich unter die Lupe genommen. Die TÜV AUSTRIA Akademie belegt erneut einen ersten Platz in der Kategorie 'Produktion & Fertigung'.

Ein gutes Image und persönliche Erfahrungen sind verantwortlich für die Top-Platzierung der TÜV AUSTRIA Akademie. Das Industriemagazin wählte rund 100 Seminaranbieter aus, die es aufgrund des Programmumfangs und der Bekanntheit ins Ranking schafften - die befragten Führungskräfte und Mitarbeiter/innen aus unterschiedlichen Branchen unterteilten die Seminaranbieter in Kategorien. Die TÜV AUSTRIA Akademie wurde dabei in der Kategorie 'Produktion & Fertigung' erneut auf Platz 1 gewählt.

Ein breiteres Gesamtbild
Gegenüber den Vorjahren gab es in der Studie eine methodische Änderung: Die Grundgesamtheit wurde vergrößert. Wurden bisher ausschließlich Führungskräfte befragt, so erging die Einladung zur Studienteilnahme diesmal generell an berufstätige Österreicher aus verschiedenen Branchen. Am Ergebnis änderte sich aber laut Industriemagazin nichts: 'Auch 2017 ist die TÜV AUSTRIA Akademie trotz veränderter Methodik unschlagbar!'

'Über dieses Ergebnis freuen wir uns gemeinsam mit allen unseren Referentinnen und Referenten, Partnern und Mitarbeitenden', sagt Geschäftsführer Christian Bayer, 'Vielen Dank an unsere Kunden -  um Ihr Vertrauen und Ihre Zufriedenheit werden wir uns immer neu bemühen!'

Das Engagement, mit welchem den Seminarteilnehmer/innen begegnet wird, setzt die TÜV AUSTRIA Akademie auch bei der Organisation von Expertentagen ein. Die beliebten Plattformen für Informations- und Erfahrungsaustausch bieten auch heuer wieder Möglichkeit zum Netzwerken.

Girls Day in der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel (Dezember 2016)

 

Was haben Zahnbürste und Plastikspielzeug mit Erdöl zu tun? Wie kommt das „Schwarze Gold“ in den Boden und wie holt man es an die Oberfläche? Ist Erdöl gefährlich? Auf diese und viele weitere Fragen hatte Roland Sperk von der OMV die Antworten im Gepäck.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

 

Er begab sich mit den Schülerinnen der Mittelschulen aus dem Bezirk Gänserndorf auf die Spuren der Erdölgewinnung im Weinviertel. Die Kinder arbeiteten interessiert mit. Bei der Führung durch die Lehrwerkstätten der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel konnten die Mädchen Eindrücke über die diversen Tätigkeiten sammeln.

Dazu gehörten das Elektrolabor (Aufbau von diversen Schaltungen), die Industrielandschaft, sowie das Chemielabor in denen sie von Ausbildern und Lehrlingen in den verschiedenen Bereichen Informationen bekamen, und sich auch selbst am Flanschmodell in der Industrielandschaft betätigen konnten. Besprochen wurde auch die Lehrlingsausbildung der OMV, die eine interessante Perspektive der Berufswahl darstellt. Die Kinder zeigten großes Interesse am Workshop und konnten viele neue Erkenntnisse aus dem Vormittag mitnehmen.

 

Gemeinsam kämpfen und siegen - Ein Tag bei SK Rapid Wien (November 2016)

Hütteldorf ist nicht nur ein Wiener Bezirk, für viele ist Hütteldorf ein Lebenselixier und wöchentliche Pilgerstätte zugleich; in Hütteldorf steht das neue Stadion des Wiener Traditionsclubs SK Rapid. Wer die heiligen Hallen betritt, wird von Ehrfurcht gepackt: Grün-weißer Fußball überall und TÜV AUSTRIA mittendrin.

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Es ist Samstag und draußen ist es kalt. Das neue Rapid-Museum, genannt Rapideum, ist hingegen wohltemperiert und verströmt mit seiner dezenten Architektur einen edlen Charme, der zum Rest des Gebäudes passt – der Neuwagengeruch ist unverkennbar. Wir sind für eine exklusive Führung gekommen, die uns einmal quer durch das neue Stadion führen wird.

 

Steffen Hofmann Fußballgott

Die Führung durchs Rapideum ist detailreich und lässt den Rapid-Geist vor dem inneren Auge auferstehen: Titel, Fußballstars, die Bedeutung der Rapid-Viertelstunde: Nuanciert werden uns Siege und Niederlagen des Klubs dargelegt, Mannschafts-Trikots und Medaillen präsentiert und historische Meilensteine mit Anekdoten versetzt. 

 

Steffen Hofmann beispielsweise: Er hat sich die Namen seiner Töchter samt Geburtsjahr auf seine Fußballschuhe gravieren lassen. 2005 und 2008 steht da zu lesen, in beiden Jahren gewann Rapid den Meistertitel. Die Hoffnung der Fans war, dass sich die Serie beim dritten Kind fortsetzt, aber als sein Sohn geboren wurde, hielt dieser anscheinend nichts von Traditionen.

 

Grün-weiß meets Rot

Die Führung endet nicht im Rapideum. Wir ziehen weiter durch das Allianz-Stadion, das im Juli 2016 eröffnet wurde und werfen einen Blick hinter die Kulissen: Hier werden die Pressekonferenzen abgehalten, dort entspannen sich die Spieler vor dem großen Auftritt, da residieren die Ehrengäste in grünen Ledersitzen oder beobachten das Spiel von der Rapid-Loge aus. Der Klub hat aber auch in Sachen Familie aufgerüstet: TÜV AUSTRIA übernahm die Patronanz für den Kids Corner, der die Kleinsten betreut, während die Großen auf der Tribüne beim Spiel mitfiebern. Für die Spielsaisonen bis 2019 haben TÜV AUSTRIA und SK Rapid eine Kooperation begründet – nicht nur die Spielstätten für die Kleinen entsprechen dem Stand der Technik, auch die Aufzüge im Allianz-Stadion sind TÜV-geprüft.

 

Der Blick zum Tellerrand

Wir gehen hinaus, werden aber gewarnt: Wer einen Fuß über die Linie auf das Feld setzt, fliegt raus. Der heilige Rasen ist bereits für das Spiel am nächsten Tag vorbereitet, die zahlreichen Fußballtouristen müssen Abstand halten und platzieren sich strategisch auf die Trainersitze am Spielfeldrand. Dennoch: Rapid verlor gegen Sturm Graz, der sehnsüchtig erwartete Titel rückt damit erneut in weite Ferne. Im Rapideum bleibt weiterhin ein kreisrundes Loch für den Meisterteller. Dieses zu füllen, ist seit 2008 der unerfüllte Auftrag. An der Wand bei den Spielerkabinen wird aber folgendermaßen beruhigt: ‚Heute Kämpfer, morgen Gewinner. Schmerz vergeht, Stolz bleibt für immer!‘

 

  • Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten 2016 (November 2016)

Ressourcen wieder verwenden statt verschwenden - die Nachlese zum Expertentag im Rathaus. 

20 Hektar Land werden hierzulande pro Tag verbaut, damit belegt Österreich den europäischen Spitzenplatz. Tarek Leitner widmete sich am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten eindringlich dem Thema Landverbauung. Re-Use, Recycling und rechtliche Grundlagen standen ebenfalls im Fokus des Öko-Events, der von der TÜV AUSTRIA Akademie und der MA 22 – Wiener Umweltschutzabteilung veranstaltet wurde.

Am 17. November 2016 fand der 14. Tag der Umwelt- & Abfallbeauftragten im Wiener Rathaus statt. Der Expertentag bot unter anderem einen Überblick über aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen für 270 betriebliche Abfall- & Umweltbeauftragte, die sich wertvolle Praxistipps für ihr Unternehmen holten. Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren Ressourcenmanagement und Baustoff-Recycling.

Folgende Referent/innen trugen unter anderen dazu bei, den Besucher/innen diese beiden Themen näher zu bringen: Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter (Leiterin Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22), Mag.a Dr.in Martina Ableidinger (Leiterin Abfallvermeidung & Außenbeziehungen MA 48 – Abfallwirtschaft), Ing. Andreas Schnitzer, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Gerhard Eichinger (TÜV AUSTRIA Cert), Dipl.-Ing. in Judith Oliva (Umweltbundesamt), Ing. Mag. Martin Scheibengraf, (Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22)

Wir verlieren an Boden
In Österreich werden pro Tag 30 Fußballfelder verbaut, auf einen Einwohner kommen 1,8 m² Einzelhandelsverkaufsfläche, grenzenloses Bauen aufgrund der technischen Möglichkeiten führt nach und nach zur Zersiedelung. Moderator und Buchautor Mag. Tarek Leitner warf die Frage auf, ob die auf Bauplänen durchschnittlich verzeichneten 300m² Bruttonutzfläche für ein Haus wirklich sinnvoll sind. Er appellierte an die Zuhörer, sich die Aussicht auf Wohlbefinden nicht zu verbauen und die Lebensqualität wieder in den Vordergrund zu stellen. Schließlich werde viel Ungemach durch eine schöne Umgebung abgefedert. 

Restlos glücklich
Ressourcen wieder verwenden, statt verschwenden – angesichts der erdrückenden Zahlen sind energieeffiziente Betriebe die Gewinner von morgen, denn sie sind es, die in der ökologischen Verpflichtung den ökonomischen Vorteil erkennen. Ein Beispiel für die Weiterverwendung von gebrauchten Gegenständen ist der Altwarenmarkt 48er Tandler, der den Besucher/innen die Upcycling-Idee im Wohlfühlambiente näherbringt, um auch ein Zielpublikum zu erreichen, das eigentlich keine Altwaren kauft.  Aber auch alles, was in Beton gegossen oder in Stein gemeißelt wird, sollte nicht für die Ewigkeit bleiben, sondern wieder abgebaut werden. Wie Unternehmen mit Baurestmassen noch Gewinn erzielen können, erklärte Katrin Lepuschitz, MSc in ihrem Vortrag. Die rechtliche Grundlage dazu liefert die Recycling-Baustoff VO, die seit 1.1.2016 in Kraft trat und seit 27.10. bereits wieder novelliert ist. Sie regelt Baumaßnahmen und Umgang mit Abfällen auf Baustellen und verpflichtet Bauherren unter gewissen Kriterien auch zum Rückbau.

Die Umwelt im Paragraphen
Eine Reihe von Verordnungen, Normen und Gesetzen regeln den betrieblichen Umweltschutz in Österreich. In vorderster Front steht die ISO 14001:2015, Diese Norm hat letztes Jahr eine Revision erfahren und beschäftigt sich unter anderem mit der Leistungsbewertung durch die Erfassung umweltrelevanter Kennzahlen. Dabei behält die Norm auch den gesamten  Lebenszyklus eines Produktes im Auge. Mit einem Teil dieses Lebenszyklus befasst sich die Verpackungsverordnung 2014, die unter anderem Abpacker, Importeure oder Hersteller betrifft und je nach Abgrenzung zur Haushaltsverpackung unterschiedliche Verpflichtungen des Unternehmens nach sich zieht. Wer Gefahrstoffe lagern, eine Abfallsammelstelle errichten oder eine Recyclinganlage errichten will, unterliegt außerdem noch dem Gewerbeverfahren, das in Form eines Konzeptes bei der Behörde eingereicht werden muss.

Am runden Tisch
Wie diese Verordnungen, Normen und Gesetze in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können, klärten am Nachmittag des Expertentages Diskussionsrunden zu den Themen ‚Integration von Managementsystemen‘, ‚Nachhaltiges Bauen & Entsorgen‘, ‚Gewerbeverfahren‘, ‚Beauftragte im Unternehmen‘ und ‚Abfallvermeidung‘. Zahlreiche Tipps für das eigene Unternehmen wurden dabei ebenso ausgetauscht wie Visitenkarten.

Fazit des Expertentages: Der Boden ist eine wichtige Ressource. Häuser sind wichtige Rohstofflieferanten. Der Umweltschutz sollte wieder mehr in den Fokus von uns allen rücken, um nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher zu haushalten. Die wichtigste Ressource ist aber die Zeit – wer sie auf dem Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten verbracht hat, kann ökologische Rucksäcke im Unternehmen vermeiden und (energie-)effizienter arbeiten.

 

 

  • TÜV AUSTRIA Anlagensymposium 2016 - der frühe Vogel sichert die Anlage (November 2016)

„Sicher ist, dass nichts sicher ist und das ist nicht sicher,“ formulierte es Joachim Ringelnatz treffend. Umgelegt auf die Anlagensicherheit heißt das: Ein Nullrisiko ist kaum möglich, ein Restrisiko bleibt immer. 


Wenn Sie aber bereits in der Planung alles richtig machen, stehen die Chancen gut, später den Änderungsaufwand gering zu halten. Die TÜV AUSTRIA Akademie lud zu diesem spannenden Thema die Expert/innen ins Schloss Seggau.


Sicherheit ohne Stützräder
In der Anlagensicherheit hat die Risikominimierung Priorität, aber auch die Reihenfolge, in der diese Risikominimierung erfolgen soll. Zuerst sollten Sie das ‚Inherently Safe Design‘ (ISD) beachten, also die Integration der Sicherheit in Konstruktion und Bau der Anlage. Was im Design nicht lösbar ist, sollte durch notwendige (technische) Schutzmaßnahmen stabilisiert werden. Diese Schutzmaßnahmen werden in aktive und passive  Schutzmaßnahmen unterteilt. Aktive Schutzeinrichtungen können wieder in mechanische (z.B. Sicherheitsventil) und Prozessleittechnische Schutzfunktionen (z.B. Temperatur Hoch Abschaltung einer Heizung) eingeteilt werden. Zum Schluss sollten Sie die Benutzer/innen und Mitarbeiter/innen vom Restrisiko in Kenntnis setzen, durch Schulung oder eine Betriebsanleitung. Allgemein gilt: Je früher im Lebenszyklus einer Anlage Mängel erkannt werden, desto besser. Nachträgliche ‚Stützräder‘ können viel Zeit und Geld kosten. 

Testen, prüfen, kontrollieren
Tests in der Entwicklung, aber auch im Betrieb sind unerlässlich, um konstruktive Maßnahmen hinsichtlich der Anlagensicherheit zu setzen. Diese Funktionstests werden auch in der Druckgeräteüberwachungsverordnung gefordert und sollten beispielsweise bei Sicherheitsventilen vor Ort durchgeführt werden. Betriebsanlagen prüfen Sie aber nicht nur selbst, sie werden auch von der Behörde geprüft. Zu den wesentlichen Punkten der Abnahmeprüfung einer Anlage gehören aber nicht nur die Überprüfung der eingesetzten Komponenten, sondern auch die Einbindung von äußerem und inneren Blitzschutz oder das Know-how des Prüferkreises. Bei einer Inspektion wird Einsicht in die Protokolle verlangt, der Prüferkreis durchleuchtet und der Umgang mit Mängeln erhoben. Eine widerkehrende Prüfung findet in der Praxis einmal jährlich statt. Ist eine solch strenge Prüffrist überhaupt sinnvoll? Ja, denn systematische Fehler werden gerade durch Wiederholungsprüfungen aufgedeckt, das Prüfintervall von einem Jahr ist absolut notwendig – man sollte sowieso regelmäßig hinschauen.

No risk?
Die komplette Ausschaltung des Risikos wird zwar gesetzlich gefordert, ist aber in der Praxis kaum zu schaffen. Ein Restrisiko ist jedoch in der Gewerbeordnung nicht vorgesehen. Die Diskrepanz zwischen dem geforderten 0-Risiko und den normativen Vorgaben, das Restrisiko einzubeziehen, wird meistens mit einer Zahl umschifft: 10 hoch Minus 6, was so viel heißt wie,  die Chancen stehen 1 zu einer Million. Probabilistische Aussagen wie diese findet man beispielsweise in der Anlagensicherheit, wenn das Risiko per LOPA berechnet wird oder im Maschinenschutz in manch einer RAPEX-Tabelle. Den Restrisikowert eines Menschenlebens zu beziffern, ist aus ethischer, behördlicher und juristischer Sicht jedoch heikel, daher erfolgt die Angabe des Restrisikos meistens mit qualitativen Methoden, wie dem Risikographen. 

Gesetzlich untermauert
An den gesamten Lebenszyklus einer Anlage sind jede Menge Gesetze geknüpft. Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU verankert unter anderem die Pflichten des Herstellers, der die Betriebsanleitung erstellen muss und Stichproben entnehmen sowie Prüfungen durchführen muss. Wer ein Hersteller ist, das regelt unter anderem die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Aufpassen sollten Sie bei unvollständigen Maschinen, die Sie in Ihrem Unternehmen zu einem vollständigen Ganzen zusammenfügen: Dann sind Sie der Gesamthersteller, der laut Maschinenrichtlinie dazu verpflichtet ist, die Risikobeurteilung zu machen. Von den beiden Standards der Maschinensicherheit, der  IEC 62061 oder der ISO 13849 könnten Sie ebenfalls betroffen sein, in beiden ist das ISD enthalten. Und spätestens ab 2018 wird die Datenschutzverordnung interessant, welche die DSG 2000 ablösen wird und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz strenger ahndet.

Es menschelt
Trotz strenger Verordnungen, perfekt umgesetzten Design und trotz aller Sicherheitsmaßnahmen: Die besten Voraussetzungen nützen nichts, wenn der Faktor Mensch nicht beachtet wird. Risiken werden oftmals ignoriert, weil Arbeitnehmer/innen Maßnahmen nicht umsetzen können, nicht wollen oder nicht dürfen. Die Risikowahrnehmung ist dabei oft zu niedrig und wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, wie Unmittelbarkeit, Beobachtbarkeit oder falsch verstandener Wahrscheinlichkeiten. Wir hören nur das, was wir hören wollen, um uns in einer unsicheren Welt orientieren zu können und pressen die Information in ein vorhandenes Glaubenssystem.

Risiken sind manchmal nur durch organisatorische Maßnahmen ausschaltbar, durch Schulung oder Bewusstmachung einer Gefahr. Darauf zu achten haben laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz die Arbeitgeber/innen, die nicht nur Gefährdungen beurteilen und Maßnahmen festlegen, sondern auch Arbeitnehmer/innen über Gefährdungen informieren und unterweisen sollen. Eine Unter-Reaktion sollte so vermieden werden und das Gefühl für die Bedrohung den Ausschlag geben, um zu handeln. 

Summa summarum:
Zusammenfassend können folgende Tipps hilfreich sein: Behalten Sie die Gesamtkosten im Auge, nicht nur die Errichtungskosten. Sehen Sie die Summe der Gefahren, nicht nur Einzelgefahren. Wer ein Risiko minimiert, sollte darauf achten, dass sich dadurch nicht ein neues Risiko ergibt. Und: Die Fehler einzelner Sicherheitsteile dürfen nie die Gesamtsicherheit gefährden. Aus Fehlern der anderen zu lernen, ist schmerzlos: Anlagenverantwortliche sollten daher verschiedene Infoquellen, wie die zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle (ZEMA) nutzen, um das eigene Unternehmen zu schützen.

Danke an alle!
Wir danken allen Teilnehmer/innen für den Besuch im Schloss Seggau und allen Referent/innen für ihre Expertise zu dem Thema. Vorgetragen haben Dr Friedrich Fröschl, VTU Engineering GmbH, DI Jens Dieter Clausen, Vestas Österreich GmbH, DI Dr. Angelika Zartl-Klik, OMV Austria Exploration & Produktion GmbH, DI Alfred Moser, Magistrat der Landeshauptstadt Linz, DI (FH) Werner Krämer, Siemens AG, DI Dr. Michael Struckl, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Dr. Theresa Stickerl, Umweltbundesamt GmbH. Vom TÜV AUSTRIA waren folgende Referenten vertreten: DI Dr. Martin Doktor, DI Georg Trezesniowski, DI Karl Findenig, DI Harald Montenegro, MSc, Ing. Hellfried Matzik, DI Gerhard Höltmann, DI Christian Braun, Ing. Christian Hörist. Schön, dass Sie da waren, wir sehen uns in zwei Jahren wieder zum TÜV AUSTRIA Symposium für Anlagensicherheit 2018!

 

  • TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016: Ein Jahr nach der ISO 9001:2015 – Von Veränderungen und Chancen - Die TÜV AUSTRIA Akademie reflektiert (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Einige Unternehmen haben bereits vorzeitig auf die ISO 9001:2015 umgestellt. Die gesammelten Erfahrungen teilten die Expert/innen am TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016 mit Gleichgesinnten.

Im Parkhotel Schönbrunn wurde am 20.10.2016 ausgiebig über die Highlight-Themen Verantwortung der Führung, Risiko- und Veränderungsmanagement diskutiert. Die 210 Teilnehmer/innen stimmten heuer außerdem zum ersten Mal via Voting über aktuelle Fragestellungen rund um die ISO 9001:2015 ab und forcierten so den Austausch untereinander.

Die neuen Normen und ihre Herausforderungen

Mit der Darstellung der wesentlichen Neuerungen der aktualisierten Normen machte Ing. Mag. (FH) Hermann Zeilinger, Lead-Auditor von TÜV AUSTRIA Cert, den Anfang der diesjährigen Vortragsreihe. Die Generation der „High-Level-Structure-Normen“ garantiert einen höheren Freiheitsgrad für Unternehmen, wodurch eben diese besser auf die Anforderungen von Industrie und Wirtschaft 4.0 eingehen können. Der Experte empfiehlt, die wiedergewonnene Flexibilität zu nutzen, um den Herausforderungen zu trotzen und das Managementsystem als Stütze des Unternehmens zu etablieren.

Von Kennzahlen und Zielen
Aus Sicht des Qualitätsmanagements berichtete Tibor Kiss, MBA von KABA GmbH von der bereits erfolgten Umstellung auf die ISO 9001:2015. Die Revision bietet die Möglichkeit zum Neuaufbau und zur Weiterentwicklung des bestehenden Qualitätsmanagementsystems. Wichtig sei vor allem, so der Qualitätsmanager, früh genug mit der Umstellung zu beginnen. Ein weiteres Muss ist die Unterstützung der Geschäftsführung sowie die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und Zielen, die regelmäßig zu kommunizieren sind. Entscheidend ist: keine Prozesse ohne Kennzahlen und Ziele, keine Kennzahlen ohne Verantwortlichkeiten und der Fokus auf Nachhaltigkeit. Denn Fehler sind erlaubt, Wiederholfehler sind zu vermeiden. Der Praktiker weiß zu berichten: Kommunikation ist, wie in jeder Beziehung, das A und O.

Leadership & Gestaltungsfreiraum
Beim Thema Kommunikation sind sich auch die Entscheidungsträger der diesjährigen Podiumsdiskussion einig: Die Leader favorisieren eine Intensivierung der Kommunikation zu ihren Mitarbeiter/innen sowie zu den Kund/innen und betonen gleichzeitig die Wichtigkeit der zielgruppenadäquaten Kommunikation. Schließlich soll der Inhalt auch ankommen. Es diskutierten: Ing. Manfred Gloser, Senior Vice President Quality von Voith Paper GmbH, Dir. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Haas, Vorstandsvorsitzender des TÜV AUSTRIA sowie Mag. Martin Steiner, Berater und Coach aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. 
Außerdem müsse die Qualität in die strategische Ausrichtung des Unternehmens einfließen und von der obersten Ebene vorgelebt werden. Die Führungskräfte sehen jede/n einzelne/n Mitarbeiter/in als Botschafter/in des Qualitätsmanagements und sind sich bewusst, dass sie Ihren Qualitätsmanager/innen Freiraum und Ermächtigungen geben müssen, um das Qualitätsmanagementsystem flächendeckend zu integrieren.

Neue Wege: Mit begeisterten Mitarbeiter/innen?

Mag. Evelyn Summhammer weiß, dass wahres Veränderungswissen im Unternehmen liegt – und zwar bei  den Mitarbeiter/innen. Es gilt, das Wissen durch sinnstiftende Kommunikation und wertfreie Begegnung an die Oberfläche zu holen, um die Potentiale der Mitarbeiter/innen zu nützen. Begeisterte Mitarbeiter/innen werden Veränderungen vorantreiben und Risiken wie auch Chancen aufzeigen.

Nicht zu vergessen: Risiken & Chancen

Das Risikomanagement bildet einen wichtigen Eckpfeiler der ISO 9001:2015. Die Wichtigkeit von Risiken und Chancen sind Unternehmen durchaus bewusst. Bei der Auditprogrammplanung werden diese bei 53% der Unternehmen allerdings lt. Live-Voting noch nicht im Detail berücksichtigt.
Die effiziente Steuerung von Risiken und Chancen beleuchtete Ing. Alexander Ladich von TÜV AUSTRIA Holding. Der Qualitäts- und Risikomanager verwies auf eine intensive Analyse von internen wie auch externen Parametern, gefolgt von der Auswahl des passenden Tools für das jeweilige Unternehmen. Ein umfassendes Risikomanagementsystem ist für Unternehmen nicht zwingend erforderlich, um einen geeigneten Umgang mit Risiken und Chancen zu etablieren. Entscheidend ist es, interne Audits und „alte Bekannte“ zu nützen, um Synergien zu schaffen. Denn vieles ist bereits in Unternehmen etabliert, es gilt dieses nur in anderen Bereichen auch einzusetzen.

Neue Zertifizierungen: im internationalen Umfeld?
Eine Chance zur reibungslosen Zertifizierung von internationalen Unternehmen bietet die Matrix-Zertifizierung. Dipl.-Phys. Joachim Grosch von CompuGroup Medical SE berichtete von der Einführung im Unternehmen und schwört ebenfalls auf die Miteinbeziehung der Mitarbeiter/innen. Die Vorteile der Matrix-Zertifizierung sieht der Experte vor allem in der Zeit- und Kostenersparnis sowie in der effizienten Abwicklung von Audits. Die Voraussetzungen dazu hat Herr Dipl.-Phys. Grosch mit einheitlichen Prozessen, standardisierten Tools und der Einführung von klaren Strukturen im Betrieb geschaffen. Seine Mitarbeiter/innen sind lediglich einem disziplinarischen Vorgesetzten unterstellt und haben erfolgreich Paralleluniversen bei der Dokumentation vermieden.

Nutzen Sie das Fenster der Gelegenheiten

Die vierte industrielle Revolution und somit das Konzept der Wirtschaft 4.0 stellte Hannes Krösbacher von QPI Qualitäts-, Prozess-, Innovationsmanagement vor. Im sogenannten „Internet der Dinge“ kommunizieren Produkte untereinander. Durch die Vernetzung entstehen Daten in einem zuvor noch nie dagewesenen Ausmaß. Außerdem bricht das System etablierte Wertschöpfungsketten auf und löst einen komplexen Wandlungsprozess aus. Der zukunftsorientierte Geschäftsführer empfiehlt, das „Window of Opportunity“ zu nützen, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren und mit den entstehenden Innovationen die riesigen Chancen und Wachstumspotentiale der Wirtschaft 4.0 zu ergreifen. Qualitätsmanager/innen schätzen die wirtschaftliche Bedeutung lt. Live-Voting für Unternehmen jedenfalls als Hoch ein.

Fazit: Die Welt dreht sich, Wandel passiert – ob geplant oder nicht. Es gilt einen Buchstaben auszutauschen und die ChanGes zu ChanCes zu machen.

 

 

  • TÜV AUSTRIA HELLAS: Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIEUnternehmensvertreter, Personalabteilungen und Verantwortliche aus den Ausbildungsabteilungen besuchten im Oktober den sehr interessanten Event ‚Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung‘ von TÜV AUSTRIA HELLAS. Ziel der Veranstaltung war es, auf den Mehrwert aufmerksam zu machen, den Weiterbildung für moderne Unternehmen bringt. Ebenfalls im Scheinwerferlicht stand der Beitrag von Aus- und Weiterbildung zur Geschäftsentwicklung jedes Unternehmens und der griechischen Wirtschaft im Allgemeinen.


Unter den Ehrengästen befand sich auch die österreichische Botschafterin Mrs. Andrea Ikic-Boehm, die in ihrer Eröffnungsrede hervorhob: ‚Wir streben eine für beide Seiten nutzbringende Kooperation zwischen österreichischen und griechischen Unternehmen an. Der Schlüsselfaktor zum Erfolg ist es, einen hohen Qualitätslevel zu erreichen, mithilfe gemeinsamer Beteiligung am Programm ‚Lebenslanges Lernen‘. 
Ebenfalls anwesend waren Repräsentanten des Ministeriums für Bildung sowie des Außenministeriums und des Ministeriums für internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Mr. Ioannis Kallias, Geschäftsführer von TÜV AUSTRIA Hellas, merkte an: ‘Lebenslanges Lernen ist international ein anerkanntes Werkzeug zur Geschäftsentwicklung und sollte auch in Griechenland anerkannt und benutzt werden, um die Wirtschaft im Land zu fördern.’ Mr. Ioannis Gkotsis, Leiter der TÜV AUSTRIA Akademie in Griechenland, präsentierte in seinem Vortrag sowohl moderne Methoden, Trends und Werkzeuge, als auch die neue Struktur und das aktualisierte Kursprogramm der Akademie. ‚Ausbildung sollte von jedem Unternehmen als wichtige Investition in Humanressourcen gesehen werden‘, sagt er. Mag. (FH) Christian Bayer, Geschäftsführer der TÜV AUSTRIA Akademie und Thomas Rochowansky, MBA,  Leiter des Geschäftsfeldes Lerndienstleistungen, wiesen auf internationale Trends hin und beschrieben das erfolgreiche Bildungsmodell in der österreichischen TÜV AUSTRIA Akademie.


Erwähnenswerte Referenten aus dem akademischen und wirtschaftlichen Umfeld hielten ebenfalls auf der Veranstaltung Vorträge ab. Kyriakos Kyriakopoulos, Stellvertretender Dekan der ALBA Graduate Business School, sah Lebenslanges Lernen als persönliche Chance zur Weiterentwicklung und als Möglichkeit für Unternehmen, um flexibel zu bleiben. Harris Constantinides, Leiter der Abteilungen Permanent Placement & Career Transition bei Adecco, veranschaulichte in seiner Präsentation die Nachfrage des Marktes nach ausgebildeten und ständig auf dem aktuellsten Stand gehaltenen Mitarbeiter/innen. Zum Schluss analysierte George Georgalas, HR-Manager bei Aluminium Greece, wie man lebenslange Bildungsmaßnahmen anwendet, um Mitarbeiter/innen und Unternehmen gleichermaßen zu fördern.


Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit ‚Advantage Austria‘ abgehalten, der Handelsabteilung der österreichischen Botschaft, die verantwortlich ist für kontinuierliche Handelsbeziehungen von Unternehmen mit österreichischen Wurzeln und Aktivitäten in Griechenland. 

Am Ende der Veranstaltung bekamen die Teilnehmer/innen des Events noch eine ‚ Special Olympics Hellas Support Bag‘ geschenkt, eine symbolische Geste der Unterstützung für Sportler mit Behinderung, die sich trotz Einschränkungen leidenschaftlich dem Sport widmen. 

 

  • Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016: Von der Natur und anderen Gesetzen (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Der Expertentag im Eventhotel Pyramide spannte den Bogen vom Fundament bis zur Dachsicherung und lotete gemeinsam mit Werner Gruber die Grenzen der Sicherheit aus.

Auch dieses Jahr war der von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltete Sicherheitstag ein großer Erfolg. 300 Teilnehmer/innen versammelten sich in Vösendorf, um mit Kolleg/innen zu netzwerken, Vorträgen zum Thema Arbeitssicherheit zu lauschen und bei den Messeständen die neuesten Produkte und Dienstleistungen zu erkunden. Darüber hinaus bot Werner Gruber, der Physiker der Nation, ein beeindruckendes Schauspiel der Naturgesetze.
Aber beginnen wir von Anfang an:

Am Anfang war das Gesetz…
20 Jahre Arbeitsplatzevaluierung: Dipl.-Ing. Ernst PILLER von der Arbeitsinspektion feierte das Jubiläum des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, das schon seit 20 Jahren den Grundpfeiler zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz bildet. Auch das  Arbeitsinspektorat steht im Dienste der Sicherheit und kontrolliert, ob die Schutzziele erreicht, die Auflagen erfüllt, die Grenzwerte nicht überschritten und der Stand der Technik beachtet wurde. Bei einer Begehung werden außerdem die Arbeitsplätze unter die Lupe genommen und mit der Dokumentation verglichen: Ob die Gefahr-Maßnahmen-Umsetzung eingehalten wurde, ist dabei essentiell.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

…dann kam die Evaluierungspflicht…
Woher weiß ein Elektriker, wenn er die Grenzwerte für elektrische Felder überschritten hat? Im besten Fall wird nur der Arm warm. Welche Auswirkungen elektrische, elektromagnetische und magnetische Felder auf den Körper haben, und wie man diese Auswirkungen als Arbeitgeber/in minimiert, das referierte Ing. Wilhelm SEIER vom TÜV AUSTRIA. Eine Verordnung stand dabei im Fokus des Vortrages: Die Verordnung elektromagnetischer Felder (VEMF -  BGBL II 179) ist seit 01.08.2016 in Kraft getreten und fordert Arbeitgeber/innen zur Bewertung möglicher Gefahren und Ergreifung von Maßnahmen auf.

…jetzt kommt die Norm. Oder doch nicht?
Die ISO 45001 lässt noch auf sich warten, so Ing. Edgar JOCHINGER vom TÜV AUSTRIA. Voraussichtlich Ende 2017 wird sie publiziert, aber die Eckpfeiler sind bereits jetzt bekannt: Die High Level Structure bildet die übergeordnete Struktur mit einheitlichen Begriffen und erhöht die Integrationsfähigkeit und Synergieeffekte bei Anwendung mehrerer Managementsystem-Normen. Ebenfalls festgelegt: Die Verantwortung der Führung wird stärker in die Norm eingebunden und kulturelle und soziale Werte sollen im Kontext der Organisation betrachtet werden.
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Wie sehr sich Arbeitnehmer/innen am Umfeld, also an Kolleg/innen und Führungskräften orientieren, darüber referierte Ing. Andreas HUBER von voestalpine Stahl. Sein Fazit: Wenn die Leitung nicht darauf achtet, dass Sicherheitsregeln eingehalten werden, und wenn Kolleg/innen Sicherheitsregeln nicht einhalten wollen, dann könnten  neue Mitarbeiter/innen rasch zum Opfer der Unfallpyramide werden - auf 3000 unsichere Handlungen kommt 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall. Der Appell des Vortragenden lautet: Oberstes Ziel sollte sein, dass alle gesund nach Hause kommen. 

Geht auf’s Haus
Dipl.-Ing. Georg SCHWENTECK vom TÜV AUSTRIA verschaffte den Teilnehmer/innen einen schwindelerregenden Überblick über die gängige Praxis von falsch geplanten, falsch montierten und falsch verwendeten Dachsicherungssystemen und klärte anhand vieler Tipps auf, wie es richtig geht. Auch hier spielt die Arbeitsplatzevaluierung eine zentrale Rolle, wesentlich ist aber auch das Fe

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stlegen von Sicherheitsbereichen bis hin zur Überwachung der Montage und einer objektbezogenen  Einschulung.

‚Dachsicherung‘, so könnte man auch die Aufgaben des Psychologen Dr. Oliver SCHEIBENBOGEN vom Anton Proksch Institut beschreiben. Der Kopf ist jedoch bei der Bewältigung von Schmerz und Stress etwas trickreicher: Er entscheidet sich für rasche, einfache Lösungen, die jedoch fatal enden können. In seinem Vortrag über Medikamente am Arbeitsplatz zeigte Dr. Scheibenbogen die Ursachen und Folgen von Schmerzmitteln, Barbituraten und Psychostimulanzien auf und wies darauf hin, wie Abhängigkeit anhand der Nebenwirkungen erkannt und der Konsum mittels Aufklärung vermieden werden kann.

Nur das Dach war die Grenze…TÜV AUSTRIA AKADEMIE
...als Werner Gruber in seinem Experimentalvortrag bis unters Dach der Pyramide in Vösendorf  Bier verspritzte und eine Plastikflasche aus einem Rohr verschoss. Dabei waren die Teilnehmer/innen stets in Sicherheit, auch als einer von ihnen seine Hand in flüssigen Stickstoff tauchte oder Werner Gruber fünf Holzbretter per Hand zerschlug. Warum? Das Vertrauen in die Naturgesetze ist der Schlüssel zur Sicherheit. Diese sagen uns, dass man für den Durchschlag von fünf Holzbrettern eine Geschwindigkeit von 7m/s braucht und diese Geschwindigkeit auch ohne Shaolin-Ausbildung locker zu erreichen ist – den Beweis lieferte Gruber mit Schwung und Leichtigkeit. Nur wer zögert, hat später Schmerzen.

Alles auf Anfang
29.000 Stunden an Planung und 1 Million Euro für Sicherheitsdienstleistungen: So viel investiert OMV AG in den sogenannten ‚Turnaround‘, die Reinigung der gesamten Anlage, inklusive Zerlegung und Inspektion aller Anlagenteile. Dabei werden unter anderem 306 Tonnen Stahl, 16 Prozessöfen und 478 Wärmetauscher gründlich durchleuchtet. Wie diese ‚Pickerlüberprüfung‘ abläuft, erklärte Anton BERNHARDT von OMV Downstream in seinem Vortrag.

Vom Fundament bis zum Dach, darüber hinaus und wieder zurück: Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016 bot spannende Einblicke in die Welt der Arbeitssicherheit und lieferte Sicherheitsfachkräften viele Praxistipps von Experten. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen und Referenten für Ihren Besuch und freuen uns darauf, auch beim TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2017 wieder sicher bis unter’s Dach zu sein.

 

  • Masterstudium Safety and Systems Engineering: „Ich bin unter den Ersten!“Wie läuft es beim Masterstudium? Die Studenten plauderten mit uns. (November 2014)Masterlehrgang Safety and Systems Engineering

Seit 2010 kooperieren die die TÜV AUSTRIA Akademie und die FH Campus Wien erfolgreich in der praxisorientierten Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit und System-Sicherheit. Anfang September startete das berufsbegleitende Masterstudium Safety & Systems Engineering mit Schwung ins neue Semester – wir haben fünf Studenten zum Interview gebeten und über ihre Vorstellungen und Beweggründe zum Masterstudium befragt.

Rede und Antwort standen Stefan Riegler, Christian Eichner (Branchenverantwortlicher/Projektleiter/Sales bei Pilz GmbH Sichere Automation), Ljubisa Jeremic (Qualitätstechniker bei Dr. techn. Josef Zelisko), Werner Strnad und Wolfgang Sukup (Software Entwicklung bei TELE Haase Steuergeräte Ges.m.b.H.).

Warum haben Sie sich für dieses Masterstudium entschieden – was waren die Beweggründe?

Eichner: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als ich den Titel des Lehrganges gelesen habe, war mir klar:  Ich will mehr erfahren! Nachdem ich die Abendveranstaltung in der TÜV AUSTRIA Akademie besucht habe, ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen.“

Wie sehen Sie die Berufschancen, nachdem Sie das Masterstudium abgeschlossen haben?

Jeremic: „Die Berufschancen sind sicher sehr hoch, da der Bedarf an qualifiziertem Personal im Bereich Safety stetig zunimmt und durch zukünftige EU-Verordnungen (wie die Common Safety Method in der Bahnindustrie) noch weiter steigen wird.“

Was macht das Masterstudium besonders?

Riegler: „Das Masterstudium ist einzigartig, insbesondere in punkto Breite der Themen und fachliches Niveau. Es gibt meines Wissens im deutschsprachigen Raum keine vergleichbare Ausbildung. Dass die Vortragenden durchwegs praxiserprobte Profis mit langjähriger Erfahrung in der Industrie sind, ist ein weiterer großer Pluspunkt.“

Strnad: „Die Pioniersarbeit: Erstmals findet ein Studium in Mitteleuropa zu diesem Thema statt und ich bin unter den Ersten, die daran teilnehmen können.“

Was können Sie jetzt schon aus dem Masterstudium für Ihren Beruf mitnehmen?


Sukup: „Safety setzt eine sehr genaue und detaillierte Vorgehensweise in der Umsetzung von Projekten voraus. Die Lehrinhalte zum Requirements Engineerging liefern jetzt schon wertvolle Inputs, die im beruflichen Alltag angewendet werden können.“

Worauf freuen Sie sich schon in der Ausbildung?

Riegler: „Besonders interessieren mich die Querbeziehungen zum Qualitätsmanagement und zum Prozessmanagement.“

Strnad: „Ich freue mich schon auf die Vorlesungen über fehlertolerante Systeme.“

Was bedeutet Sicherheit für Sie persönlich?

Eichner: „Sicherheit beginnt bei mir schon im privaten Umfeld. Wenn ich einen Winkelschleifer in die Hand nehme, dann ist es für mich selbstverständlich, dass ich eine Schutzbrille trage. Und auch beim Rasenmähen trage ich Sicherheitsschuhe. Der Leitsatz „The spirit of safety“ des Unternehmens PILZ hat für mich eine große Bedeutung, beruflich und auch privat.“

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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