TÜV AUSTRIA Akademie NEWS ARCHIV - DER RÜCKBLICK AUF EIN ERFOLGREICHES JAHR:

  • Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten 2016 (November 2016)

Ressourcen wieder verwenden statt verschwenden - die Nachlese zum Expertentag im Rathaus. 

20 Hektar Land werden hierzulande pro Tag verbaut, damit belegt Österreich den europäischen Spitzenplatz. Tarek Leitner widmete sich am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten eindringlich dem Thema Landverbauung. Re-Use, Recycling und rechtliche Grundlagen standen ebenfalls im Fokus des Öko-Events, der von der TÜV AUSTRIA Akademie und der MA 22 – Wiener Umweltschutzabteilung veranstaltet wurde.

Am 17. November 2016 fand der 14. Tag der Umwelt- & Abfallbeauftragten im Wiener Rathaus statt. Der Expertentag bot unter anderem einen Überblick über aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen für 270 betriebliche Abfall- & Umweltbeauftragte, die sich wertvolle Praxistipps für ihr Unternehmen holten. Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren Ressourcenmanagement und Baustoff-Recycling.

Folgende Referent/innen trugen unter anderen dazu bei, den Besucher/innen diese beiden Themen näher zu bringen: Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter (Leiterin Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22), Mag.a Dr.in Martina Ableidinger (Leiterin Abfallvermeidung & Außenbeziehungen MA 48 – Abfallwirtschaft), Ing. Andreas Schnitzer, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Gerhard Eichinger (TÜV AUSTRIA Cert), Dipl.-Ing. in Judith Oliva (Umweltbundesamt), Ing. Mag. Martin Scheibengraf, (Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22)

Wir verlieren an Boden
In Österreich werden pro Tag 30 Fußballfelder verbaut, auf einen Einwohner kommen 1,8 m² Einzelhandelsverkaufsfläche, grenzenloses Bauen aufgrund der technischen Möglichkeiten führt nach und nach zur Zersiedelung. Moderator und Buchautor Mag. Tarek Leitner warf die Frage auf, ob die auf Bauplänen durchschnittlich verzeichneten 300m² Bruttonutzfläche für ein Haus wirklich sinnvoll sind. Er appellierte an die Zuhörer, sich die Aussicht auf Wohlbefinden nicht zu verbauen und die Lebensqualität wieder in den Vordergrund zu stellen. Schließlich werde viel Ungemach durch eine schöne Umgebung abgefedert. 

Restlos glücklich
Ressourcen wieder verwenden, statt verschwenden – angesichts der erdrückenden Zahlen sind energieeffiziente Betriebe die Gewinner von morgen, denn sie sind es, die in der ökologischen Verpflichtung den ökonomischen Vorteil erkennen. Ein Beispiel für die Weiterverwendung von gebrauchten Gegenständen ist der Altwarenmarkt 48er Tandler, der den Besucher/innen die Upcycling-Idee im Wohlfühlambiente näherbringt, um auch ein Zielpublikum zu erreichen, das eigentlich keine Altwaren kauft.  Aber auch alles, was in Beton gegossen oder in Stein gemeißelt wird, sollte nicht für die Ewigkeit bleiben, sondern wieder abgebaut werden. Wie Unternehmen mit Baurestmassen noch Gewinn erzielen können, erklärte Katrin Lepuschitz, MSc in ihrem Vortrag. Die rechtliche Grundlage dazu liefert die Recycling-Baustoff VO, die seit 1.1.2016 in Kraft trat und seit 27.10. bereits wieder novelliert ist. Sie regelt Baumaßnahmen und Umgang mit Abfällen auf Baustellen und verpflichtet Bauherren unter gewissen Kriterien auch zum Rückbau.

Die Umwelt im Paragraphen
Eine Reihe von Verordnungen, Normen und Gesetzen regeln den betrieblichen Umweltschutz in Österreich. In vorderster Front steht die ISO 14001:2015, Diese Norm hat letztes Jahr eine Revision erfahren und beschäftigt sich unter anderem mit der Leistungsbewertung durch die Erfassung umweltrelevanter Kennzahlen. Dabei behält die Norm auch den gesamten  Lebenszyklus eines Produktes im Auge. Mit einem Teil dieses Lebenszyklus befasst sich die Verpackungsverordnung 2014, die unter anderem Abpacker, Importeure oder Hersteller betrifft und je nach Abgrenzung zur Haushaltsverpackung unterschiedliche Verpflichtungen des Unternehmens nach sich zieht. Wer Gefahrstoffe lagern, eine Abfallsammelstelle errichten oder eine Recyclinganlage errichten will, unterliegt außerdem noch dem Gewerbeverfahren, das in Form eines Konzeptes bei der Behörde eingereicht werden muss.

Am runden Tisch
Wie diese Verordnungen, Normen und Gesetze in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können, klärten am Nachmittag des Expertentages Diskussionsrunden zu den Themen ‚Integration von Managementsystemen‘, ‚Nachhaltiges Bauen & Entsorgen‘, ‚Gewerbeverfahren‘, ‚Beauftragte im Unternehmen‘ und ‚Abfallvermeidung‘. Zahlreiche Tipps für das eigene Unternehmen wurden dabei ebenso ausgetauscht wie Visitenkarten.

Fazit des Expertentages: Der Boden ist eine wichtige Ressource. Häuser sind wichtige Rohstofflieferanten. Der Umweltschutz sollte wieder mehr in den Fokus von uns allen rücken, um nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher zu haushalten. Die wichtigste Ressource ist aber die Zeit – wer sie auf dem Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten verbracht hat, kann ökologische Rucksäcke im Unternehmen vermeiden und (energie-)effizienter arbeiten.

 

 

  • TÜV AUSTRIA Anlagensymposium 2016 - der frühe Vogel sichert die Anlage (November 2016)

„Sicher ist, dass nichts sicher ist und das ist nicht sicher,“ formulierte es Joachim Ringelnatz treffend. Umgelegt auf die Anlagensicherheit heißt das: Ein Nullrisiko ist kaum möglich, ein Restrisiko bleibt immer. 


Wenn Sie aber bereits in der Planung alles richtig machen, stehen die Chancen gut, später den Änderungsaufwand gering zu halten. Die TÜV AUSTRIA Akademie lud zu diesem spannenden Thema die Expert/innen ins Schloss Seggau.


Sicherheit ohne Stützräder
In der Anlagensicherheit hat die Risikominimierung Priorität, aber auch die Reihenfolge, in der diese Risikominimierung erfolgen soll. Zuerst sollten Sie das ‚Inherently Safe Design‘ (ISD) beachten, also die Integration der Sicherheit in Konstruktion und Bau der Anlage. Was im Design nicht lösbar ist, sollte durch notwendige (technische) Schutzmaßnahmen stabilisiert werden. Diese Schutzmaßnahmen werden in aktive und passive  Schutzmaßnahmen unterteilt. Aktive Schutzeinrichtungen können wieder in mechanische (z.B. Sicherheitsventil) und Prozessleittechnische Schutzfunktionen (z.B. Temperatur Hoch Abschaltung einer Heizung) eingeteilt werden. Zum Schluss sollten Sie die Benutzer/innen und Mitarbeiter/innen vom Restrisiko in Kenntnis setzen, durch Schulung oder eine Betriebsanleitung. Allgemein gilt: Je früher im Lebenszyklus einer Anlage Mängel erkannt werden, desto besser. Nachträgliche ‚Stützräder‘ können viel Zeit und Geld kosten. 

Testen, prüfen, kontrollieren
Tests in der Entwicklung, aber auch im Betrieb sind unerlässlich, um konstruktive Maßnahmen hinsichtlich der Anlagensicherheit zu setzen. Diese Funktionstests werden auch in der Druckgeräteüberwachungsverordnung gefordert und sollten beispielsweise bei Sicherheitsventilen vor Ort durchgeführt werden. Betriebsanlagen prüfen Sie aber nicht nur selbst, sie werden auch von der Behörde geprüft. Zu den wesentlichen Punkten der Abnahmeprüfung einer Anlage gehören aber nicht nur die Überprüfung der eingesetzten Komponenten, sondern auch die Einbindung von äußerem und inneren Blitzschutz oder das Know-how des Prüferkreises. Bei einer Inspektion wird Einsicht in die Protokolle verlangt, der Prüferkreis durchleuchtet und der Umgang mit Mängeln erhoben. Eine widerkehrende Prüfung findet in der Praxis einmal jährlich statt. Ist eine solch strenge Prüffrist überhaupt sinnvoll? Ja, denn systematische Fehler werden gerade durch Wiederholungsprüfungen aufgedeckt, das Prüfintervall von einem Jahr ist absolut notwendig – man sollte sowieso regelmäßig hinschauen.

No risk?
Die komplette Ausschaltung des Risikos wird zwar gesetzlich gefordert, ist aber in der Praxis kaum zu schaffen. Ein Restrisiko ist jedoch in der Gewerbeordnung nicht vorgesehen. Die Diskrepanz zwischen dem geforderten 0-Risiko und den normativen Vorgaben, das Restrisiko einzubeziehen, wird meistens mit einer Zahl umschifft: 10 hoch Minus 6, was so viel heißt wie,  die Chancen stehen 1 zu einer Million. Probabilistische Aussagen wie diese findet man beispielsweise in der Anlagensicherheit, wenn das Risiko per LOPA berechnet wird oder im Maschinenschutz in manch einer RAPEX-Tabelle. Den Restrisikowert eines Menschenlebens zu beziffern, ist aus ethischer, behördlicher und juristischer Sicht jedoch heikel, daher erfolgt die Angabe des Restrisikos meistens mit qualitativen Methoden, wie dem Risikographen. 

Gesetzlich untermauert
An den gesamten Lebenszyklus einer Anlage sind jede Menge Gesetze geknüpft. Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU verankert unter anderem die Pflichten des Herstellers, der die Betriebsanleitung erstellen muss und Stichproben entnehmen sowie Prüfungen durchführen muss. Wer ein Hersteller ist, das regelt unter anderem die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Aufpassen sollten Sie bei unvollständigen Maschinen, die Sie in Ihrem Unternehmen zu einem vollständigen Ganzen zusammenfügen: Dann sind Sie der Gesamthersteller, der laut Maschinenrichtlinie dazu verpflichtet ist, die Risikobeurteilung zu machen. Von den beiden Standards der Maschinensicherheit, der  IEC 62061 oder der ISO 13849 könnten Sie ebenfalls betroffen sein, in beiden ist das ISD enthalten. Und spätestens ab 2018 wird die Datenschutzverordnung interessant, welche die DSG 2000 ablösen wird und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz strenger ahndet.

Es menschelt
Trotz strenger Verordnungen, perfekt umgesetzten Design und trotz aller Sicherheitsmaßnahmen: Die besten Voraussetzungen nützen nichts, wenn der Faktor Mensch nicht beachtet wird. Risiken werden oftmals ignoriert, weil Arbeitnehmer/innen Maßnahmen nicht umsetzen können, nicht wollen oder nicht dürfen. Die Risikowahrnehmung ist dabei oft zu niedrig und wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, wie Unmittelbarkeit, Beobachtbarkeit oder falsch verstandener Wahrscheinlichkeiten. Wir hören nur das, was wir hören wollen, um uns in einer unsicheren Welt orientieren zu können und pressen die Information in ein vorhandenes Glaubenssystem.

Risiken sind manchmal nur durch organisatorische Maßnahmen ausschaltbar, durch Schulung oder Bewusstmachung einer Gefahr. Darauf zu achten haben laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz die Arbeitgeber/innen, die nicht nur Gefährdungen beurteilen und Maßnahmen festlegen, sondern auch Arbeitnehmer/innen über Gefährdungen informieren und unterweisen sollen. Eine Unter-Reaktion sollte so vermieden werden und das Gefühl für die Bedrohung den Ausschlag geben, um zu handeln. 

Summa summarum:
Zusammenfassend können folgende Tipps hilfreich sein: Behalten Sie die Gesamtkosten im Auge, nicht nur die Errichtungskosten. Sehen Sie die Summe der Gefahren, nicht nur Einzelgefahren. Wer ein Risiko minimiert, sollte darauf achten, dass sich dadurch nicht ein neues Risiko ergibt. Und: Die Fehler einzelner Sicherheitsteile dürfen nie die Gesamtsicherheit gefährden. Aus Fehlern der anderen zu lernen, ist schmerzlos: Anlagenverantwortliche sollten daher verschiedene Infoquellen, wie die zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle (ZEMA) nutzen, um das eigene Unternehmen zu schützen.

Danke an alle!
Wir danken allen Teilnehmer/innen für den Besuch im Schloss Seggau und allen Referent/innen für ihre Expertise zu dem Thema. Vorgetragen haben Dr Friedrich Fröschl, VTU Engineering GmbH, DI Jens Dieter Clausen, Vestas Österreich GmbH, DI Dr. Angelika Zartl-Klik, OMV Austria Exploration & Produktion GmbH, DI Alfred Moser, Magistrat der Landeshauptstadt Linz, DI (FH) Werner Krämer, Siemens AG, DI Dr. Michael Struckl, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Dr. Theresa Stickerl, Umweltbundesamt GmbH. Vom TÜV AUSTRIA waren folgende Referenten vertreten: DI Dr. Martin Doktor, DI Georg Trezesniowski, DI Karl Findenig, DI Harald Montenegro, MSc, Ing. Hellfried Matzik, DI Gerhard Höltmann, DI Christian Braun, Ing. Christian Hörist. Schön, dass Sie da waren, wir sehen uns in zwei Jahren wieder zum TÜV AUSTRIA Symposium für Anlagensicherheit 2018!

 

  • TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016: Ein Jahr nach der ISO 9001:2015 – Von Veränderungen und Chancen - Die TÜV AUSTRIA Akademie reflektiert (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

Einige Unternehmen haben bereits vorzeitig auf die ISO 9001:2015 umgestellt. Die gesammelten Erfahrungen teilten die Expert/innen am TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016 mit Gleichgesinnten.

Im Parkhotel Schönbrunn wurde am 20.10.2016 ausgiebig über die Highlight-Themen Verantwortung der Führung, Risiko- und Veränderungsmanagement diskutiert. Die 210 Teilnehmer/innen stimmten heuer außerdem zum ersten Mal via Voting über aktuelle Fragestellungen rund um die ISO 9001:2015 ab und forcierten so den Austausch untereinander.

Die neuen Normen und ihre Herausforderungen

Mit der Darstellung der wesentlichen Neuerungen der aktualisierten Normen machte Ing. Mag. (FH) Hermann Zeilinger, Lead-Auditor von TÜV AUSTRIA Cert, den Anfang der diesjährigen Vortragsreihe. Die Generation der „High-Level-Structure-Normen“ garantiert einen höheren Freiheitsgrad für Unternehmen, wodurch eben diese besser auf die Anforderungen von Industrie und Wirtschaft 4.0 eingehen können. Der Experte empfiehlt, die wiedergewonnene Flexibilität zu nutzen, um den Herausforderungen zu trotzen und das Managementsystem als Stütze des Unternehmens zu etablieren.

Von Kennzahlen und Zielen
Aus Sicht des Qualitätsmanagements berichtete Tibor Kiss, MBA von KABA GmbH von der bereits erfolgten Umstellung auf die ISO 9001:2015. Die Revision bietet die Möglichkeit zum Neuaufbau und zur Weiterentwicklung des bestehenden Qualitätsmanagementsystems. Wichtig sei vor allem, so der Qualitätsmanager, früh genug mit der Umstellung zu beginnen. Ein weiteres Muss ist die Unterstützung der Geschäftsführung sowie die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und Zielen, die regelmäßig zu kommunizieren sind. Entscheidend ist: keine Prozesse ohne Kennzahlen und Ziele, keine Kennzahlen ohne Verantwortlichkeiten und der Fokus auf Nachhaltigkeit. Denn Fehler sind erlaubt, Wiederholfehler sind zu vermeiden. Der Praktiker weiß zu berichten: Kommunikation ist, wie in jeder Beziehung, das A und O.

Leadership & Gestaltungsfreiraum
Beim Thema Kommunikation sind sich auch die Entscheidungsträger der diesjährigen Podiumsdiskussion einig: Die Leader favorisieren eine Intensivierung der Kommunikation zu ihren Mitarbeiter/innen sowie zu den Kund/innen und betonen gleichzeitig die Wichtigkeit der zielgruppenadäquaten Kommunikation. Schließlich soll der Inhalt auch ankommen. Es diskutierten: Ing. Manfred Gloser, Senior Vice President Quality von Voith Paper GmbH, Dir. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Haas, Vorstandsvorsitzender des TÜV AUSTRIA sowie Mag. Martin Steiner, Berater und Coach aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. 
Außerdem müsse die Qualität in die strategische Ausrichtung des Unternehmens einfließen und von der obersten Ebene vorgelebt werden. Die Führungskräfte sehen jede/n einzelne/n Mitarbeiter/in als Botschafter/in des Qualitätsmanagements und sind sich bewusst, dass sie Ihren Qualitätsmanager/innen Freiraum und Ermächtigungen geben müssen, um das Qualitätsmanagementsystem flächendeckend zu integrieren.

Neue Wege: Mit begeisterten Mitarbeiter/innen?

Mag. Evelyn Summhammer weiß, dass wahres Veränderungswissen im Unternehmen liegt – und zwar bei  den Mitarbeiter/innen. Es gilt, das Wissen durch sinnstiftende Kommunikation und wertfreie Begegnung an die Oberfläche zu holen, um die Potentiale der Mitarbeiter/innen zu nützen. Begeisterte Mitarbeiter/innen werden Veränderungen vorantreiben und Risiken wie auch Chancen aufzeigen.

Nicht zu vergessen: Risiken & Chancen

Das Risikomanagement bildet einen wichtigen Eckpfeiler der ISO 9001:2015. Die Wichtigkeit von Risiken und Chancen sind Unternehmen durchaus bewusst. Bei der Auditprogrammplanung werden diese bei 53% der Unternehmen allerdings lt. Live-Voting noch nicht im Detail berücksichtigt.
Die effiziente Steuerung von Risiken und Chancen beleuchtete Ing. Alexander Ladich von TÜV AUSTRIA Holding. Der Qualitäts- und Risikomanager verwies auf eine intensive Analyse von internen wie auch externen Parametern, gefolgt von der Auswahl des passenden Tools für das jeweilige Unternehmen. Ein umfassendes Risikomanagementsystem ist für Unternehmen nicht zwingend erforderlich, um einen geeigneten Umgang mit Risiken und Chancen zu etablieren. Entscheidend ist es, interne Audits und „alte Bekannte“ zu nützen, um Synergien zu schaffen. Denn vieles ist bereits in Unternehmen etabliert, es gilt dieses nur in anderen Bereichen auch einzusetzen.

Neue Zertifizierungen: im internationalen Umfeld?
Eine Chance zur reibungslosen Zertifizierung von internationalen Unternehmen bietet die Matrix-Zertifizierung. Dipl.-Phys. Joachim Grosch von CompuGroup Medical SE berichtete von der Einführung im Unternehmen und schwört ebenfalls auf die Miteinbeziehung der Mitarbeiter/innen. Die Vorteile der Matrix-Zertifizierung sieht der Experte vor allem in der Zeit- und Kostenersparnis sowie in der effizienten Abwicklung von Audits. Die Voraussetzungen dazu hat Herr Dipl.-Phys. Grosch mit einheitlichen Prozessen, standardisierten Tools und der Einführung von klaren Strukturen im Betrieb geschaffen. Seine Mitarbeiter/innen sind lediglich einem disziplinarischen Vorgesetzten unterstellt und haben erfolgreich Paralleluniversen bei der Dokumentation vermieden.

Nutzen Sie das Fenster der Gelegenheiten

Die vierte industrielle Revolution und somit das Konzept der Wirtschaft 4.0 stellte Hannes Krösbacher von QPI Qualitäts-, Prozess-, Innovationsmanagement vor. Im sogenannten „Internet der Dinge“ kommunizieren Produkte untereinander. Durch die Vernetzung entstehen Daten in einem zuvor noch nie dagewesenen Ausmaß. Außerdem bricht das System etablierte Wertschöpfungsketten auf und löst einen komplexen Wandlungsprozess aus. Der zukunftsorientierte Geschäftsführer empfiehlt, das „Window of Opportunity“ zu nützen, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren und mit den entstehenden Innovationen die riesigen Chancen und Wachstumspotentiale der Wirtschaft 4.0 zu ergreifen. Qualitätsmanager/innen schätzen die wirtschaftliche Bedeutung lt. Live-Voting für Unternehmen jedenfalls als Hoch ein.

Fazit: Die Welt dreht sich, Wandel passiert – ob geplant oder nicht. Es gilt einen Buchstaben auszutauschen und die ChanGes zu ChanCes zu machen.

 

 

  • TÜV AUSTRIA HELLAS: Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIEUnternehmensvertreter, Personalabteilungen und Verantwortliche aus den Ausbildungsabteilungen besuchten im Oktober den sehr interessanten Event ‚Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung‘ von TÜV AUSTRIA HELLAS. Ziel der Veranstaltung war es, auf den Mehrwert aufmerksam zu machen, den Weiterbildung für moderne Unternehmen bringt. Ebenfalls im Scheinwerferlicht stand der Beitrag von Aus- und Weiterbildung zur Geschäftsentwicklung jedes Unternehmens und der griechischen Wirtschaft im Allgemeinen.


Unter den Ehrengästen befand sich auch die österreichische Botschafterin Mrs. Andrea Ikic-Boehm, die in ihrer Eröffnungsrede hervorhob: ‚Wir streben eine für beide Seiten nutzbringende Kooperation zwischen österreichischen und griechischen Unternehmen an. Der Schlüsselfaktor zum Erfolg ist es, einen hohen Qualitätslevel zu erreichen, mithilfe gemeinsamer Beteiligung am Programm ‚Lebenslanges Lernen‘. 
Ebenfalls anwesend waren Repräsentanten des Ministeriums für Bildung sowie des Außenministeriums und des Ministeriums für internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Mr. Ioannis Kallias, Geschäftsführer von TÜV AUSTRIA Hellas, merkte an: ‘Lebenslanges Lernen ist international ein anerkanntes Werkzeug zur Geschäftsentwicklung und sollte auch in Griechenland anerkannt und benutzt werden, um die Wirtschaft im Land zu fördern.’ Mr. Ioannis Gkotsis, Leiter der TÜV AUSTRIA Akademie in Griechenland, präsentierte in seinem Vortrag sowohl moderne Methoden, Trends und Werkzeuge, als auch die neue Struktur und das aktualisierte Kursprogramm der Akademie. ‚Ausbildung sollte von jedem Unternehmen als wichtige Investition in Humanressourcen gesehen werden‘, sagt er. Mag. (FH) Christian Bayer, Geschäftsführer der TÜV AUSTRIA Akademie und Thomas Rochowansky, MBA,  Leiter des Geschäftsfeldes Lerndienstleistungen, wiesen auf internationale Trends hin und beschrieben das erfolgreiche Bildungsmodell in der österreichischen TÜV AUSTRIA Akademie.


Erwähnenswerte Referenten aus dem akademischen und wirtschaftlichen Umfeld hielten ebenfalls auf der Veranstaltung Vorträge ab. Kyriakos Kyriakopoulos, Stellvertretender Dekan der ALBA Graduate Business School, sah Lebenslanges Lernen als persönliche Chance zur Weiterentwicklung und als Möglichkeit für Unternehmen, um flexibel zu bleiben. Harris Constantinides, Leiter der Abteilungen Permanent Placement & Career Transition bei Adecco, veranschaulichte in seiner Präsentation die Nachfrage des Marktes nach ausgebildeten und ständig auf dem aktuellsten Stand gehaltenen Mitarbeiter/innen. Zum Schluss analysierte George Georgalas, HR-Manager bei Aluminium Greece, wie man lebenslange Bildungsmaßnahmen anwendet, um Mitarbeiter/innen und Unternehmen gleichermaßen zu fördern.


Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit ‚Advantage Austria‘ abgehalten, der Handelsabteilung der österreichischen Botschaft, die verantwortlich ist für kontinuierliche Handelsbeziehungen von Unternehmen mit österreichischen Wurzeln und Aktivitäten in Griechenland. 

Am Ende der Veranstaltung bekamen die Teilnehmer/innen des Events noch eine ‚ Special Olympics Hellas Support Bag‘ geschenkt, eine symbolische Geste der Unterstützung für Sportler mit Behinderung, die sich trotz Einschränkungen leidenschaftlich dem Sport widmen. 

 

  • Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016: Von der Natur und anderen Gesetzen (Oktober 2016)

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Der Expertentag im Eventhotel Pyramide spannte den Bogen vom Fundament bis zur Dachsicherung und lotete gemeinsam mit Werner Gruber die Grenzen der Sicherheit aus.

Auch dieses Jahr war der von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltete Sicherheitstag ein großer Erfolg. 300 Teilnehmer/innen versammelten sich in Vösendorf, um mit Kolleg/innen zu netzwerken, Vorträgen zum Thema Arbeitssicherheit zu lauschen und bei den Messeständen die neuesten Produkte und Dienstleistungen zu erkunden. Darüber hinaus bot Werner Gruber, der Physiker der Nation, ein beeindruckendes Schauspiel der Naturgesetze.
Aber beginnen wir von Anfang an:

Am Anfang war das Gesetz…
20 Jahre Arbeitsplatzevaluierung: Dipl.-Ing. Ernst PILLER von der Arbeitsinspektion feierte das Jubiläum des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, das schon seit 20 Jahren den Grundpfeiler zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz bildet. Auch das  Arbeitsinspektorat steht im Dienste der Sicherheit und kontrolliert, ob die Schutzziele erreicht, die Auflagen erfüllt, die Grenzwerte nicht überschritten und der Stand der Technik beachtet wurde. Bei einer Begehung werden außerdem die Arbeitsplätze unter die Lupe genommen und mit der Dokumentation verglichen: Ob die Gefahr-Maßnahmen-Umsetzung eingehalten wurde, ist dabei essentiell.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

…dann kam die Evaluierungspflicht…
Woher weiß ein Elektriker, wenn er die Grenzwerte für elektrische Felder überschritten hat? Im besten Fall wird nur der Arm warm. Welche Auswirkungen elektrische, elektromagnetische und magnetische Felder auf den Körper haben, und wie man diese Auswirkungen als Arbeitgeber/in minimiert, das referierte Ing. Wilhelm SEIER vom TÜV AUSTRIA. Eine Verordnung stand dabei im Fokus des Vortrages: Die Verordnung elektromagnetischer Felder (VEMF -  BGBL II 179) ist seit 01.08.2016 in Kraft getreten und fordert Arbeitgeber/innen zur Bewertung möglicher Gefahren und Ergreifung von Maßnahmen auf.

…jetzt kommt die Norm. Oder doch nicht?
Die ISO 45001 lässt noch auf sich warten, so Ing. Edgar JOCHINGER vom TÜV AUSTRIA. Voraussichtlich Ende 2017 wird sie publiziert, aber die Eckpfeiler sind bereits jetzt bekannt: Die High Level Structure bildet die übergeordnete Struktur mit einheitlichen Begriffen und erhöht die Integrationsfähigkeit und Synergieeffekte bei Anwendung mehrerer Managementsystem-Normen. Ebenfalls festgelegt: Die Verantwortung der Führung wird stärker in die Norm eingebunden und kulturelle und soziale Werte sollen im Kontext der Organisation betrachtet werden.
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Wie sehr sich Arbeitnehmer/innen am Umfeld, also an Kolleg/innen und Führungskräften orientieren, darüber referierte Ing. Andreas HUBER von voestalpine Stahl. Sein Fazit: Wenn die Leitung nicht darauf achtet, dass Sicherheitsregeln eingehalten werden, und wenn Kolleg/innen Sicherheitsregeln nicht einhalten wollen, dann könnten  neue Mitarbeiter/innen rasch zum Opfer der Unfallpyramide werden - auf 3000 unsichere Handlungen kommt 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall. Der Appell des Vortragenden lautet: Oberstes Ziel sollte sein, dass alle gesund nach Hause kommen. 

Geht auf’s Haus
Dipl.-Ing. Georg SCHWENTECK vom TÜV AUSTRIA verschaffte den Teilnehmer/innen einen schwindelerregenden Überblick über die gängige Praxis von falsch geplanten, falsch montierten und falsch verwendeten Dachsicherungssystemen und klärte anhand vieler Tipps auf, wie es richtig geht. Auch hier spielt die Arbeitsplatzevaluierung eine zentrale Rolle, wesentlich ist aber auch das Fe

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stlegen von Sicherheitsbereichen bis hin zur Überwachung der Montage und einer objektbezogenen  Einschulung.

‚Dachsicherung‘, so könnte man auch die Aufgaben des Psychologen Dr. Oliver SCHEIBENBOGEN vom Anton Proksch Institut beschreiben. Der Kopf ist jedoch bei der Bewältigung von Schmerz und Stress etwas trickreicher: Er entscheidet sich für rasche, einfache Lösungen, die jedoch fatal enden können. In seinem Vortrag über Medikamente am Arbeitsplatz zeigte Dr. Scheibenbogen die Ursachen und Folgen von Schmerzmitteln, Barbituraten und Psychostimulanzien auf und wies darauf hin, wie Abhängigkeit anhand der Nebenwirkungen erkannt und der Konsum mittels Aufklärung vermieden werden kann.

Nur das Dach war die Grenze…TÜV AUSTRIA AKADEMIE
...als Werner Gruber in seinem Experimentalvortrag bis unters Dach der Pyramide in Vösendorf  Bier verspritzte und eine Plastikflasche aus einem Rohr verschoss. Dabei waren die Teilnehmer/innen stets in Sicherheit, auch als einer von ihnen seine Hand in flüssigen Stickstoff tauchte oder Werner Gruber fünf Holzbretter per Hand zerschlug. Warum? Das Vertrauen in die Naturgesetze ist der Schlüssel zur Sicherheit. Diese sagen uns, dass man für den Durchschlag von fünf Holzbrettern eine Geschwindigkeit von 7m/s braucht und diese Geschwindigkeit auch ohne Shaolin-Ausbildung locker zu erreichen ist – den Beweis lieferte Gruber mit Schwung und Leichtigkeit. Nur wer zögert, hat später Schmerzen.

Alles auf Anfang
29.000 Stunden an Planung und 1 Million Euro für Sicherheitsdienstleistungen: So viel investiert OMV AG in den sogenannten ‚Turnaround‘, die Reinigung der gesamten Anlage, inklusive Zerlegung und Inspektion aller Anlagenteile. Dabei werden unter anderem 306 Tonnen Stahl, 16 Prozessöfen und 478 Wärmetauscher gründlich durchleuchtet. Wie diese ‚Pickerlüberprüfung‘ abläuft, erklärte Anton BERNHARDT von OMV Downstream in seinem Vortrag.

Vom Fundament bis zum Dach, darüber hinaus und wieder zurück: Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016 bot spannende Einblicke in die Welt der Arbeitssicherheit und lieferte Sicherheitsfachkräften viele Praxistipps von Experten. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen und Referenten für Ihren Besuch und freuen uns darauf, auch beim TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2017 wieder sicher bis unter’s Dach zu sein.

 

  • Klimaziele: Das 10-Punkte-Programm für Ihr Unternehmen am Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen (September 2016)

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Das Energieeffizienzgesetz und seine Auswirkungen: Am Expertentag der TÜV AUSTRIA Akademie gaben Fachleute Tipps, wie Unternehmen ihre Energieziele erreichen können.

Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Leistbarkeit – all das sind gute Gründe, um Energieeffizienz im Unternehmen voranzutreiben. Seit das Bundesenergieeffizienzgesetz 2015 in Kraft trat, hat sich einiges getan: Über 10.000 Maßnahmenmeldungen gingen seither ein, 478 Auditor/innen wurden registriert und an die 1.300 Energieaudits bereits durchgeführt. 

Rückschau und Ausblick
Das Bundesenergieeffizienzgesetz (EEffG) verpflichtet Unternehmen ab 250 Mitarbeiter/innen zur Durchführung von Energieaudits oder zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen. Ziel bis 2020 sind 20% Verbesserung der Energieeffizienz. Das EEffG wird aber nicht im Jahre 2020 stillgelegt. 30% Energieeinsparung bis 2030 hielt unter anderem Dr.in Heidelinde Adensam vom Bundesministerium f. Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für wahrscheinlich. Dieses Ziel wird vermutlich verbindlich sein, nicht indikativ. Jeder Mitgliedsstaat schlägt dann vor, was er beitragen kann – wenn das Ziel nicht erreicht wird, wird nachverhandelt.

Mit seinem 10-Schritte-Programm, das Dipl.-Ing. Peter Sattler von sattler energie consulting quasi als Bogen über den Tag der Energiebeauftragten und -Auditor/innen spannte, schaffen es Unternehmen, ihre Ziele zumindest bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Gleichzeitig ist es eine Systematik, in der sich auch die Beiträge aller unserer Referenten wiederfinden.

Entwickeln Sie einen Masterplan
Schritt 1 und 2 sollten sein: Ein strategisches Energiemanagementsystem entwickeln und Energieauditergebnisse nützen, meinte Sattler, der weiter dazu riet, ein Datenerfassungssystem zu erstellen (Schritt 3) und daraufhin die Energiebeschaffung zu optimieren (Schritt 4). Verbesserungspotential hat auch der Fuhrpark, so Ing. Mag. Christian Rötzer von TÜV AUSTRIA, der eine geplante Reduktion der Treibhausgase um 60% gegenüber 1990 vorhersagte und die E-Flotte in Österreich noch als ausbaufähig sah. Von 7.500 Autos im Unternehmen hätten nur 232 einen E-Antrieb, ohne massive Investitionen ist das hehre Ziel, Fahrzeuge mit konventionellen Kraftstoffen aus den Ballungszentren zu verbannen, nicht zu erreichen.

Kommunikation ist alles
Die Ausbildung von Energieverantwortlichen (Schritt 5) schafft Know-how im eigenen Unternehmen. Diese sollten nicht alleine dastehen: Mitarbeiter ins Boot zu holen und zu motivieren (Schritt 6), ist aber oft nicht einfach, wusste Mag.a Christiana Neuwirth von Innovation Management. In ihrem Vortrag sprach sie von Veränderungsmanagement für Energiebeauftragte und riet dazu, nicht nur die gezielte Kommunikation zu fördern, sondern sich auch die ‚Lizenz‘ von der Führungsebene einzuholen – nur wer die Entscheidungsgewalt hat, kann etwas verändern. 

Schulungen sind bei Thales Austria GmbH ebenfalls eine wirkungsvolle Methode, um sich kontinuierlich zu verbessern. Franz Wenighofer referierte über Methoden der Mitarbeitermotivation und hob besonders betriebsinterne Energiewettbewerbe, Newsletter und Intranet als geeignete Mittel hervor, um zu informieren und zu begeistern.

Bis ins Detail
Schritt 7: Detailkonzepte erarbeiten und sich an die Umsetzung der geplanten Maßnahmen machen: Das senkt konsequent Energiekosten. Erfahrungsberichte dazu kamen am Expertentag von Dipl.-Ing. Wolfgang Burgstaller (Wien Energie). Das Unternehmen hat es durch Kundenprojekte, interne Maßnahmen und Kooperationsverträge geschafft, die Ziele bis 2020 nahezu zu erreichen, ein Maßnahmenankauf war nicht nötig. Dieser würde Energielieferanten eine Möglichkeit bieten, Ziele zu erfüllen, die sie selbst nicht umsetzen können. Die rechtlichen Bedingungen dazu erklärte Dr. in Kerstin Holzinger von HASLINGER | NAGELE & PARTNER RECHTSANWÄLTE. Zusätzliche Mittel für den Maßnahmenhandel zu lukrieren oder auch Fördermanagement zu betreiben ist Schritt 8 des 10-Schritte-Programmes zu mehr Energieeffizienz.  

Up-to-date
News über Energieaudits einholen, informiert bleiben: Schritt 9 war auch gleichzeitig das Motto des Expertentages, der dazu Dipl.-Ing. Dr. Günter R. Simader von der Monitoringstelle einlud, um offene Fragen zur Kontrollen des Energieaudits zu klären. Im zweiten Halbjahr 2016 wird die Monitoringstelle den Schwerpunkt auf die Prüfung setzen, Anschreiben über unvollständige Auditmeldungen oder fehlende Meldungen eines Energieaudits sind gerade in Vorbereitung.

Wer die 9 Schritte beachtet hat, kann das Energie-Audit 2019 intern abwickeln (Schritt 10), zum Vorzeigebetrieb werden (Schritt 10+1) und ein multivalentes Energieversorgungskonzept entwickeln, das die Energieversorgung auf breitere Beine stellt (Schritt 10+2). 

Workshop
Regen Austausch gab es in den kurzen Workshops zu den Themen Energie sparen, Messen und Maßnahmen-Umsetzung (Schritte 3, 7 und 8). Beispiele aus der Praxis zeigten Dipl. Ing. Julia Rachbauer, DI (FH) Martin Hinterndorfer und Mario Hebesberger (sattler energie consulting) und gaben nützliche Tipps, worauf es beim Maßnahmenhandel und bei Förderungen ankommt.

Gerade am Anfang werden die Erfolgserlebnisse in Unternehmen groß sein, so waren sich die Expert/innen am Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen einig. Aber der Sättigungsgrad an Einsparungen wird bei Betrieben irgendwann erreicht sein, so Ing. Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Gerhard Eichinger von TÜV AUSTRIA. Das stellt Betriebe vor eine große Herausforderung – was kann man tun, um für das ‚Danach‘ gerüstet zu sein?

Erfahren Sie es spätestens am 3. Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen 2017!

 

  • Santorin, Sirtaki, Sonnenuntergänge - das Sommerfest der TÜV AUSTRIA Akademie (September 2016)

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Die Referentenkonferenz und das Sommerfest haben Tradition: Die Veranstaltungen läuten das neue Semester in der TÜV AUSTRIA Akademie ein und begeistern von Jahr zu Jahr mehr BesucherInnen. Heuer war Griechenland das Motto, das die Menge zum Tanzen brachte.

Am 1. September war es wieder soweit: Bei der jährlichen Referentenkonferenz der TÜV AUSTRIA Akademie kamen über 80 Vortragende aus den Bereichen Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.  Neu ist nicht nur das Kursprogramm 2017, sondern auch der Einsatz von e-learning, welches Präsenztraining und Fernunterricht gekonnt verbindet und das Ausbildungsangebot noch umfangreicher gestaltet.

Filmreif referieren
Inhalte so vermitteln, dass sie nachhaltig im Gedächtnis bleiben – so sollen Kurse sein. Wie man TeilnehmerInnen unterhaltsam weiterbildet, erklärte Nikola Vodicka,  Dipl. Sprecherin, Trainerin, Keynote Speakerin und Lerncoach in ihrem Vortrag und Workshop ‚Training in Szene setzen‘. 

Kaliméra!
Das Mythos war kalt, der Ouzo erfrischend, die Gäste erschienen zahlreich: 200 BesucherInnen genossen am Sommerfest einen griechischen Abend der Extraklasse, der auch Yiannis Kallias, Geschäftsführer von TÜV AUSTRIA Hellas, zum Sirtaki mit den Gästen inspirierte. Am Abendprogramm stand Malerei: Die Anwesenden formierten sich zu Gruppen und gestalteten ein Gemälde, das doppelt ausgezeichnet wurde - die Gewinner erhielten ein Frühstück im kunsthistorischen Museum und die Bilder aller Künstler verzieren ab sofort ein halbes Jahr lang die Wände der TÜV AUSTRIA Akademie.

Kommen Sie vorbei und begutachten Sie unsere neue Vernissage, blättern Sie sich durch unser Kursprogramm oder tanzen Sie mit uns ins neue Semester – wir freuen uns auf Sie!

 

 

  • TÜV AUSTRIA Akademie fliegt ins All! (September 2016)

Update: Anfang September ist eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gestartet. Die ‚OSIRIS REx‘ wird auf dem Asteroiden ‚Bennu‘ landen und dort Proben sammeln,

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 die Aufschluss über die Entstehung des Lebens geben könnten. Die TÜV AUSTRIA Akademie wird die Mission sieben Jahre lang begleiten.

Technik, Qualität, Sicherheit – das verbindet die NASA mit der TÜV AUSTRIA Akademie. Am 8. September um 7:05 p.m. EDT ist die unbemannte Raumsonde OSIRIS REx ins All gestartet und hat bereits die Umlaufbahn des Mondes verlassen. Die TÜV AUSTRIA Akademie ist mit an Bord - in Form eines Mikrochips.

 

Nachricht an Bennu

Die Aktion ‚Messages to Bennu‘ ermöglicht es uns, ein Teil der Mission zu sein: Der Name TÜV AUSTRIA Akademie wurde auf dem Chip gespeichert und in die Sonde eingebaut.

Die Raumfähre wird zwei Jahre auf der 500 Meter großen Oberfläche des Asteroiden verbringen, um dort Proben zu sammeln und schließlich 2023 wieder auf der Erde zu landen. Die Idee hinter ‚Messages to Bennu‘ ist es, an der Erforschung des Solarsystems teilzunehmen und vielleicht sogar dabei zu sein, wenn die zwei wichtigsten Fragen der Menschheit ein Stück weit gelöst werden: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? 

Asteroiden, übriggebliebene Trümmer aus der Zeit, als sich das Sonnensystem formierte, könnten zur Aufklärung dieser Rätsel beitragen und uns mehr über die Entstehung der Sonne, der Planeten und unserer Ozeane erzählen. Dazu reichen 60 Gramm Bodenschatz – so viel Material wird die Sonde OSIRIS REx (Origins-Spectral Interpretation Resource Identification Security Regolith Explorer) einsammeln, bevor sie wieder zur Erde zurückkehrt.

Houston, wir haben im Jahr 2182 ein Problem

Die Mission hat aber auch noch einen anderen Grund: ‚Bennu‘ könnte der Erde im 22. Jahrhundert gefährlich werden. Die Chance eines Zusammenstoßes liegt zwar nur bei 1:1800, aber laut NASA ist ‚Bennu‘ der gefährlichste der Menschheit bekannte Asteroid. Umso wichtiger ist es, den Asteroiden zu vermessen und seine physikalischen Eigenschaften zu verfassen. Geplant ist übrigens auch eine bemannte Landung auf einem Asteroiden – allerdings erst 2025.

Wer weiß, vielleicht sind wir dann wieder an Bord? Bleiben Sie dran – wir halten Sie auf dem Laufenden…  

 

  • „Overnewsed but underinformed“ - Das war der LVA-TÜV-HlogS Lebensmittelsicherheitstag 2016 in der Maria Theresien Kaserne (Juni 2016)

 

Was essbar ist und was nicht, was gesund ist und was der Gesundheit schadet, was schmeckt und wem es nicht schmeckt – die Medien und 

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sozialen Netzwerke sind voll mit Berichten rund um das Thema Ernährung und Lebensmittelsicherheit. Die Perspektive der Industrie kommt dabei manchmal zu kurz – 20 Sekunden kurz, um genau zu sein.

„Eine Krise ist eine Frage der Perspektive“. DI Oskar Wawschinek von Food Business Consult referierte am 3. LVA-TÜV-HlogS Lebensmittelsicherheitstag über Krisenmanagement in der Gemeinschaftsverpflegung. Eine Krise ist Wahrnehmungssache der Öffentlichkeit: Was Unternehmen vielleicht als Zwischenfall beurteilen, machen Medien eventuell zu Schlagzeilen. Wenn Unternehmen dann nicht rasch reagieren, kann dies leicht zu einem enormen Imageschaden führen. DI Wawschinek  betonte daher die Wichtigkeit von Krisenplänen, die immer wieder angepasst und überarbeitet werden müssen, um für die Zukunft vorbereitet zu sein. 5 Minuten nach Eintritt einer Krise sollten die ersten Telefoninterviews geführt werden können, daher muss die Antwort kurz, die Botschaft klar, die Ansprechpartner definiert sein – 20 Sekunden wären im Schnitt bei diesen ersten Interviews an Redezeit vorgesehen, so DI Wawschinek.

Sachlich bleiben
Immer wieder steht die Lebensmittelindustrie vor Herausforderungen. Druckfarbstoffe in Müsliverpackungen, Mineralöle in Recyclingkartons,  Hormonfunde in Mineralwässern – solcherlei Aufreger beschäftigten in der Vergangenheit die Medienwelt, und die genannten sind nur Beispiele für Skandale, die mit Lebensmittelkontaktmaterialien zu tun haben. Dr. Dieter Österreicher vom Bundesministerium für Gesundheit rief in seinem Vortrag dazu auf, sachlich nach Lösungen zu suchen. Ein Ansatz wären einheitliche Regelungen, die die Vielzahl der Einzelregelungen aufheben und den Handel erleichtern. Ein Nachweis der gesundheitlichen Unbedenklichkeit wäre behördenseitlich jedoch nicht machbar, nicht bei 100.000 Substanzen. Kontrolliert wird jedoch die Eigenkontrolle der Unternehmen.

Mut zur Gesetzeslücke?
Zur betrieblichen Eigenkontrolle trägt das ALARA-Prinzip bei: Höchstwerte bei Schadstoffen sollen ‚as low as reasonably achievable‘ festgesetzt werden. Das mag auf den ersten Blick wenig aussagen. Auf den zweiten Blick wird klar: Nur 30-35 Kontaminanten wie Mykotoxine, Schwermetalle oder Dioxine sind gesetzlich geregelt, das Potential an Schadstoffen, die durch die Umwelt unabsichtlich in Lebensmittel gelangen können,  ist aber unendlich groß. Deswegen ist die Bewertung des gesundheitlichen Risikos so wichtig, die Begrenzung des  Schadstoffgehaltes auf vertretbare Werte essentiell. „Die Kontamination kann aber niemals ausgeschlossen werden“, sagte Dr. Michael Gartner von der LVA Gruppe. Für Unternehmen bedeutet das, ständig den Markt im Auge zu behalten und Kontaminationsfälle auf das eigene Unternehmen umzumünzen, um die Gesundheit des Verbrauchers zu schützen.

Wer haftet
Dieser Gesundheitsschutz ist im General Food Law festgesetzt, das bereits seit 12 Jahren existiert. Das Gesetz nimmt seitdem Unternehmen stärker in die Pflicht – bei behördlichen Kontrollen muss lückenlos nachgewiesen werden, dass der Gesundheitsschutz gewährleistet ist und immer schon war, sollte es zu einem Vorfall gekommen sein. Die primäre lebensmittelrechtliche Verantwortung für die Lebensmittelsicherheit liegt beim Unternehmer. „Die Qualitäts- und Sicherheitsstandards in Österreich und der EU sind sehr hoch“, sagte Dr. Florian Tschandl in seiner Key Note Speech über die zentralen Aspekte der Lebensmittelsicherheit. Lebensmittelsicherheit wird heute über die gesamte Lebensmittel-Kette gelebt, von der Landwirtschaft bis zum Verkauf. Rückverfolgbarkeit, Risikoanalysen und eben jene Eigenkontrollen, wiederum von amtlicher Seite und Auditor/innen überwacht, würden die Lebensmittelsicherheit auf einem anhaltend hohen Qualitätsniveau halten.

Schaben knabbern
Heißt das hinsichtlich der Berichterstattung, es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird? Wenn es nach Dr. Henry Jäger von der Universität für Bodenkultur geht, dann wird zumindest alles schneller gekocht: Er referierte in seinem Vortrag über die Einsatzmöglichkeiten von Volumetrischen Erhitzungsverfahren, Hochspannungsimpulsen und neuen Verfahren zur Oberflächenbehandlung. Diese tragen zwar zur Verbesserung der Produktqualität bei und steigern die Prozesseffizienz in der Produktion, ob sie aber auch der Lebensmittelsicherheit dienen, muss teilweise noch wissenschaftlich belegt werden. Der Trend geht aber in Richtung neue Rohstoffe: Essbare Insekten, Algen und Pseudogetreide könnten zukünftig als Alternative zu Fleisch als Eiweißlieferanten dienen. Aber auch hier stellt sich die Frage nach dem Verbraucherschutz – potentielle Risiken sind noch nicht ausreichend erforscht.

Gesunde Ernährung für gesunde Soldaten
Lebensmittelsicherheit aus Sicht der Praktiker: Die Heereslogistikschule und das Österreichische Bundesheer zeigten am Lebensmittelsicherheitstag vor, wie die Praxis gelebt wird. HR Dr. Rupert Fritzenwallner, MMSc MBA, sprach vom Spannungsfeld zwischen frischer, individueller Speisenzubereitung und industrieller Produktion. ADir RgR Dipl. Päd. Oberst Wolfgang Wurzer vertiefte die Thematik in seinem Vortrag über das Eigenkontrollsystem HACCP im Österreichischen Bundesheer. Beide sahen die zunehmende Bedeutung von IT-gestützten Prozessen in der Organisation, aber auch die Bedeutung von Checklisten und Arbeitsanweisungen für Mitarbeiter/innen. Nur wenn das System auch gelebt wird, macht es Sinn. 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag 2016 – im Banne der neuen MDR (Juni 2016)

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Die neue Medical Device Regulation wird  im österreichischen Gesundheitssystem Spuren hinterlassen. Welche langfristigen Auswirkungen sich ergeben, ist noch ungewiss. Eine Vielzahl an neuen Anforderungen droht aber das System punktuell zu überlasten.

Aus drei Richtlinien werden zwei EU-Verordnungen: Die Medical Device Regulation (MDR) und die In Vitro Diagnostic Medical Device Regulation (IVDR) lösen die RL 90/385/EWG, die RL 93/42/EWG und die RL 98/79/EG ab. Viele am Gesetzgebungsverfahren Beteiligte bezeichnen die MDR/IVDR als eines der umfangreichsten Verfahren in den letzten Jahren in Europa. Nicht ganz unschuldig daran ist der PIP-Skandal.

Der Skandal
Im Dezember 2011 ging ein Ruck durch die Welt der Medizinprodukte: Die französische Firma PIP hatte mangelhaft mit Silikongel gefüllte Brustimplantate verkauft, was zu einer öffentlichen Diskussion hinsichtlich behördlicher Genehmigungsverfahren führte. Aufgrund des medialen und politischen Fokus kam es schließlich zu einer Modifikation von Verordnungsentwürfen, die bereits seit 2008 besprochen wurden. Die sich daraus ergebende MDR wurde kürzlich am TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag 2016 in der TÜV AUSTRIA Akademie durchleuchtet.

Die Änderungen
Die Palette an Medizinprodukten wird vergrößert, veranschaulichte Dr. Martin Renhardt vom Bundesministerium für Gesundheit: Galten früher nur Kontaktlinsen als Medizinprodukt, wenn sie als Sehhilfe dienten, fallen unter die neue MDR auch kosmetisch verwendete Kontaktlinsen, beispielsweise Katzenaugen für Partys. Auch die Ausrüstung zur Reduzierung von Fettgewebe, also zur Liposuktion, Lipolyse oder Lipoplastie werden in die neue Verordnung integriert. Aber nicht nur die Anzahl der Medizinprodukte steigt, auch die Sicherheits- und Leistungsanforderungen sind angehoben worden, so DI Michael Pölzleitner in seinem Einleitungsreferat. Risikomanagement über den gesamten Produkt-Lebenszyklus, Post-Market-Studien oder die Rückverfolgbarkeit von Produkten sollen die Sicherheit zukünftig erhöhen, auch die Anforderungen an klinische Studien und die technische Dokumentation werden verschärft. 

Die Herausforderungen

Die erhöhten Sicherheitsauflagen bringen aber auch zahlreiche Herausforderungen mit sich: Das Benennungsverfahren für Konformitätsbewertungsstellen  ist ebenfalls deutlich strenger geworden, was heute schon und in Zukunft verstärkt zu Ressourcenproblemen führen kann, stellte auch Mark Küller vom Verband der TÜV e.V. fest. Die Anzahl der Benannten Stellen wird vermutlich, von einstmals 84 und derzeit offiziell 61, weiter stark sinken, da die Qualifikation der Auditor/innen nicht mehr mit den Forderungen aus der neuen Verordnung übereinstimmt und diverse weitere Anforderungen verschärft werden.  Gerade jetzt ist aber die Nachfrage nach Auditor/innen gestiegen - Stichprobenziehungen und unangekündigte Audits sind ebenfalls obligatorisch geworden.

In diesem Spannungsfeld bewegen sich aber nicht nur Benannte Stellen, sondern auch Händler, Betreiber und Hersteller von Medizinprodukten: ‚Alle Medizinprodukte mit CE-Zertifizierung müssen unter der neuen MDR vollständig neu bewertet werden‘, so DI Susanne Keil von MED-EL, die durch die stärkere Überwachung von Hochrisiko-Medizinprodukten innerhalb der EU (Scrutiny-Verfahren) eine lange Wartezeit bei Markteinführungen voraussah. 

MDR – die Innovationsbremse?
Die strengere Regulierung könnte sich im schlimmsten Fall zur Innovationsbremse ausweiten: Bei steigender Verfahrensdauer und steigenden Kosten leidet vor allem die Innovationskraft in kleineren Start-Ups, die den größeren Hürden nicht mehr gewachsen wären. Das wiederum könnte die Verfügbarkeit neuer Produkte am Markt für Patienten enorm verzögern. 

Lösungsansätze
Information und Schulung wurden am TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag als Lösungsansätze genannt. Ing. Wilhelm Holcapek vom Wiener KAV Wilhelminenspital wies in seinem Vortrag auf ein ausgereiftes Qualitätsmanagementsystem hin, betonte aber, dass sich dieses eventuell noch nicht allen Beteiligten erschlossen hat. Eine umfangreiche Aufklärungskampagne zur Vermeidung von Fehlern wäre also hilfreich und kommt auch: Patrick D’Haese, MBA, BA, Ba von Eucomed stellte am Ende seines Vortrages ‚Best Practice Guidelines‘ für Hersteller in Aussicht. 

Der Medizinprodukte-Händler Medtronic Österreich GmbH setzt bereits erste Schritte: Mitarbeiterschulungen, Information unternehmensinterner Stakeholder, wie der Rechtsabteilung, und Analyse des Produktportfolios seien wichtig, um rechtzeitig mit der Umstellung zu beginnen, so Renate Thomas, BSc von Medtronic Österreich. 

Nicht nur Risiken, sondern auch Chancen sieht DI Dr. Wittmann von MoNo hinsichtlich höherer Qualitätsanforderungen an alle Hersteller, was wiederum den Patient/innen zu gute kommen sollte. Tipps zur Nutzung von Chancen aus dem Vergleich des Spitzensports mit Privatwirtschaft bekamen die Teilnehmer/innen abschließend von Alexandra Meissnitzer, MBA.

Die neue MDR wird wahrscheinlich bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres in Kraft treten und muss innerhalb der nächsten 3 Jahre vollständig implementiert werden, die IVDR innerhalb der nächsten 5 Jahre.   
Der Appell der Expert/innen an Unternehmen lautet: Starten Sie jetzt!

 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Akademie zertifiziert BAK (Juni 2016)

Fünfzehn TÜV zertifizierte Risikomanager/innen beim Bundesministerium für Inneres und beim Bundesamt zur Korruptionsbekämpfung.

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Das BUNDESAMT ZUR KORRUPTIONSPRÄVENTION UND KORRUPTIONSBEKÄMPFUNG (BAK) als eine Einrichtung des BUNDESMINISTERIUMS FÜR INNERES (BM.I) hat gemeinsam mit dem BM.I eine breite Palette an öffentlichen Aufgaben abzudecken. Diese Aufgaben reichen von  der öffentlichen Sicherheit über sensible Strafverfolgungen,  Personal Recruiting, technische Gebäudesicherheit,  den Einsatz von Social Media und Apps bis hin zum Empfang von internationalen Delegationen (Kontakte zu 50 Ländern!) wo Themen wie Menschenrechte und Korruptionsprävention behandelt werden.

Gemeinsam hat das BAK und das BM.I auch schon bisher Schritte Richtung Risikomanagement gesetzt und sich mit Themen wie Risikoidentifikation und Bewertung beschäftigt. 

Frau Mag. Veronika Haubner-Immervoll, die Referatsleiterin für Ressourcen des BAK trat deshalb mit konkreten Vorstellungen für eine Risikomanagerausbildung an die TÜV AUSTRIA Akademie heran. Wesentlich war die Anwendung des Risikomanagements mit Schwerpunkt Sicherheits- und Compliance Risken. Dem BAK und dem BM.I war es wichtig, zur bereits gestarteten Risikomanagementpraxis auch die Theorie kennenzulernen und das Ganze mit einem anerkannten Abschluss zu vollenden.

Die Zertifizierungsprüfung bestand aus Einzel-Projektarbeiten, die der Prüfungskommission auch vorzustellen waren. Dabei zeigten die Teilnehmer/innen, dass sie über das Know-how der Anwendung der Instrumente des Risikomanagements verfügen. Sie brachten sehr viel persönlichen Einsatz zu ihren Projektthemen ein, das letztlich  zum Wohle des gesamten Risikomanagements dient.

Die TÜV AUSTRIA Akademie gratuliert allen Absolventinnen und Absolventen ganz herzlich!

 

  • Wien Energie bildet Mitarbeiter/innen im Bereich der Arbeitssicherheit aus (Mai 2016)

Sicherheitsbewusste Unternehmen setzen immer mehr auf die fundierte Ausbildung

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ihrer Mitarbeiter/innen, um das Risiko einer Verletzung gering zu halten. Kürzlich 

wurden bei Wien Energie fast zwei Dutzend Mitarbeiter/innen in zwei 

unterschiedlichen Kursen geschult. 

 

Dampfkesselwärter/innen, Dampf- und Gasturbinenwärter/innen,  sorgen für den sicheren und ordnungsgemäßen Betrieb der von ihnen zu bedienenden Dampfkessel

und Wärmekraftmaschinen. Diese Betriebswärter/innen  führen Wartungen durch und sind  für einen störungsfreien, energieeffizienten und dauerhaften Betrieb der Anlagen verantwortlich. 

 

Kürzlich wurden 10 Mitarbeiter  von Wien Energie entsprechend der gesetzlichen Anforderungen gemäß Dampfkesselbetriebsgesetz ausgebildet. Der Dampf-und Gasturbinenwärterkurs wurde von der TÜV AUSTRIA Akademie durchgeführt und ist die ideale Vorbereitung auf die anschließende Prüfung vor dem Prüfungskommissär. 

 

Die Vortragenden sind ausschließlich TÜV-Prüfer, welche im Fachgebiet täglich arbeiten. Dieser herausragende Praxisbezug ist ein unschlagbarer Vorteil für jede/n Kursteilnehmer/in. Oftmals werden die Kurse auch direkt in die Anlage verlegt, wo der anspruchsvolle Theoriestoff in der Praxis noch besser „begriffen“ werden kann.

 

SICHER UNTERWEGS MIT DEM GABELSTAPLER

 

Für das Fahren mit einem Gabelstapler ist ein Staplerführerausweis erforderlich. Ähnlich wie bei einem Führerschein muss neben einem Mindestalter (Erreichung des 18. Lebensjahres) auch eine theoretische und praktische Prüfung abgelegt werden. 

 

In Österreich gibt es jährlich ca. 800 Staplerunfälle mit Personenschäden. Die Vortragenden des TÜV AUSTRIA kommen aus der Prüfpraxis der Hebetechnik und kennen die häufigsten Regelverletzungen, die zu gefährlichen Zwischenfällen oder sogar Unfällen mit Verletzungen führen. 

 

13 engagierte und aufmerksame Mitarbeiter/innen von Wien Energie haben in der 3-tägigen, nach TÜV standardisierten Qualitätskriterien festgelegten Ausbildung die wichtigsten Sicherheits- und Verhaltensregeln im Umgang mit einem Stapler kennengelernt.  Die Abschlussprüfung vor einer Prüfungskommission inklusive einer Fahrprüfung auf dem Gelände des Kraftwerkes Simmering und einem schriftlichem Test wurde von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen bravourös gemeistert.

Die TÜV AUSTRIA Akademie gratuliert allen Absolventen und Absolventinnen 

von Wien Energie recht herzlich!

 

  • Der Tag X am TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2016 (April 2016)

20. April 2016, Mitternacht: Die neue Europäische Aufzugsrichtlinie 2014/33/EU tritt in Kraft. Nun ist alles anders. Oder doch nicht? Ein Expertentag klärte die Details.

Wie jeden Morgen benützten auch am 20. April wieder Millionen von Menschen einen Aufzug. Die Kunden haben von der neuen Aufzugsrichtlinie nicht viel mitbekommen – die Welt drehte sich weiter, die Aufzüge bewegten sich immer noch. ‚Das Inverkehrbringen von Aufzügen muss heute schon nach dem neuen Gesetz erfolgen‘, so Ing. Thomas Maldet, Geschäftsfeldleiter der TÜV AUSTRIA Services. ‚Aber erst spätestens ab August 2017 muss dann jeder neue gebaute Aufzug unbedingt auch der EN81-20 entsprechen.‘ Dennoch: Für Hersteller bedeutet das, heute schon vorzubauen und sich nach der neuen Norm zu richten, um später Kosten zu sparen.

Die Auswirkungen
Jetzt schon nach der neuen Norm planen und bauen - so sah es auch Ing. Stephan Störmer von TÜV AUSTRIA Services, der in seinem Vortrag die Änderungen aufgrund der neuen ASV 2015 besprach. Die nationale Umsetzung der Europäischen Aufzugsrichtlinie erweitert nicht nur den Kreis der Wirtschaftsakteure, sondern bezieht auch notifizierte Stellen mehr ein, zum Beispiel bei Umbauten von Aufzügen mit CE-Kennzeichen.

Vom Lux-Wert der Beleuchtung über die Anforderungen an das Fahrkorbdach bis hin zur Tragfähigkeit des Schachtgrubenbodens – welche Auswirkungen die ÖNORM EN 81-20 auf Aufzugsunternehmen hat, erklärte Erich Hable von thyssenkrupp Aufzüge GMBH, der aber gleichzeitig relativierte: Es gäbe eine Kluft zwischen den Regeln der Technik und dem Stand der Technik – die technische Entwicklung ist naturgemäß immer einige Schritte voraus.

Das Tor zur Sicherheit
Die Referenten am TÜV AUSTRIA Aufzugstag beschäftigten sich eingehend mit der neuen Aufzugsrichtlinie und beleuchteten das Thema von allen Seiten: DI Frank Schmidt von Aufzugswerke Schmitt+Sohn GmbH & Co KG sprach beispielsweise von erhöhten Anforderungen an die mechanische Festigkeit von Aufzugstüren, welche die Sicherheit gegen einen Absturz in den Schacht noch weiter verbessert.

Notruf 2.0
Notrufsysteme in Aufzügen: Darüber referierte Margarete Landertshammer von alcomtec aufzug- & gebäudekommunikationstechnik gmbH, die analoge Endgeräte in digitalen Netzen als Sicherheitsrisiko einstufte – Personennotrufe und Störmeldungen könnten nur fehlerhaft oder gar nicht übertragen werden. So sahen es auch die Wiener Linien, die kürzlich 120 Aufzüge aufgrund einer Störung im Notrufsystem außer Betrieb setzten. Eine kluge Entscheidung, meinten die Expert/Innen am Aufzugstag.

Auch Ing. Manfred Spiller von MS Mikroprozessor-Systeme AG sprach von den Möglichkeiten und Chancen der neuen Fernmeldenetze auf IP-basierenden Strukturen vs. der Unzuverlässigkeit von analogen Lösungen. Vor allem die multifunktionale Aufzugsüberwachung mit Etagenansagen und Notruffilterung sah Ing. Spiller als Vorteil.

Schrankenlose Bewegungsfreiheit?
Diese Etagenansagen im Sinne der Barrierefreiheit waren auch Teil von Dipl. Ing. Andreas Kloibers Vortrag (TÜV AUSTRIA Consult). Denn die zwingenden Verpflichtungen der Barrierefreiheit sind nun in der Bauwelt angekommen – Überlegungen hinsichtlich der Zugänglichkeit zum Aufzug sollten ebenso in die Planung einbezogen werden wie akustische Signale zur Orientierung. Ein kleines ‚Aber‘ in Bezug auf die Barrierefreiheit kam von Ing. Mag. Gottfried Leitner (Omnia hoch p GmbH): Wenn die Barrierefreiheit dem Denkmalschutz des Gebäudes im Weg steht, dann wird meistens zugunsten des Denkmalschutzes entschieden.

Aufzüge für’s Blaulicht
Was muss ein Aufzug können, der von der Feuerwehr genutzt wird? In seinem Vortrag über die ÖNORM EN 81-72:2015 in Verbindung mit der TRVB 150 A referierte DI Martin Salomon von TÜV AUSTRIA Services über die technischen Anforderungen an Feuerwehraufzüge. Diese sind breit gefächert: Von der Ausstattung des Fahrkorbes über den Abfluss von Löschwasser bis hin zur Kennzeichnung mittels Piktogrammen sollte bei diesem Thema einiges bedacht werden.

Noch ein denkwürdiges Datum: Am 1. Mai 2016 tritt das neue Steiermärkische Hebeanlagengesetz in Kraft, das sich dem Europäischen Recht anpasst und Genehmigungsverfahren vereinfacht. Welche Änderungen sich daraus ergeben, besprach DI Dr. techn. Bernhard Schaffernak vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung im letzten Vortrag.

Unterm Strich
Fazit des 15. TÜV AUSTRIA Aufzugstages: Dank der strengen Gesetzgebung, der Tätigkeit von Wartungsfirmen und gut ausgebildeten Aufzugsprüfern ist es um die Aufzugssicherheit in Österreich gut bestellt. Damit dies so bleibt, sollten Unabhängigkeit und Gewissenhaftigkeit von Prüfern weiterhin hoch gehalten werden.

Wir bedanken uns bei allen Referent/innen für die spannenden Vorträge, bei allen Gästen für den interessanten Austausch und bei der Stadt Wien – Geschäftsgruppe Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung für die wie immer gelungene Kooperation.  Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

 

 

  • Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2016: Der Faktor Mensch (März 2016)

Menschliches Fehlverhalten ist eine allzu häufige Brandursache, Fahrlässigkeit führt zu Schäden in Millionenhöhe und manchmal leider auch zu Todesfällen. Dies kann verhindert werden. Murphys Law kann umgegangen werden. Wie das geht, davon berichteten die Experten am TÜV AUSTRIA Brandschutztag in der Pyramide Vösendorf.


Über 350 Teilnehmer/innen besuchten den TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2016, der von der TÜV AUSTRIA Akademie auch dieses Jahr wieder im Austria Trend Eventhotel Pyramide ausgerichtet wurde. 20 namhafte Aussteller komplettierten den Expertentag mit gut sortierten Ständen, die in den Pausen das Fachwissen der Anwesenden noch mehr erweiterten. 


Was vom Feuer übrig bleibt
Hinterher ist man immer klüger. Das weiß auch der Kriminalist Frank D. Stolt, der am TÜV AUSTRIA Brandschutztag aus seinem Erfahrungsschatz schöpfte und tiefe Einblicke in die Arbeit eines Brandermittlers bot. Die Hauptursache von Bränden wäre der Mensch, so Stolt. Aus Fahrlässigkeit und Unkenntnis der geltenden Normen würden die Brände entstehen, und nur weil ‚noch nie etwas passiert ist‘, heißt das noch lange nicht, dass auch in Zukunft nichts passiert. Der Konjunktiv ‚es könnte brennen‘ wiegt in falsche Sicherheit – was brennen kann, das brennt auch irgendwann, führt Stolt anhand von zahlreichen Beispielen aus.

Sein Appell an die Brandschutzbeauftragten: Arbeiten Sie mit den Brandermittlern und der Polizei zusammen und unterschreiben Sie keine Verschwiegenheitsklausel des Unternehmens, die Sie daran hindern würde. Auch wenn Brandschutzbeauftragte nicht mit der Polizei sprechen – mit der Staatsanwaltschaft müssen sie es.


Es hat gefunkt
Nicht nur der Brandermittler beschäftigt sich damit, wie es zu einem Brand gekommen ist. Auch Marc Eder von Denios zeigte am TÜV AUSTRIA Brandschutztag in seinem Experimentalvortrag, welche Gefahren am Arbeitsplatz lauern können, wenn Stoffe nicht korrekt gelagert wurden und der Müll nicht ordentlich getrennt und entsorgt wurde. Um das Gefahrendreieck von brennbarem Stoff plus Sauerstoff plus Zündquelle zu veranschaulichen, mischte Eder munter brennbare Flüssigkeiten im richtigen Verhältnis und erzeugte zum allgemeinen Erstaunen Stichflammen und Explosionen.  Sein Fazit: Eigenverantwortung übernehmen! Kollegen und Vorgesetzte auf Fehler und Mängel hinweisen – nur wer ein Bewusstsein für die Gefahren entwickelt, kann Brände verhindern.


Was Sie wissen sollten
Dass es zu Murphys Law gar nicht erst kommt – das ist Aufgabe des Brandschutzbeauftragten. Es kann nicht schiefgehen, was richtig verstanden und umgesetzt wurde: die Normen. Diese beschäftigten am TÜV AUSTRIA Brandschutztag auch Ing. Leo Ballek, der im TRVB-Arbeitskreis mitarbeitet und den TeilnehmerInnen die Neuigkeiten daraus vorstellte. Besonderes Augenmerk legte er in einem anderen Vortrag auf die Anforderungen bei Leitungen und deren Durchführungen, die in der TRVB 110 B festgelegt sind.


Umbau geplant?
Der Bestandsschutz und die Nachrüstpflicht – das Thema ist ein Dauerbrenner. Richter i.R. Dr. Alfred Popper macht darauf aufmerksam, welche Normen Beauftragte kennen sollten: Die B 1300, 13001, die Betreiberverantwortung GEFMA 190 FMA, die Gebäudehaftung, die neuen Gesetze zur Barrierefreiheit – alles könnte nochmal wichtig werden, vor allem, wenn es um behördliche Bescheide geht. Diese können abgeändert werden, so Dr. Popper, der darauf hinwies, dass man sich nur auf Bescheide verlassen kann, wenn eine dokumentierte Gefahrenanalyse besagt, dass nach einem Umbau keine Gefahr besteht. Hinsichtlich des Brandschutzes sind vor allem die Brandschutzkonzepte, die Fluchtwege und die Brandmeldeanlagen zu prüfen.


Mehr Licht, weniger Sauerstoff
Apropos Brandmeldeanlage: Die Schnittstelle zwischen Sicherheitsbeleuchtung und Brandmeldeanlage erklärte DI Erich Hofer vom TÜV AUSTRIA. Wer Sicherheitsbeleuchtungen mit einer Bereitschaftsschaltung betreibt, der muss laut ÖVE/ÖNORM E 8002 mit Ansprechen des Brandmelders die Sicherheitsbeleuchtung aktivieren. Wie die dazu gehörenden Batterien laut Norm gelagert werden sollen und welche Anforderungen an die Batterieräume gestellt werden, legte der Referent ebenfalls dar. 
Nach der Brandmeldeanlage kommt die Löschanlage zum Einsatz, zum Beispiel eine automatische Löschanlage, die jedoch ihre Anwendungsgrenzen hat und im Falle einer Sprinkleranlage unter Umständen zu Überflutungen führen kann. Ing. Leo Ballek stellte in seinem Vortrag eine mögliche Lösung vor: Die Sauerstoffreduktionsanlage, die mittels Stickstoff die Entstehung eines Brandes verhindert. Für die Errichtung einer SRA ist jedoch ein Betriebsanlagenbewilligungsverfahren nötig, da sie für Personen gefährlich werden kann. Für Anlagen ohne ständige Arbeitsplätze im geschützten Bereich kann eine SRA jedoch gut eingesetzt werden (Archive, Lagerbunker, Gefahrstofflager).


Zukünftige Herausforderungen
Was bringt die Zukunft? Neue Gefahren lauern in neuen Technologien, beispielsweise in Photovoltaikanlagen, wie SV Ing. Martin Swoboda in seinem Vortrag ausführte. Für die Feuerwehr sind große, verbaute Flächen auf Dächern ‚suboptimal‘, da im Falle eines Brandes mit herabfallenden Teilen zu rechnen und der Gefahrenbereich nicht abschätzbar ist. Brände sind in diesem Zusammenhang nicht selten – Überspannung, Tierverbiss, der Isolationsschäden auslöst oder Sturm können nur einige der Gründe dafür sein. Die Lösung könnte in neuen Photovoltaikanlagen liegen, die durch Knopfdruck abschaltbar sind – die sind zwar teurer, aber auch sicherer.

 

 

  • TÜV AUSTRIA Kälte- Klimafachtage 2016 - die Menge macht's (März 2016)

Es gibt aber verschiedene Möglichkeiten, um die neuen Grenzwerte zu erfüllen. Welche das sind, erfuhren die Teilnehmer auf den 1. Kälte Klima Fachtagen.  
Die neue F-Gase-Verordnung beschäftigt die Kälte- und Klimabranche. Eine neue Gewichtung von Kältemittelfüllmengen, die stufenweise Reduzierung der Mengen der in Verkehr gebrachten teilfluorierten Kohlenwasserstoffe, die wenigen Alternativen, die sich dadurch ergeben – all das bereitet den Gewerbetreibenden Kopfzerbrechen. Welche Kältemittel dürfen ab 2020 noch verwendet werden? Welche sind sinnvoll? Was ist bei der Bewilligung neuer Anlagen zu beachten? Diesen Fragen stellten sich die Experten Mitte März im Austria Trend Eventhotel Pyramide.
Es gibt keine Universallösung für den Umstieg auf ein alternatives Kältemittel - alle haben Vor- und Nachteile. Einst waren 154 Stoffe zwar als Kältemittel geeignet, aber nicht gerade nachhaltig. Heute bleiben 8 Elemente, die sich als Kältemittel-Moleküle hinsichtlich Sicherheit, Vermeidung des Ozonabbaus und des Treibhauseffektes eignen. ‚Kältemittel sind ein wertvolles Gut‘, so Dr. Rainer Jakobs vom Deutschen Kälte- und Klimatechnischen Verein. ‚Und in Zukunft werden sie immer wertvoller.‘
Die gute Nachricht: Die Lösungsansätze sind vielfältig. Bei der Planung neuer Projekte sollte der Energieverbrauch als wichtigstes Kriterium gelten und Kältemittel mit einem geringen GWP (Global Warming Potential) verwendet werden. Hermetische Anlagen sollten bevorzugt werden, Leckagen vermieden und Temperaturen optimiert werden.

‚Ach, würden wir doch nur Waschmaschinen bauen‘

Die Aussage eines Teilnehmers brachte es auf den Punkt: Denn während Waschmaschinen nur einer Norm unterworfen sind, gelten beim Bau einer neuen Kälteanlage bis zu 80 Normen. Eine der wichtigsten ist die EN 378, die Sicherheitstechnische und Umweltrelevante Anforderungen für Kälteanlagen und Wärmepumpen beschreibt und gerade in Bezug auf die neue F-Gase-Verordnung ergänzt wurde. 
Was das konkret für die Bewilligung einer Kälteanlage bedeutet, erklärte DI Dr. Anton Pirko vom Amt der Niederösterreichischen Landesregierung in seinem Vortrag. Neben einer Reihe von zu überprüfenden gesetzlichen Forderungen wie die Kontrolle auf Dichtheit und das ArbeitnehmerInnenschutzgesetz seien es auch die Funktionalen Forderungen, welche in die Beurteilung mit einfließen, so DI Dr. Pirko, der in diesem Zusammenhang auch gleich warnt: Die wirtschaftliche Effizienz ist kein öffentlich-rechtliches Schutzgut wie beispielsweise der Emissionsschutz. Energieeffizienz ist also kein Argument für die Bewilligung einer neuen Anlage, nur die CO2 Einsparung ist für die Behörde interessant.

‚Keine Angst vor CO2‘
Zwei Tage lang referierten die Experten der Kälte-Klima-Fachtage nicht nur über die gesetzlichen Grundlagen, sondern offerierten auch eine Reihe von Möglichkeiten, um die neuen Grenzwerte einzuhalten. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf die Toxizität der einzelnen Stoffe gelegt, auf die Anschaffungskosten, auf den GWP und auf die Dichtheit. 
Das Kältemittel R744 (Kohlendioxid) ist eine der genannten Alternativen. Der Vorteil von CO2: Es ist chemisch stabil, der GWP beträgt 1, es ist leicht verfügbar zu einem niedrigen Preis. Der Nachteil ist die hohe Drucklage bei hohen Außentemperaturen und die Lecksuche gestaltet sich teilweise schwierig. Fazit: ‚R744 ist eine gute Wahl, aber nicht die Lösung für jede Anwendung‘, so Ralf Bartzsch von kke Austria GmbH, der ebenfalls anmerkte, dass der Standort des Gaskühlers einen signifikanten Einfluss auf die Energieeffizienz der Anlage habe. Ein gesunder Respekt vor CO2 sei ebenfalls wichtig, auch wenn man keine Angst vor dem Stoff haben muss.

Die Qual der Wahl?
Wärmepumpen mit Wasser als Arbeitsmedium, Propan, Hydrofluor-Olefin, Thermisches Kühlen mit Adsorptionskälteaggregaten, Kältemittel mit Temperaturgleit. Was eignet sich für welche Anlage, wo sind die Risiken? Wasser hätte den Vorteil eines GWP von 0 und keine gesundheitlichen Auswirkungen auf Menschen, die hohen Druckverhältnisse sind jedoch von Nachteil. Propan hat ebenfalls einen niedrigen GWP, ist auch günstig in der Anschaffung, ist aber auch brennbar – Vorsichtsmaßnahmen sollten hier ergriffen werden, vor allem hinsichtlich des Aufstellungsortes. 

Das Risiko abschätzen – die Risikoanalyse 

Wer neue Anlagen konzipiert, der hat viel zu beachten: Den Aufstellungsort, das Kältemittel, die Kältemittelmenge, etc. Dr. Martin Doktor von TÜV AUSTRIA Services empfiehlt eine Risikoanalyse, um bei komplexeren Anlagen besser einschätzen zu können, wie hoch die Eintrittswahrscheinlichkeit des Risikos ist und wie hoch das Schadensausmaß wäre. Hierzu ist geballtes Fachwissen gefragt: Hersteller, Betreiber und ein Moderator setzen sich zusammen, um ihre Kräfte zu bündeln und das Risiko klein zu halten.

Die Energieeffizienzinspektion

Die Energieeffizienzinspektion für Klimaanlagen mit einer Kälteleistung von mehr als 12,0 kw ist gemäß den Landesgesetzen in unterschiedlich langen Intervallen durchzuführen. Es ist somit in Ergänzung zur Sicherheitstechnik auch die Energieeffizienz zu inspektieren.  
Geballtes Fachwissen, bis ins kleinste Detail erarbeitet: Die 1. Kälte Klima Fachtage, die von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltet wurden, waren ein voller Erfolg. Der nächste Termin im Jahr 2017 steht bereits fest: Es ist der 16. – 17.03.2017! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen und bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen, Ausstellern und Referent/innen für den gelungenen Einstand!

 

 

  • Seminaranbieterranking Industriemagazin: Wir sind die Nummer 1! (Februar 2016)

 In einer Studie des Industriemagazins wurden die größten Seminaranbieter in Österreich unter die Lupe genommen, kategorisiert und 

TÜV AUSTRIA AKADEMIEanhand von Image und persönlicher Erfahrung bewertet.  Die TÜV AUSTRIA Akademie belegt zum 3. Mal den ersten Platz.

Ein gutes Image und die hohe Anzahl der Bewertungen, sowie viele persönliche Erfahrungen sind verantwortlich für die Top-Platzierung der TÜV AUSTRIA Akademie. Das Industriemagazin wählte rund 100 Anbieter aus, die es aufgrund des Programmumfangs und der Bekanntheit ins Ranking schafften - die befragten Führungskräfte unterteilten die Seminaranbieter in Kategorien, die TÜV AUSTRIA Akademie wurde dabei der Kategorie 'Industrie & Fertigung' zugeordnet und wie schon die letzten beiden Jahre erneut auf Platz 1 gewählt. Ebenfalls positiv: Die Benotung 2,20 in der Image-Wertung ist das zweitbeste Ergebnis aller Anbieter! 

'Über dieses Ergebnis können wir uns gemeinsam mit allen unseren Referentinnen und Referenten, Partnern und Mitarbeitenden freuen', sagt Geschäftsführer Christian Bayer, 'Vielen Dank an unsere Kunden -  um ihr Vertrauen werden wir uns immer neu bemühen!'

 

 

  • Masterstudium Safety and Systems Engineering: „Ich bin unter den Ersten!“Wie läuft es beim Masterstudium? Die Studenten plauderten mit uns. (November 2014)Masterlehrgang Safety and Systems Engineering

Seit 2010 kooperieren die die TÜV AUSTRIA Akademie und die FH Campus Wien erfolgreich in der praxisorientierten Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit und System-Sicherheit. Anfang September startete das berufsbegleitende Masterstudium Safety & Systems Engineering mit Schwung ins neue Semester – wir haben fünf Studenten zum Interview gebeten und über ihre Vorstellungen und Beweggründe zum Masterstudium befragt.

Rede und Antwort standen Stefan Riegler, Christian Eichner (Branchenverantwortlicher/Projektleiter/Sales bei Pilz GmbH Sichere Automation), Ljubisa Jeremic (Qualitätstechniker bei Dr. techn. Josef Zelisko), Werner Strnad und Wolfgang Sukup (Software Entwicklung bei TELE Haase Steuergeräte Ges.m.b.H.).

Warum haben Sie sich für dieses Masterstudium entschieden – was waren die Beweggründe?

Eichner: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als ich den Titel des Lehrganges gelesen habe, war mir klar:  Ich will mehr erfahren! Nachdem ich die Abendveranstaltung in der TÜV AUSTRIA Akademie besucht habe, ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen.“

Wie sehen Sie die Berufschancen, nachdem Sie das Masterstudium abgeschlossen haben?

Jeremic: „Die Berufschancen sind sicher sehr hoch, da der Bedarf an qualifiziertem Personal im Bereich Safety stetig zunimmt und durch zukünftige EU-Verordnungen (wie die Common Safety Method in der Bahnindustrie) noch weiter steigen wird.“

Was macht das Masterstudium besonders?

Riegler: „Das Masterstudium ist einzigartig, insbesondere in punkto Breite der Themen und fachliches Niveau. Es gibt meines Wissens im deutschsprachigen Raum keine vergleichbare Ausbildung. Dass die Vortragenden durchwegs praxiserprobte Profis mit langjähriger Erfahrung in der Industrie sind, ist ein weiterer großer Pluspunkt.“

Strnad: „Die Pioniersarbeit: Erstmals findet ein Studium in Mitteleuropa zu diesem Thema statt und ich bin unter den Ersten, die daran teilnehmen können.“

Was können Sie jetzt schon aus dem Masterstudium für Ihren Beruf mitnehmen?


Sukup: „Safety setzt eine sehr genaue und detaillierte Vorgehensweise in der Umsetzung von Projekten voraus. Die Lehrinhalte zum Requirements Engineerging liefern jetzt schon wertvolle Inputs, die im beruflichen Alltag angewendet werden können.“

Worauf freuen Sie sich schon in der Ausbildung?

Riegler: „Besonders interessieren mich die Querbeziehungen zum Qualitätsmanagement und zum Prozessmanagement.“

Strnad: „Ich freue mich schon auf die Vorlesungen über fehlertolerante Systeme.“

Was bedeutet Sicherheit für Sie persönlich?

Eichner: „Sicherheit beginnt bei mir schon im privaten Umfeld. Wenn ich einen Winkelschleifer in die Hand nehme, dann ist es für mich selbstverständlich, dass ich eine Schutzbrille trage. Und auch beim Rasenmähen trage ich Sicherheitsschuhe. Der Leitsatz „The spirit of safety“ des Unternehmens PILZ hat für mich eine große Bedeutung, beruflich und auch privat.“

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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