TÜV AUSTRIA Akademie NEWS ARCHIV - DER RÜCKBLICK AUF EIN ERFOLGREICHES JAHR:

 

  • TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2017 - Aufzüge: Spielplätze der Überregulierung oder Notwendigkeit? (April 2017)

Die neuen Normen am TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2017. Eine Kooperation der TÜV AUSTRIA Akademie mit der Stadt Wien – Geschäftsgruppe Wohnen/Wohnbau und Stadterneuerung. 

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Kleinkinder, die sich die Hände in der Aufzugstür einklemmen, offene Schachttüren, obwohl sich der Fahrkorb in einem anderen Stockwerk befindet – solche Ereignisse sind es, die nach einer strengeren Gesetzgebung riefen. Betreiber befürchten jetzt eine Überregulierung – stimmt das? Die Experten am TÜV AUSTRIA Aufzugstag erklärten die neuen Normen zum Thema.

Österreichweit werden täglich mit über 100.000 Aufzugs-Anlagen Millionen von Personen befördert, Tendenz steigend. Aufzüge sind immer noch das sicherste Verkehrsmittel der Welt – damit das so bleibt, erhöhen jetzt neue Normen die Sicherheitsstandards.

 

Rund 300 Teilnehmer/innen am TÜV AUSTRIA Aufzugstag versammelten sich am 26.04. im Wiener Rathaus, um den Vorträgen zum Thema zuzuhören und selbst die eine oder andere Frage an die Experten zu richten – in zwei Diskussionsrunden wurde die Möglichkeit zum offenen Dialog angeboten.

Das sind die Neuen
Zwei neue Normen werden im September schlagend: Beim Inverkehrbringen von Aufzügen sind ab 01.09.2017 nur noch die Normen ÖNORM EN81-20 und ÖNORM EN81-50 gültig. Die Norm ÖNORM EN 81-20 bezieht sich auf die technische Ausführung eines Aufzuges. Die ÖNORM EN 81-50 regelt Konstruktionsregeln, Berechnungen und Prüfung von Aufzugskomponenten.Die neuen Normen sorgen auch für Verunsicherung bei Inverkehrbringern und Betreibern – sind sie wirklich nötig?

Was wirklich zählt
Der Schutz von Mensch und Maschine – das hat auch bei den neuen Normen Priorität. UCM-Systeme, also Schutzeinrichtungen gegen unbeabsichtigte Bewegungen des Fahrkorbes oder Schutzeinrichtungen an kraftbetätigten horizontal bewegten Schiebetüren – sie tragen dazu bei, Kinderhände zu schützen und schwere Verletzungen bis hin zu Todesfolgen zu verhindern. Unterstützt und ergänzt wird die ÖNORM EN 81-20 durch die 70er Reihe. Sie regelt unter anderem die Barrierefreiheit und deckt eine Reihe von Problemstellungen ab, mit denen körperlich eingeschränkte Personen konfrontiert sind. 

Die Konsequenzen
Zum großen Teil entsprechen die Komponenten bereits der neuen ÖNORM. Bauliche Aspekte wurden bislang aber noch nicht hinlänglich betrachtet. In Stahl-Glas-Schächten gibt es beispielsweise häufig Temperaturprobleme: Wenn ein Aufzug so angebracht wurde, dass die direkte Sonneneinstrahlung Temperaturen von über 70 Grad im Aufzug verursacht, sind gesundheitliche Folgen bei manchen Menschen zu befürchten. Und wenn Aufzüge nicht rechtzeitig vor der Übergangsfrist fertig werden und so gebaut wurden, dass die Schachtkopfhöhe nicht ausreicht und die Gefahr von Quetschungen von Prüf- und Wartungspersonal nicht ausgeschaltet wurde, dann ist der Umbau des gesamten Aufzuges nach der ÖNORM EN 81-20 erforderlich und erhebliche Mehrkosten zu befürchten.

Eine wichtige Anpassung
„Normen sind die Widerspiegelung der technischen Entwicklungen“, sagt Ing. Thomas Maldet vom TÜV AUSTRIA, Leiter des Geschäftsfeldes Infrastruktur & Transport. „Ein Nachziehen der Normenwelt an den Stand der Technik ist notwendig.“ Notwendig sind auch Betriebskontrollen, Wartung, Nachrüstung und eine unabhängige Sicherheitsprüfung. Nur so kann die Verantwortung der Aufzugs-Betreiber gewahrt werden und Benutzer vor Schaden bewahrt werden. Diese haben nämlich keinen Einfluss auf die Sicherheit eines Aufzuges, wenn sie ihn betreten. Sie müssen sich darauf verlassen, dass er sicher gebaut wurde, sicher gewartet, von einem fachkundigen unabhängigen Sachverständigen überprüft wurde und rundum sicher betrieben wird. 

 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2017: Präventivschlag gegen Feuergefahren (März (2017)

Der vorbeugende Brandschutz ist das Schwert der Feuerwehr. Wie die Experten Brandrisiken minimieren, erfuhren über 450 Teilnehmer/innen am Brandschutztag der TÜV AUSTRIA Akademie.

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Brandschutzbeauftragte bereiten den Weg, damit die Feuerwehr effizient arbeiten kann. Brandschutzbeauftragte verhindern aber auch, dass die Feuerwehr überhaupt ausrücken muss – im Unternehmen sind sie die Schwertspitze des vorbeugenden Brandschutzes. Brandgefahren lauern in Betrieben überall und manchmal dort, wo man sie am wenigsten vermutet: In Smartphones, Tablets, Gabelstaplern. Brandrisiken gehen aber auch von Menschen aus – vor allem, wenn sie nicht ausreichend geschult sind, so der Tenor am TÜV AUSTRIA Brandschutztag.

 

Wie verhindert man einen Brand? 

Beispielsweise durch organisatorische Maßnahmen: Koordinatoren sollten bestellt werden, die eingreifen, wenn Sicherheitsbestimmungen missachtet werden. Das ist beispielsweise für die Zusammenarbeit mit Fremdfirmen wichtig: In den letzten Jahren haben sich dort die Brandfälle gehäuft. Koordinatoren sollen Abhilfe schaffen und das Bewusstsein der Mitarbeiter/innen für Risiken schärfen. 

 

Auch bauliche Maßnahmen können Brände verhindern oder zumindest deren Ausbreitung. Wer im Unternehmen einen mit Lithium betriebenen Gabelstapler über Nacht in einem Einzelladeplatz auflädt, sollte sich dringend über Abstände Gedanken machen: Die Distanz zwischen Batterie und Ladegerät sollte einen Meter betragen, die Raumhöhe zwei Meter, der Abstand zu Steckdosen 0,5 Meter. Wand und Bodenmarkierungen, Feuerlöscheinrichtungen, Betriebsanweisungen, Brandabschottungen – nur mit strengen Auflagen und geschultem Personal  wie etwa einem Anlagenverantwortlichen für Batterieanlagen  können Unternehmen das Risiko minimieren und Leben und Güter schützen. 

 

Diese strengen Auflagen entspringen auch der österreichischen Gesetzgebung sowie Normen und Richtlinien. Beispielsweise der Richtlinie TRVB 124 F, die seit 1. März in Kraft getreten ist und unter anderem über die erforderliche Anzahl von Löschmitteln wie Feuerlöscher oder Wandhydranten Auskunft gibt. Die TRVB 123 S11 behandelt Brandmeldeanlagen, die TRVB 105 H kümmert sich um Feuerstätten mit festen Brennstoffen. Sie alle werden entweder überarbeitet, ergänzt oder neu definiert, um den vorbeugenden Brandschutz auch weiterhin sicher zu stellen.

 

Wie rettet man Menschenleben?

Wenn alle Stricke reißen, gibt es immer noch den zweiten Rettungsweg: Dieser kann in Form eines Sprungpolsters, eines Hubrettungsgerätes oder einer tragbaren Leiter aus dem Einsatzfahrzeug ebenfalls Leben retten. Doch auch hier gilt: Ohne Brandschutzbeauftragten, der im Vorfeld die Aufstellflächen für die Feuerwehr vorbereitet, kann die Feuerwehr ihre Möglichkeiten nicht vollends nützen.

Dann sind wiederum bauliche Maßnahmen gefragt, denn auch sie können Leben retten: Eine Notrutsche etwa oder ein in Bodennähe angebrachtes Leitsystem kann Menschen bei einer Verrauchung die Flucht ermöglichen. 

 

Wie verursacht man einen Brand?

Der Physiker Werner Gruber hält sich ebenfalls alle Fluchtwege offen. Vor allem, wenn er mit 3-Komponenten-Sprengstoff hantiert, eine brennende Zigarette in einen Benzinkanister versenkt oder Staubexplosionen auslöst – das alles vor einem staunenden Publikum, das nach einem informativen Tag der Brandursachenbekämpfung live miterlebte, was passiert, wenn Sauerstoff, Zündquelle und eine hohe Temperatur aufeinander treffen. Es war jedoch 

beruhigend zu wissen, dass zwar Normen oft nur für einzelne Bundesländer gelten, aber die Naturgesetze allumfassend sind. Wer ihnen vertraut, der kann auch am TÜV AUSTRIA Brandschutztag ohne ernsthafte Konsequenzen Stichflammen erzeugen.

 

 

 

  • TÜV AUSTRIA Kälte Klima Fachtage 2017: Weg mit den alten Kältemitteln! (März 2017) 

Emissionsbegrenzung, Rückgewinnung, Zerstörung: So sieht die Zukunft der fluorierten Treibhausgase (F-Gase) aus. Was dies für die Kälte- und Klimabranche bedeutet, erfuhren rund 100 Teilnehmer/innen an zwei Expertentagen der TÜV AUSTRIA Akademie. 

Die neue F-Gase-Verordnung über fluorierte Treibhausgase ist ein Beitrag, um die Emissionen des Industriesektors bis zum Jahr 2030 um 70 Prozent gegenüber 1990 zu verringern. Sie ist seit Jänner 2015 Gesetz und in allen Mitgliedsländern anzuwenden. Zukünftig ist der Umstieg auf neue Kältemittel vorgesehen, die ein geringes GWP (Global Warming Potential) von 150 aufweisen. Zum Vergleich: Das bislang sehr häufig vorkommende Kältemittel R404A weist ein GWP von 3.940 auf. Auf den Kälte Klima Fachtagen wurde der Umstieg von allen Seiten betrachtet – die Aufbruchsstimmung war spürbar.

 

Wen es betrifft

Die bereits stattfindende, schrittweise Reduktion der F-Gase betrifft viele Branchen: Die Automobil-Industrie, den Lebensmitteleinzelhandel, die Pharmazie, sogar Transportkühlung – alle, die Kälte- und Klimageräte gewerblich nutzen, sollten so bald wie möglich andere Kältemittel verwenden. Es wurde zwar ein Quotensystem geschaffen, um in der Umstellungsphase Herstellern und Importeuren noch einen gewissen Spielraum zu gewährleisten, aber die Expert/innen warnten auf den Kälte Klima Fachtagen davor, sich allzu sehr darauf zu verlassen – befürchtet wurde ein Preisanstieg der F-Gase und eine kurzfristige Verknappung am Markt. Auch illegale Einfuhren wären nicht ausgeschlossen.

 

Die Alternativen

Eine neue Kälteanlage mit dem Kältemittel R404A zu installieren, ist keinesfalls empfehlenswert. Alternativen sind beispielsweise natürliche Kältemittel wie Ammoniak, Propan, Propylen oder Isobutan, aber auch synthetische Kältemittel mit geringem GWP. Auch Wasser eignet sich hervorragend als Wärmeträger.

Alle zukünftigen Kältemittel sind jedoch mit Herausforderungen verbunden. Wasser zum Beispiel hat einen sehr geringen Gefrierpunkt - Mischungen mit Mitteln, die den Gefrierpunkt senken, sind unumgänglich, des Weiteren die Beisetzung von Inhibitoren um Korrosion, Volumenzunahme und Ähnliches zu verhindern.

 

Propan und Propylen sind brennbar, der Umgang damit muss geschult werden, um Unfälle aus Fahrlässigkeit zu vermeiden. Ammoniak könnte zudem auch der Seveso III Richtlinie unterliegen, wenn eine gewisse Mengenschwelle überschritten wird – ein Unternehmen, das dieser Richtlinie unterliegt, müsste Flächennutzungseinschränkungen in Kauf nehmen, aber auch Dokumentations- und Meldepflichten. 


Was nun, was tun?

Nicht nur das Kältemittel an sich ist in Zukunft entscheidend, um die Umweltauflagen zu erfüllen – die Füllmenge ist es ebenso wie die gesamte Kälteanlageneffizienz. Unternehmen sollten rechtzeitig einen genauen Fahrplan erstellen, um Anlagen effizienter zu gestalten und mittels Lastbilanzen die Kosten zu reduzieren. Obacht auch beim Aufstellungsort – hier könnten Ausnahmegenehmigungen einzuholen sein, wenn die Kälteanlage im Keller steht und mit einem brennbaren Kältemittel mit einer größeren Füllmenge befüllt ist.  

 

Apropos Berechnung: Einen Tag vor den Kälte Klima Fachtagen wurde die gesamte ÖNORM in vier Teilen in deutscher Sprache veröffentlicht. Besonders zu beachten sind die erweiterten Kältemitteltabellen und die unterschiedlichen Aufstellungsberechnungen.

 

Die guten Nachrichten

Umweltförderungen helfen dabei, etwaige Mehrkosten zu reduzieren. Jedenfalls dann, wenn die Voraussetzungen erfüllt und der Antrag richtig gestellt wird – und zwar vor der ersten rechtsverbindlichen Bestellung von Leistungen mit Ausnahme von Planungsleistungen. Gefördert werden die Klimatisierung von betrieblich genutzten Gebäuden und die Bereitstellung von Prozesskälte. Aber auch hier gilt: Das GWP der Kältemittel darf 150/1500 nicht überschreiten und die Energieeffizienz der Kälteanlage ist nachzuweisen. 

 

Wer den Wald vor Bäumen nicht mehr sieht, der hat die Chance, auf Kältecontracting umzusteigen und so die Energieplanung auszulagern. Fremdfirmen übernehmen dann Konzeption, Planung und Bau der Anlage, kümmern sich um Fördermittel, den ordentlichen Betrieb und die Instandhaltung. Vor allem die Immobilienbranche, aber auch Krankenhäuser und Industriebetriebe sind Hauptkunden des Kältecontractings. 

 

Experimente mit Bumms

Gesetze, Normen, Genehmigungen – zwei Tage lang wurden auf den Kälte Klima Fachtagen die Änderungen durch die neue F-Gase-Verordnung besprochen. Den fulminanten Schlusspunkt bildete ein Auftritt von Werner Gruber. Der Physiker der Nation kennt sich mit Genehmigungen aus: Für seine manchmal gefährlich wirkenden Experimente muss auch er mit den Behörden eng zusammenarbeiten. Dass diesen der Schweiß der Schweiß auf der Stirn steht, wurde deutlich, als Gruber Kälte und Hitze auf den Expertentagen gegeneinander antreten ließ. Er versenkte eine brennende Zigarette in einem Benzinkanister und schoss flüssigen Stickstoff mit einer Kanone durch die Gegend. Seine Genehmigungen bekommt er jedoch immer – er kann anhand der Naturgesetze lückenlos belegen, dass seine Experimente ungefährlich sind.

 

FAZIT: Yes, we can!

Die Expert/innen auf den Kälte Klima Fachtagen waren sich einig: Der Anfang ist gemacht. Die neue F-Gase-Verordnung wird bereits umgesetzt. Aber dennoch: Mit links sind die Umweltvorgaben sicher nicht zu erreichen. Unternehmen können sich nicht auf Lorbeeren ausruhen – bis 2030 ist es noch ein langer Weg! 

Wir bedanken uns bei den Teilnehmer/innen und den Referent/innen für zwei hochinteressante Tage, für spannendes Netzwerken und Diskussionen rund um’s Thema. Wir sehen uns im nächsten Jahr!

 

Girls Day in der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel (Dezember 2016)

 

Was haben Zahnbürste und Plastikspielzeug mit Erdöl zu tun? Wie kommt das „Schwarze Gold“ in den Boden und wie holt man es an die Oberfläche? Ist Erdöl gefährlich? Auf diese und viele weitere Fragen hatte Roland Sperk von der OMV die Antworten im Gepäck.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

 

Er begab sich mit den Schülerinnen der Mittelschulen aus dem Bezirk Gänserndorf auf die Spuren der Erdölgewinnung im Weinviertel. Die Kinder arbeiteten interessiert mit. Bei der Führung durch die Lehrwerkstätten der TÜV AUSTRIA-OMV Akademie Weinviertel konnten die Mädchen Eindrücke über die diversen Tätigkeiten sammeln.

Dazu gehörten das Elektrolabor (Aufbau von diversen Schaltungen), die Industrielandschaft, sowie das Chemielabor in denen sie von Ausbildern und Lehrlingen in den verschiedenen Bereichen Informationen bekamen, und sich auch selbst am Flanschmodell in der Industrielandschaft betätigen konnten. Besprochen wurde auch die Lehrlingsausbildung der OMV, die eine interessante Perspektive der Berufswahl darstellt. Die Kinder zeigten großes Interesse am Workshop und konnten viele neue Erkenntnisse aus dem Vormittag mitnehmen.

 

Gemeinsam kämpfen und siegen - Ein Tag bei SK Rapid Wien (November 2016)

Hütteldorf ist nicht nur ein Wiener Bezirk, für viele ist Hütteldorf ein Lebenselixier und wöchentliche Pilgerstätte zugleich; in Hütteldorf steht das neue Stadion des Wiener Traditionsclubs SK Rapid. Wer die heiligen Hallen betritt, wird von Ehrfurcht gepackt: Grün-weißer Fußball überall und TÜV AUSTRIA mittendrin.

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Es ist Samstag und draußen ist es kalt. Das neue Rapid-Museum, genannt Rapideum, ist hingegen wohltemperiert und verströmt mit seiner dezenten Architektur einen edlen Charme, der zum Rest des Gebäudes passt – der Neuwagengeruch ist unverkennbar. Wir sind für eine exklusive Führung gekommen, die uns einmal quer durch das neue Stadion führen wird.

 

Steffen Hofmann Fußballgott

Die Führung durchs Rapideum ist detailreich und lässt den Rapid-Geist vor dem inneren Auge auferstehen: Titel, Fußballstars, die Bedeutung der Rapid-Viertelstunde: Nuanciert werden uns Siege und Niederlagen des Klubs dargelegt, Mannschafts-Trikots und Medaillen präsentiert und historische Meilensteine mit Anekdoten versetzt. 

 

Steffen Hofmann beispielsweise: Er hat sich die Namen seiner Töchter samt Geburtsjahr auf seine Fußballschuhe gravieren lassen. 2005 und 2008 steht da zu lesen, in beiden Jahren gewann Rapid den Meistertitel. Die Hoffnung der Fans war, dass sich die Serie beim dritten Kind fortsetzt, aber als sein Sohn geboren wurde, hielt dieser anscheinend nichts von Traditionen.

 

Grün-weiß meets Rot

Die Führung endet nicht im Rapideum. Wir ziehen weiter durch das Allianz-Stadion, das im Juli 2016 eröffnet wurde und werfen einen Blick hinter die Kulissen: Hier werden die Pressekonferenzen abgehalten, dort entspannen sich die Spieler vor dem großen Auftritt, da residieren die Ehrengäste in grünen Ledersitzen oder beobachten das Spiel von der Rapid-Loge aus. Der Klub hat aber auch in Sachen Familie aufgerüstet: TÜV AUSTRIA übernahm die Patronanz für den Kids Corner, der die Kleinsten betreut, während die Großen auf der Tribüne beim Spiel mitfiebern. Für die Spielsaisonen bis 2019 haben TÜV AUSTRIA und SK Rapid eine Kooperation begründet – nicht nur die Spielstätten für die Kleinen entsprechen dem Stand der Technik, auch die Aufzüge im Allianz-Stadion sind TÜV-geprüft.

 

Der Blick zum Tellerrand

Wir gehen hinaus, werden aber gewarnt: Wer einen Fuß über die Linie auf das Feld setzt, fliegt raus. Der heilige Rasen ist bereits für das Spiel am nächsten Tag vorbereitet, die zahlreichen Fußballtouristen müssen Abstand halten und platzieren sich strategisch auf die Trainersitze am Spielfeldrand. Dennoch: Rapid verlor gegen Sturm Graz, der sehnsüchtig erwartete Titel rückt damit erneut in weite Ferne. Im Rapideum bleibt weiterhin ein kreisrundes Loch für den Meisterteller. Dieses zu füllen, ist seit 2008 der unerfüllte Auftrag. An der Wand bei den Spielerkabinen wird aber folgendermaßen beruhigt: ‚Heute Kämpfer, morgen Gewinner. Schmerz vergeht, Stolz bleibt für immer!‘

 

  • Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten 2016 (November 2016)

Ressourcen wieder verwenden statt verschwenden - die Nachlese zum Expertentag im Rathaus. 

20 Hektar Land werden hierzulande pro Tag verbaut, damit belegt Österreich den europäischen Spitzenplatz. Tarek Leitner widmete sich am Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten eindringlich dem Thema Landverbauung. Re-Use, Recycling und rechtliche Grundlagen standen ebenfalls im Fokus des Öko-Events, der von der TÜV AUSTRIA Akademie und der MA 22 – Wiener Umweltschutzabteilung veranstaltet wurde.

Am 17. November 2016 fand der 14. Tag der Umwelt- & Abfallbeauftragten im Wiener Rathaus statt. Der Expertentag bot unter anderem einen Überblick über aktuelle rechtliche Rahmenbedingungen für 270 betriebliche Abfall- & Umweltbeauftragte, die sich wertvolle Praxistipps für ihr Unternehmen holten. Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren Ressourcenmanagement und Baustoff-Recycling.

Folgende Referent/innen trugen unter anderen dazu bei, den Besucher/innen diese beiden Themen näher zu bringen: Ing.in Dr.in Karin Büchl-Krammerstätter (Leiterin Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22), Mag.a Dr.in Martina Ableidinger (Leiterin Abfallvermeidung & Außenbeziehungen MA 48 – Abfallwirtschaft), Ing. Andreas Schnitzer, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) Gerhard Eichinger (TÜV AUSTRIA Cert), Dipl.-Ing. in Judith Oliva (Umweltbundesamt), Ing. Mag. Martin Scheibengraf, (Wiener Umweltschutzabteilung – MA 22)

Wir verlieren an Boden
In Österreich werden pro Tag 30 Fußballfelder verbaut, auf einen Einwohner kommen 1,8 m² Einzelhandelsverkaufsfläche, grenzenloses Bauen aufgrund der technischen Möglichkeiten führt nach und nach zur Zersiedelung. Moderator und Buchautor Mag. Tarek Leitner warf die Frage auf, ob die auf Bauplänen durchschnittlich verzeichneten 300m² Bruttonutzfläche für ein Haus wirklich sinnvoll sind. Er appellierte an die Zuhörer, sich die Aussicht auf Wohlbefinden nicht zu verbauen und die Lebensqualität wieder in den Vordergrund zu stellen. Schließlich werde viel Ungemach durch eine schöne Umgebung abgefedert. 

Restlos glücklich
Ressourcen wieder verwenden, statt verschwenden – angesichts der erdrückenden Zahlen sind energieeffiziente Betriebe die Gewinner von morgen, denn sie sind es, die in der ökologischen Verpflichtung den ökonomischen Vorteil erkennen. Ein Beispiel für die Weiterverwendung von gebrauchten Gegenständen ist der Altwarenmarkt 48er Tandler, der den Besucher/innen die Upcycling-Idee im Wohlfühlambiente näherbringt, um auch ein Zielpublikum zu erreichen, das eigentlich keine Altwaren kauft.  Aber auch alles, was in Beton gegossen oder in Stein gemeißelt wird, sollte nicht für die Ewigkeit bleiben, sondern wieder abgebaut werden. Wie Unternehmen mit Baurestmassen noch Gewinn erzielen können, erklärte Katrin Lepuschitz, MSc in ihrem Vortrag. Die rechtliche Grundlage dazu liefert die Recycling-Baustoff VO, die seit 1.1.2016 in Kraft trat und seit 27.10. bereits wieder novelliert ist. Sie regelt Baumaßnahmen und Umgang mit Abfällen auf Baustellen und verpflichtet Bauherren unter gewissen Kriterien auch zum Rückbau.

Die Umwelt im Paragraphen
Eine Reihe von Verordnungen, Normen und Gesetzen regeln den betrieblichen Umweltschutz in Österreich. In vorderster Front steht die ISO 14001:2015, Diese Norm hat letztes Jahr eine Revision erfahren und beschäftigt sich unter anderem mit der Leistungsbewertung durch die Erfassung umweltrelevanter Kennzahlen. Dabei behält die Norm auch den gesamten  Lebenszyklus eines Produktes im Auge. Mit einem Teil dieses Lebenszyklus befasst sich die Verpackungsverordnung 2014, die unter anderem Abpacker, Importeure oder Hersteller betrifft und je nach Abgrenzung zur Haushaltsverpackung unterschiedliche Verpflichtungen des Unternehmens nach sich zieht. Wer Gefahrstoffe lagern, eine Abfallsammelstelle errichten oder eine Recyclinganlage errichten will, unterliegt außerdem noch dem Gewerbeverfahren, das in Form eines Konzeptes bei der Behörde eingereicht werden muss.

Am runden Tisch
Wie diese Verordnungen, Normen und Gesetze in der betrieblichen Praxis umgesetzt werden können, klärten am Nachmittag des Expertentages Diskussionsrunden zu den Themen ‚Integration von Managementsystemen‘, ‚Nachhaltiges Bauen & Entsorgen‘, ‚Gewerbeverfahren‘, ‚Beauftragte im Unternehmen‘ und ‚Abfallvermeidung‘. Zahlreiche Tipps für das eigene Unternehmen wurden dabei ebenso ausgetauscht wie Visitenkarten.

Fazit des Expertentages: Der Boden ist eine wichtige Ressource. Häuser sind wichtige Rohstofflieferanten. Der Umweltschutz sollte wieder mehr in den Fokus von uns allen rücken, um nicht nur nachhaltiger, sondern auch wirtschaftlicher zu haushalten. Die wichtigste Ressource ist aber die Zeit – wer sie auf dem Tag der Umwelt- und Abfallbeauftragten verbracht hat, kann ökologische Rucksäcke im Unternehmen vermeiden und (energie-)effizienter arbeiten.

 

 

  • TÜV AUSTRIA Anlagensymposium 2016 - der frühe Vogel sichert die Anlage (November 2016)

„Sicher ist, dass nichts sicher ist und das ist nicht sicher,“ formulierte es Joachim Ringelnatz treffend. Umgelegt auf die Anlagensicherheit heißt das: Ein Nullrisiko ist kaum möglich, ein Restrisiko bleibt immer. 


Wenn Sie aber bereits in der Planung alles richtig machen, stehen die Chancen gut, später den Änderungsaufwand gering zu halten. Die TÜV AUSTRIA Akademie lud zu diesem spannenden Thema die Expert/innen ins Schloss Seggau.


Sicherheit ohne Stützräder
In der Anlagensicherheit hat die Risikominimierung Priorität, aber auch die Reihenfolge, in der diese Risikominimierung erfolgen soll. Zuerst sollten Sie das ‚Inherently Safe Design‘ (ISD) beachten, also die Integration der Sicherheit in Konstruktion und Bau der Anlage. Was im Design nicht lösbar ist, sollte durch notwendige (technische) Schutzmaßnahmen stabilisiert werden. Diese Schutzmaßnahmen werden in aktive und passive  Schutzmaßnahmen unterteilt. Aktive Schutzeinrichtungen können wieder in mechanische (z.B. Sicherheitsventil) und Prozessleittechnische Schutzfunktionen (z.B. Temperatur Hoch Abschaltung einer Heizung) eingeteilt werden. Zum Schluss sollten Sie die Benutzer/innen und Mitarbeiter/innen vom Restrisiko in Kenntnis setzen, durch Schulung oder eine Betriebsanleitung. Allgemein gilt: Je früher im Lebenszyklus einer Anlage Mängel erkannt werden, desto besser. Nachträgliche ‚Stützräder‘ können viel Zeit und Geld kosten. 

Testen, prüfen, kontrollieren
Tests in der Entwicklung, aber auch im Betrieb sind unerlässlich, um konstruktive Maßnahmen hinsichtlich der Anlagensicherheit zu setzen. Diese Funktionstests werden auch in der Druckgeräteüberwachungsverordnung gefordert und sollten beispielsweise bei Sicherheitsventilen vor Ort durchgeführt werden. Betriebsanlagen prüfen Sie aber nicht nur selbst, sie werden auch von der Behörde geprüft. Zu den wesentlichen Punkten der Abnahmeprüfung einer Anlage gehören aber nicht nur die Überprüfung der eingesetzten Komponenten, sondern auch die Einbindung von äußerem und inneren Blitzschutz oder das Know-how des Prüferkreises. Bei einer Inspektion wird Einsicht in die Protokolle verlangt, der Prüferkreis durchleuchtet und der Umgang mit Mängeln erhoben. Eine widerkehrende Prüfung findet in der Praxis einmal jährlich statt. Ist eine solch strenge Prüffrist überhaupt sinnvoll? Ja, denn systematische Fehler werden gerade durch Wiederholungsprüfungen aufgedeckt, das Prüfintervall von einem Jahr ist absolut notwendig – man sollte sowieso regelmäßig hinschauen.

No risk?
Die komplette Ausschaltung des Risikos wird zwar gesetzlich gefordert, ist aber in der Praxis kaum zu schaffen. Ein Restrisiko ist jedoch in der Gewerbeordnung nicht vorgesehen. Die Diskrepanz zwischen dem geforderten 0-Risiko und den normativen Vorgaben, das Restrisiko einzubeziehen, wird meistens mit einer Zahl umschifft: 10 hoch Minus 6, was so viel heißt wie,  die Chancen stehen 1 zu einer Million. Probabilistische Aussagen wie diese findet man beispielsweise in der Anlagensicherheit, wenn das Risiko per LOPA berechnet wird oder im Maschinenschutz in manch einer RAPEX-Tabelle. Den Restrisikowert eines Menschenlebens zu beziffern, ist aus ethischer, behördlicher und juristischer Sicht jedoch heikel, daher erfolgt die Angabe des Restrisikos meistens mit qualitativen Methoden, wie dem Risikographen. 

Gesetzlich untermauert
An den gesamten Lebenszyklus einer Anlage sind jede Menge Gesetze geknüpft. Die Druckgeräterichtlinie 2014/68/EU verankert unter anderem die Pflichten des Herstellers, der die Betriebsanleitung erstellen muss und Stichproben entnehmen sowie Prüfungen durchführen muss. Wer ein Hersteller ist, das regelt unter anderem die Maschinenrichtlinie 2006/42/EG. Aufpassen sollten Sie bei unvollständigen Maschinen, die Sie in Ihrem Unternehmen zu einem vollständigen Ganzen zusammenfügen: Dann sind Sie der Gesamthersteller, der laut Maschinenrichtlinie dazu verpflichtet ist, die Risikobeurteilung zu machen. Von den beiden Standards der Maschinensicherheit, der  IEC 62061 oder der ISO 13849 könnten Sie ebenfalls betroffen sein, in beiden ist das ISD enthalten. Und spätestens ab 2018 wird die Datenschutzverordnung interessant, welche die DSG 2000 ablösen wird und Verstöße gegen das Datenschutzgesetz strenger ahndet.

Es menschelt
Trotz strenger Verordnungen, perfekt umgesetzten Design und trotz aller Sicherheitsmaßnahmen: Die besten Voraussetzungen nützen nichts, wenn der Faktor Mensch nicht beachtet wird. Risiken werden oftmals ignoriert, weil Arbeitnehmer/innen Maßnahmen nicht umsetzen können, nicht wollen oder nicht dürfen. Die Risikowahrnehmung ist dabei oft zu niedrig und wird durch verschiedene Faktoren beeinflusst, wie Unmittelbarkeit, Beobachtbarkeit oder falsch verstandener Wahrscheinlichkeiten. Wir hören nur das, was wir hören wollen, um uns in einer unsicheren Welt orientieren zu können und pressen die Information in ein vorhandenes Glaubenssystem.

Risiken sind manchmal nur durch organisatorische Maßnahmen ausschaltbar, durch Schulung oder Bewusstmachung einer Gefahr. Darauf zu achten haben laut ArbeitnehmerInnenschutzgesetz die Arbeitgeber/innen, die nicht nur Gefährdungen beurteilen und Maßnahmen festlegen, sondern auch Arbeitnehmer/innen über Gefährdungen informieren und unterweisen sollen. Eine Unter-Reaktion sollte so vermieden werden und das Gefühl für die Bedrohung den Ausschlag geben, um zu handeln. 

Summa summarum:
Zusammenfassend können folgende Tipps hilfreich sein: Behalten Sie die Gesamtkosten im Auge, nicht nur die Errichtungskosten. Sehen Sie die Summe der Gefahren, nicht nur Einzelgefahren. Wer ein Risiko minimiert, sollte darauf achten, dass sich dadurch nicht ein neues Risiko ergibt. Und: Die Fehler einzelner Sicherheitsteile dürfen nie die Gesamtsicherheit gefährden. Aus Fehlern der anderen zu lernen, ist schmerzlos: Anlagenverantwortliche sollten daher verschiedene Infoquellen, wie die zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle (ZEMA) nutzen, um das eigene Unternehmen zu schützen.

Danke an alle!
Wir danken allen Teilnehmer/innen für den Besuch im Schloss Seggau und allen Referent/innen für ihre Expertise zu dem Thema. Vorgetragen haben Dr Friedrich Fröschl, VTU Engineering GmbH, DI Jens Dieter Clausen, Vestas Österreich GmbH, DI Dr. Angelika Zartl-Klik, OMV Austria Exploration & Produktion GmbH, DI Alfred Moser, Magistrat der Landeshauptstadt Linz, DI (FH) Werner Krämer, Siemens AG, DI Dr. Michael Struckl, Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, Dr. Theresa Stickerl, Umweltbundesamt GmbH. Vom TÜV AUSTRIA waren folgende Referenten vertreten: DI Dr. Martin Doktor, DI Georg Trezesniowski, DI Karl Findenig, DI Harald Montenegro, MSc, Ing. Hellfried Matzik, DI Gerhard Höltmann, DI Christian Braun, Ing. Christian Hörist. Schön, dass Sie da waren, wir sehen uns in zwei Jahren wieder zum TÜV AUSTRIA Symposium für Anlagensicherheit 2018!

 

  • TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016: Ein Jahr nach der ISO 9001:2015 – Von Veränderungen und Chancen - Die TÜV AUSTRIA Akademie reflektiert (Oktober 2016)

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Einige Unternehmen haben bereits vorzeitig auf die ISO 9001:2015 umgestellt. Die gesammelten Erfahrungen teilten die Expert/innen am TÜV AUSTRIA Qualitätstag 2016 mit Gleichgesinnten.

Im Parkhotel Schönbrunn wurde am 20.10.2016 ausgiebig über die Highlight-Themen Verantwortung der Führung, Risiko- und Veränderungsmanagement diskutiert. Die 210 Teilnehmer/innen stimmten heuer außerdem zum ersten Mal via Voting über aktuelle Fragestellungen rund um die ISO 9001:2015 ab und forcierten so den Austausch untereinander.

Die neuen Normen und ihre Herausforderungen

Mit der Darstellung der wesentlichen Neuerungen der aktualisierten Normen machte Ing. Mag. (FH) Hermann Zeilinger, Lead-Auditor von TÜV AUSTRIA Cert, den Anfang der diesjährigen Vortragsreihe. Die Generation der „High-Level-Structure-Normen“ garantiert einen höheren Freiheitsgrad für Unternehmen, wodurch eben diese besser auf die Anforderungen von Industrie und Wirtschaft 4.0 eingehen können. Der Experte empfiehlt, die wiedergewonnene Flexibilität zu nutzen, um den Herausforderungen zu trotzen und das Managementsystem als Stütze des Unternehmens zu etablieren.

Von Kennzahlen und Zielen
Aus Sicht des Qualitätsmanagements berichtete Tibor Kiss, MBA von KABA GmbH von der bereits erfolgten Umstellung auf die ISO 9001:2015. Die Revision bietet die Möglichkeit zum Neuaufbau und zur Weiterentwicklung des bestehenden Qualitätsmanagementsystems. Wichtig sei vor allem, so der Qualitätsmanager, früh genug mit der Umstellung zu beginnen. Ein weiteres Muss ist die Unterstützung der Geschäftsführung sowie die Festlegung von Verantwortlichkeiten, Kennzahlen und Zielen, die regelmäßig zu kommunizieren sind. Entscheidend ist: keine Prozesse ohne Kennzahlen und Ziele, keine Kennzahlen ohne Verantwortlichkeiten und der Fokus auf Nachhaltigkeit. Denn Fehler sind erlaubt, Wiederholfehler sind zu vermeiden. Der Praktiker weiß zu berichten: Kommunikation ist, wie in jeder Beziehung, das A und O.

Leadership & Gestaltungsfreiraum
Beim Thema Kommunikation sind sich auch die Entscheidungsträger der diesjährigen Podiumsdiskussion einig: Die Leader favorisieren eine Intensivierung der Kommunikation zu ihren Mitarbeiter/innen sowie zu den Kund/innen und betonen gleichzeitig die Wichtigkeit der zielgruppenadäquaten Kommunikation. Schließlich soll der Inhalt auch ankommen. Es diskutierten: Ing. Manfred Gloser, Senior Vice President Quality von Voith Paper GmbH, Dir. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Haas, Vorstandsvorsitzender des TÜV AUSTRIA sowie Mag. Martin Steiner, Berater und Coach aus dem Gesundheits- und Sozialwesen. 
Außerdem müsse die Qualität in die strategische Ausrichtung des Unternehmens einfließen und von der obersten Ebene vorgelebt werden. Die Führungskräfte sehen jede/n einzelne/n Mitarbeiter/in als Botschafter/in des Qualitätsmanagements und sind sich bewusst, dass sie Ihren Qualitätsmanager/innen Freiraum und Ermächtigungen geben müssen, um das Qualitätsmanagementsystem flächendeckend zu integrieren.

Neue Wege: Mit begeisterten Mitarbeiter/innen?

Mag. Evelyn Summhammer weiß, dass wahres Veränderungswissen im Unternehmen liegt – und zwar bei  den Mitarbeiter/innen. Es gilt, das Wissen durch sinnstiftende Kommunikation und wertfreie Begegnung an die Oberfläche zu holen, um die Potentiale der Mitarbeiter/innen zu nützen. Begeisterte Mitarbeiter/innen werden Veränderungen vorantreiben und Risiken wie auch Chancen aufzeigen.

Nicht zu vergessen: Risiken & Chancen

Das Risikomanagement bildet einen wichtigen Eckpfeiler der ISO 9001:2015. Die Wichtigkeit von Risiken und Chancen sind Unternehmen durchaus bewusst. Bei der Auditprogrammplanung werden diese bei 53% der Unternehmen allerdings lt. Live-Voting noch nicht im Detail berücksichtigt.
Die effiziente Steuerung von Risiken und Chancen beleuchtete Ing. Alexander Ladich von TÜV AUSTRIA Holding. Der Qualitäts- und Risikomanager verwies auf eine intensive Analyse von internen wie auch externen Parametern, gefolgt von der Auswahl des passenden Tools für das jeweilige Unternehmen. Ein umfassendes Risikomanagementsystem ist für Unternehmen nicht zwingend erforderlich, um einen geeigneten Umgang mit Risiken und Chancen zu etablieren. Entscheidend ist es, interne Audits und „alte Bekannte“ zu nützen, um Synergien zu schaffen. Denn vieles ist bereits in Unternehmen etabliert, es gilt dieses nur in anderen Bereichen auch einzusetzen.

Neue Zertifizierungen: im internationalen Umfeld?
Eine Chance zur reibungslosen Zertifizierung von internationalen Unternehmen bietet die Matrix-Zertifizierung. Dipl.-Phys. Joachim Grosch von CompuGroup Medical SE berichtete von der Einführung im Unternehmen und schwört ebenfalls auf die Miteinbeziehung der Mitarbeiter/innen. Die Vorteile der Matrix-Zertifizierung sieht der Experte vor allem in der Zeit- und Kostenersparnis sowie in der effizienten Abwicklung von Audits. Die Voraussetzungen dazu hat Herr Dipl.-Phys. Grosch mit einheitlichen Prozessen, standardisierten Tools und der Einführung von klaren Strukturen im Betrieb geschaffen. Seine Mitarbeiter/innen sind lediglich einem disziplinarischen Vorgesetzten unterstellt und haben erfolgreich Paralleluniversen bei der Dokumentation vermieden.

Nutzen Sie das Fenster der Gelegenheiten

Die vierte industrielle Revolution und somit das Konzept der Wirtschaft 4.0 stellte Hannes Krösbacher von QPI Qualitäts-, Prozess-, Innovationsmanagement vor. Im sogenannten „Internet der Dinge“ kommunizieren Produkte untereinander. Durch die Vernetzung entstehen Daten in einem zuvor noch nie dagewesenen Ausmaß. Außerdem bricht das System etablierte Wertschöpfungsketten auf und löst einen komplexen Wandlungsprozess aus. Der zukunftsorientierte Geschäftsführer empfiehlt, das „Window of Opportunity“ zu nützen, neue Geschäftsmodelle auszuprobieren und mit den entstehenden Innovationen die riesigen Chancen und Wachstumspotentiale der Wirtschaft 4.0 zu ergreifen. Qualitätsmanager/innen schätzen die wirtschaftliche Bedeutung lt. Live-Voting für Unternehmen jedenfalls als Hoch ein.

Fazit: Die Welt dreht sich, Wandel passiert – ob geplant oder nicht. Es gilt einen Buchstaben auszutauschen und die ChanGes zu ChanCes zu machen.

 

 

  • TÜV AUSTRIA HELLAS: Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung (Oktober 2016)

TÜV AUSTRIA AKADEMIEUnternehmensvertreter, Personalabteilungen und Verantwortliche aus den Ausbildungsabteilungen besuchten im Oktober den sehr interessanten Event ‚Lebenslanges Lernen und Ausbildung als Werkzeug der Geschäftsentwicklung‘ von TÜV AUSTRIA HELLAS. Ziel der Veranstaltung war es, auf den Mehrwert aufmerksam zu machen, den Weiterbildung für moderne Unternehmen bringt. Ebenfalls im Scheinwerferlicht stand der Beitrag von Aus- und Weiterbildung zur Geschäftsentwicklung jedes Unternehmens und der griechischen Wirtschaft im Allgemeinen.


Unter den Ehrengästen befand sich auch die österreichische Botschafterin Mrs. Andrea Ikic-Boehm, die in ihrer Eröffnungsrede hervorhob: ‚Wir streben eine für beide Seiten nutzbringende Kooperation zwischen österreichischen und griechischen Unternehmen an. Der Schlüsselfaktor zum Erfolg ist es, einen hohen Qualitätslevel zu erreichen, mithilfe gemeinsamer Beteiligung am Programm ‚Lebenslanges Lernen‘. 
Ebenfalls anwesend waren Repräsentanten des Ministeriums für Bildung sowie des Außenministeriums und des Ministeriums für internationale Wirtschaftsbeziehungen.

Mr. Ioannis Kallias, Geschäftsführer von TÜV AUSTRIA Hellas, merkte an: ‘Lebenslanges Lernen ist international ein anerkanntes Werkzeug zur Geschäftsentwicklung und sollte auch in Griechenland anerkannt und benutzt werden, um die Wirtschaft im Land zu fördern.’ Mr. Ioannis Gkotsis, Leiter der TÜV AUSTRIA Akademie in Griechenland, präsentierte in seinem Vortrag sowohl moderne Methoden, Trends und Werkzeuge, als auch die neue Struktur und das aktualisierte Kursprogramm der Akademie. ‚Ausbildung sollte von jedem Unternehmen als wichtige Investition in Humanressourcen gesehen werden‘, sagt er. Mag. (FH) Christian Bayer, Geschäftsführer der TÜV AUSTRIA Akademie und Thomas Rochowansky, MBA,  Leiter des Geschäftsfeldes Lerndienstleistungen, wiesen auf internationale Trends hin und beschrieben das erfolgreiche Bildungsmodell in der österreichischen TÜV AUSTRIA Akademie.


Erwähnenswerte Referenten aus dem akademischen und wirtschaftlichen Umfeld hielten ebenfalls auf der Veranstaltung Vorträge ab. Kyriakos Kyriakopoulos, Stellvertretender Dekan der ALBA Graduate Business School, sah Lebenslanges Lernen als persönliche Chance zur Weiterentwicklung und als Möglichkeit für Unternehmen, um flexibel zu bleiben. Harris Constantinides, Leiter der Abteilungen Permanent Placement & Career Transition bei Adecco, veranschaulichte in seiner Präsentation die Nachfrage des Marktes nach ausgebildeten und ständig auf dem aktuellsten Stand gehaltenen Mitarbeiter/innen. Zum Schluss analysierte George Georgalas, HR-Manager bei Aluminium Greece, wie man lebenslange Bildungsmaßnahmen anwendet, um Mitarbeiter/innen und Unternehmen gleichermaßen zu fördern.


Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit ‚Advantage Austria‘ abgehalten, der Handelsabteilung der österreichischen Botschaft, die verantwortlich ist für kontinuierliche Handelsbeziehungen von Unternehmen mit österreichischen Wurzeln und Aktivitäten in Griechenland. 

Am Ende der Veranstaltung bekamen die Teilnehmer/innen des Events noch eine ‚ Special Olympics Hellas Support Bag‘ geschenkt, eine symbolische Geste der Unterstützung für Sportler mit Behinderung, die sich trotz Einschränkungen leidenschaftlich dem Sport widmen. 

 

  • Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016: Von der Natur und anderen Gesetzen (Oktober 2016)

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Der Expertentag im Eventhotel Pyramide spannte den Bogen vom Fundament bis zur Dachsicherung und lotete gemeinsam mit Werner Gruber die Grenzen der Sicherheit aus.

Auch dieses Jahr war der von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltete Sicherheitstag ein großer Erfolg. 300 Teilnehmer/innen versammelten sich in Vösendorf, um mit Kolleg/innen zu netzwerken, Vorträgen zum Thema Arbeitssicherheit zu lauschen und bei den Messeständen die neuesten Produkte und Dienstleistungen zu erkunden. Darüber hinaus bot Werner Gruber, der Physiker der Nation, ein beeindruckendes Schauspiel der Naturgesetze.
Aber beginnen wir von Anfang an:

Am Anfang war das Gesetz…
20 Jahre Arbeitsplatzevaluierung: Dipl.-Ing. Ernst PILLER von der Arbeitsinspektion feierte das Jubiläum des ArbeitnehmerInnenschutzgesetzes, das schon seit 20 Jahren den Grundpfeiler zur Vermeidung von Unfällen am Arbeitsplatz bildet. Auch das  Arbeitsinspektorat steht im Dienste der Sicherheit und kontrolliert, ob die Schutzziele erreicht, die Auflagen erfüllt, die Grenzwerte nicht überschritten und der Stand der Technik beachtet wurde. Bei einer Begehung werden außerdem die Arbeitsplätze unter die Lupe genommen und mit der Dokumentation verglichen: Ob die Gefahr-Maßnahmen-Umsetzung eingehalten wurde, ist dabei essentiell.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

…dann kam die Evaluierungspflicht…
Woher weiß ein Elektriker, wenn er die Grenzwerte für elektrische Felder überschritten hat? Im besten Fall wird nur der Arm warm. Welche Auswirkungen elektrische, elektromagnetische und magnetische Felder auf den Körper haben, und wie man diese Auswirkungen als Arbeitgeber/in minimiert, das referierte Ing. Wilhelm SEIER vom TÜV AUSTRIA. Eine Verordnung stand dabei im Fokus des Vortrages: Die Verordnung elektromagnetischer Felder (VEMF -  BGBL II 179) ist seit 01.08.2016 in Kraft getreten und fordert Arbeitgeber/innen zur Bewertung möglicher Gefahren und Ergreifung von Maßnahmen auf.

…jetzt kommt die Norm. Oder doch nicht?
Die ISO 45001 lässt noch auf sich warten, so Ing. Edgar JOCHINGER vom TÜV AUSTRIA. Voraussichtlich Ende 2017 wird sie publiziert, aber die Eckpfeiler sind bereits jetzt bekannt: Die High Level Structure bildet die übergeordnete Struktur mit einheitlichen Begriffen und erhöht die Integrationsfähigkeit und Synergieeffekte bei Anwendung mehrerer Managementsystem-Normen. Ebenfalls festgelegt: Die Verantwortung der Führung wird stärker in die Norm eingebunden und kulturelle und soziale Werte sollen im Kontext der Organisation betrachtet werden.
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Wie sehr sich Arbeitnehmer/innen am Umfeld, also an Kolleg/innen und Führungskräften orientieren, darüber referierte Ing. Andreas HUBER von voestalpine Stahl. Sein Fazit: Wenn die Leitung nicht darauf achtet, dass Sicherheitsregeln eingehalten werden, und wenn Kolleg/innen Sicherheitsregeln nicht einhalten wollen, dann könnten  neue Mitarbeiter/innen rasch zum Opfer der Unfallpyramide werden - auf 3000 unsichere Handlungen kommt 1 meldepflichtiger Arbeitsunfall. Der Appell des Vortragenden lautet: Oberstes Ziel sollte sein, dass alle gesund nach Hause kommen. 

Geht auf’s Haus
Dipl.-Ing. Georg SCHWENTECK vom TÜV AUSTRIA verschaffte den Teilnehmer/innen einen schwindelerregenden Überblick über die gängige Praxis von falsch geplanten, falsch montierten und falsch verwendeten Dachsicherungssystemen und klärte anhand vieler Tipps auf, wie es richtig geht. Auch hier spielt die Arbeitsplatzevaluierung eine zentrale Rolle, wesentlich ist aber auch das Fe

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stlegen von Sicherheitsbereichen bis hin zur Überwachung der Montage und einer objektbezogenen  Einschulung.

‚Dachsicherung‘, so könnte man auch die Aufgaben des Psychologen Dr. Oliver SCHEIBENBOGEN vom Anton Proksch Institut beschreiben. Der Kopf ist jedoch bei der Bewältigung von Schmerz und Stress etwas trickreicher: Er entscheidet sich für rasche, einfache Lösungen, die jedoch fatal enden können. In seinem Vortrag über Medikamente am Arbeitsplatz zeigte Dr. Scheibenbogen die Ursachen und Folgen von Schmerzmitteln, Barbituraten und Psychostimulanzien auf und wies darauf hin, wie Abhängigkeit anhand der Nebenwirkungen erkannt und der Konsum mittels Aufklärung vermieden werden kann.

Nur das Dach war die Grenze…TÜV AUSTRIA AKADEMIE
...als Werner Gruber in seinem Experimentalvortrag bis unters Dach der Pyramide in Vösendorf  Bier verspritzte und eine Plastikflasche aus einem Rohr verschoss. Dabei waren die Teilnehmer/innen stets in Sicherheit, auch als einer von ihnen seine Hand in flüssigen Stickstoff tauchte oder Werner Gruber fünf Holzbretter per Hand zerschlug. Warum? Das Vertrauen in die Naturgesetze ist der Schlüssel zur Sicherheit. Diese sagen uns, dass man für den Durchschlag von fünf Holzbrettern eine Geschwindigkeit von 7m/s braucht und diese Geschwindigkeit auch ohne Shaolin-Ausbildung locker zu erreichen ist – den Beweis lieferte Gruber mit Schwung und Leichtigkeit. Nur wer zögert, hat später Schmerzen.

Alles auf Anfang
29.000 Stunden an Planung und 1 Million Euro für Sicherheitsdienstleistungen: So viel investiert OMV AG in den sogenannten ‚Turnaround‘, die Reinigung der gesamten Anlage, inklusive Zerlegung und Inspektion aller Anlagenteile. Dabei werden unter anderem 306 Tonnen Stahl, 16 Prozessöfen und 478 Wärmetauscher gründlich durchleuchtet. Wie diese ‚Pickerlüberprüfung‘ abläuft, erklärte Anton BERNHARDT von OMV Downstream in seinem Vortrag.

Vom Fundament bis zum Dach, darüber hinaus und wieder zurück: Der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2016 bot spannende Einblicke in die Welt der Arbeitssicherheit und lieferte Sicherheitsfachkräften viele Praxistipps von Experten. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen und Referenten für Ihren Besuch und freuen uns darauf, auch beim TÜV AUSTRIA Sicherheitstag 2017 wieder sicher bis unter’s Dach zu sein.

 

  • Klimaziele: Das 10-Punkte-Programm für Ihr Unternehmen am Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen (September 2016)

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Das Energieeffizienzgesetz und seine Auswirkungen: Am Expertentag der TÜV AUSTRIA Akademie gaben Fachleute Tipps, wie Unternehmen ihre Energieziele erreichen können.

Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit, Leistbarkeit – all das sind gute Gründe, um Energieeffizienz im Unternehmen voranzutreiben. Seit das Bundesenergieeffizienzgesetz 2015 in Kraft trat, hat sich einiges getan: Über 10.000 Maßnahmenmeldungen gingen seither ein, 478 Auditor/innen wurden registriert und an die 1.300 Energieaudits bereits durchgeführt. 

Rückschau und Ausblick
Das Bundesenergieeffizienzgesetz (EEffG) verpflichtet Unternehmen ab 250 Mitarbeiter/innen zur Durchführung von Energieaudits oder zur Einführung von Energie- oder Umweltmanagementsystemen. Ziel bis 2020 sind 20% Verbesserung der Energieeffizienz. Das EEffG wird aber nicht im Jahre 2020 stillgelegt. 30% Energieeinsparung bis 2030 hielt unter anderem Dr.in Heidelinde Adensam vom Bundesministerium f. Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für wahrscheinlich. Dieses Ziel wird vermutlich verbindlich sein, nicht indikativ. Jeder Mitgliedsstaat schlägt dann vor, was er beitragen kann – wenn das Ziel nicht erreicht wird, wird nachverhandelt.

Mit seinem 10-Schritte-Programm, das Dipl.-Ing. Peter Sattler von sattler energie consulting quasi als Bogen über den Tag der Energiebeauftragten und -Auditor/innen spannte, schaffen es Unternehmen, ihre Ziele zumindest bis zum Jahr 2020 zu erreichen. Gleichzeitig ist es eine Systematik, in der sich auch die Beiträge aller unserer Referenten wiederfinden.

Entwickeln Sie einen Masterplan
Schritt 1 und 2 sollten sein: Ein strategisches Energiemanagementsystem entwickeln und Energieauditergebnisse nützen, meinte Sattler, der weiter dazu riet, ein Datenerfassungssystem zu erstellen (Schritt 3) und daraufhin die Energiebeschaffung zu optimieren (Schritt 4). Verbesserungspotential hat auch der Fuhrpark, so Ing. Mag. Christian Rötzer von TÜV AUSTRIA, der eine geplante Reduktion der Treibhausgase um 60% gegenüber 1990 vorhersagte und die E-Flotte in Österreich noch als ausbaufähig sah. Von 7.500 Autos im Unternehmen hätten nur 232 einen E-Antrieb, ohne massive Investitionen ist das hehre Ziel, Fahrzeuge mit konventionellen Kraftstoffen aus den Ballungszentren zu verbannen, nicht zu erreichen.

Kommunikation ist alles
Die Ausbildung von Energieverantwortlichen (Schritt 5) schafft Know-how im eigenen Unternehmen. Diese sollten nicht alleine dastehen: Mitarbeiter ins Boot zu holen und zu motivieren (Schritt 6), ist aber oft nicht einfach, wusste Mag.a Christiana Neuwirth von Innovation Management. In ihrem Vortrag sprach sie von Veränderungsmanagement für Energiebeauftragte und riet dazu, nicht nur die gezielte Kommunikation zu fördern, sondern sich auch die ‚Lizenz‘ von der Führungsebene einzuholen – nur wer die Entscheidungsgewalt hat, kann etwas verändern. 

Schulungen sind bei Thales Austria GmbH ebenfalls eine wirkungsvolle Methode, um sich kontinuierlich zu verbessern. Franz Wenighofer referierte über Methoden der Mitarbeitermotivation und hob besonders betriebsinterne Energiewettbewerbe, Newsletter und Intranet als geeignete Mittel hervor, um zu informieren und zu begeistern.

Bis ins Detail
Schritt 7: Detailkonzepte erarbeiten und sich an die Umsetzung der geplanten Maßnahmen machen: Das senkt konsequent Energiekosten. Erfahrungsberichte dazu kamen am Expertentag von Dipl.-Ing. Wolfgang Burgstaller (Wien Energie). Das Unternehmen hat es durch Kundenprojekte, interne Maßnahmen und Kooperationsverträge geschafft, die Ziele bis 2020 nahezu zu erreichen, ein Maßnahmenankauf war nicht nötig. Dieser würde Energielieferanten eine Möglichkeit bieten, Ziele zu erfüllen, die sie selbst nicht umsetzen können. Die rechtlichen Bedingungen dazu erklärte Dr. in Kerstin Holzinger von HASLINGER | NAGELE & PARTNER RECHTSANWÄLTE. Zusätzliche Mittel für den Maßnahmenhandel zu lukrieren oder auch Fördermanagement zu betreiben ist Schritt 8 des 10-Schritte-Programmes zu mehr Energieeffizienz.  

Up-to-date
News über Energieaudits einholen, informiert bleiben: Schritt 9 war auch gleichzeitig das Motto des Expertentages, der dazu Dipl.-Ing. Dr. Günter R. Simader von der Monitoringstelle einlud, um offene Fragen zur Kontrollen des Energieaudits zu klären. Im zweiten Halbjahr 2016 wird die Monitoringstelle den Schwerpunkt auf die Prüfung setzen, Anschreiben über unvollständige Auditmeldungen oder fehlende Meldungen eines Energieaudits sind gerade in Vorbereitung.

Wer die 9 Schritte beachtet hat, kann das Energie-Audit 2019 intern abwickeln (Schritt 10), zum Vorzeigebetrieb werden (Schritt 10+1) und ein multivalentes Energieversorgungskonzept entwickeln, das die Energieversorgung auf breitere Beine stellt (Schritt 10+2). 

Workshop
Regen Austausch gab es in den kurzen Workshops zu den Themen Energie sparen, Messen und Maßnahmen-Umsetzung (Schritte 3, 7 und 8). Beispiele aus der Praxis zeigten Dipl. Ing. Julia Rachbauer, DI (FH) Martin Hinterndorfer und Mario Hebesberger (sattler energie consulting) und gaben nützliche Tipps, worauf es beim Maßnahmenhandel und bei Förderungen ankommt.

Gerade am Anfang werden die Erfolgserlebnisse in Unternehmen groß sein, so waren sich die Expert/innen am Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen einig. Aber der Sättigungsgrad an Einsparungen wird bei Betrieben irgendwann erreicht sein, so Ing. Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Gerhard Eichinger von TÜV AUSTRIA. Das stellt Betriebe vor eine große Herausforderung – was kann man tun, um für das ‚Danach‘ gerüstet zu sein?

Erfahren Sie es spätestens am 3. Tag der Energiebeauftragten und –Auditor/innen 2017!

 

  • Santorin, Sirtaki, Sonnenuntergänge - das Sommerfest der TÜV AUSTRIA Akademie (September 2016)

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Die Referentenkonferenz und das Sommerfest haben Tradition: Die Veranstaltungen läuten das neue Semester in der TÜV AUSTRIA Akademie ein und begeistern von Jahr zu Jahr mehr BesucherInnen. Heuer war Griechenland das Motto, das die Menge zum Tanzen brachte.

Am 1. September war es wieder soweit: Bei der jährlichen Referentenkonferenz der TÜV AUSTRIA Akademie kamen über 80 Vortragende aus den Bereichen Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität zur Fortbildung und zum Erfahrungsaustausch.  Neu ist nicht nur das Kursprogramm 2017, sondern auch der Einsatz von e-learning, welches Präsenztraining und Fernunterricht gekonnt verbindet und das Ausbildungsangebot noch umfangreicher gestaltet.

Filmreif referieren
Inhalte so vermitteln, dass sie nachhaltig im Gedächtnis bleiben – so sollen Kurse sein. Wie man TeilnehmerInnen unterhaltsam weiterbildet, erklärte Nikola Vodicka,  Dipl. Sprecherin, Trainerin, Keynote Speakerin und Lerncoach in ihrem Vortrag und Workshop ‚Training in Szene setzen‘. 

Kaliméra!
Das Mythos war kalt, der Ouzo erfrischend, die Gäste erschienen zahlreich: 200 BesucherInnen genossen am Sommerfest einen griechischen Abend der Extraklasse, der auch Yiannis Kallias, Geschäftsführer von TÜV AUSTRIA Hellas, zum Sirtaki mit den Gästen inspirierte. Am Abendprogramm stand Malerei: Die Anwesenden formierten sich zu Gruppen und gestalteten ein Gemälde, das doppelt ausgezeichnet wurde - die Gewinner erhielten ein Frühstück im kunsthistorischen Museum und die Bilder aller Künstler verzieren ab sofort ein halbes Jahr lang die Wände der TÜV AUSTRIA Akademie.

Kommen Sie vorbei und begutachten Sie unsere neue Vernissage, blättern Sie sich durch unser Kursprogramm oder tanzen Sie mit uns ins neue Semester – wir freuen uns auf Sie!

 

 

  • TÜV AUSTRIA Akademie fliegt ins All! (September 2016)

Update: Anfang September ist eine Sonde der US-Raumfahrtbehörde NASA ins All gestartet. Die ‚OSIRIS REx‘ wird auf dem Asteroiden ‚Bennu‘ landen und dort Proben sammeln,

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 die Aufschluss über die Entstehung des Lebens geben könnten. Die TÜV AUSTRIA Akademie wird die Mission sieben Jahre lang begleiten.

Technik, Qualität, Sicherheit – das verbindet die NASA mit der TÜV AUSTRIA Akademie. Am 8. September um 7:05 p.m. EDT ist die unbemannte Raumsonde OSIRIS REx ins All gestartet und hat bereits die Umlaufbahn des Mondes verlassen. Die TÜV AUSTRIA Akademie ist mit an Bord - in Form eines Mikrochips.

 

Nachricht an Bennu

Die Aktion ‚Messages to Bennu‘ ermöglicht es uns, ein Teil der Mission zu sein: Der Name TÜV AUSTRIA Akademie wurde auf dem Chip gespeichert und in die Sonde eingebaut.

Die Raumfähre wird zwei Jahre auf der 500 Meter großen Oberfläche des Asteroiden verbringen, um dort Proben zu sammeln und schließlich 2023 wieder auf der Erde zu landen. Die Idee hinter ‚Messages to Bennu‘ ist es, an der Erforschung des Solarsystems teilzunehmen und vielleicht sogar dabei zu sein, wenn die zwei wichtigsten Fragen der Menschheit ein Stück weit gelöst werden: Woher kommen wir? Wohin gehen wir? 

Asteroiden, übriggebliebene Trümmer aus der Zeit, als sich das Sonnensystem formierte, könnten zur Aufklärung dieser Rätsel beitragen und uns mehr über die Entstehung der Sonne, der Planeten und unserer Ozeane erzählen. Dazu reichen 60 Gramm Bodenschatz – so viel Material wird die Sonde OSIRIS REx (Origins-Spectral Interpretation Resource Identification Security Regolith Explorer) einsammeln, bevor sie wieder zur Erde zurückkehrt.

Houston, wir haben im Jahr 2182 ein Problem

Die Mission hat aber auch noch einen anderen Grund: ‚Bennu‘ könnte der Erde im 22. Jahrhundert gefährlich werden. Die Chance eines Zusammenstoßes liegt zwar nur bei 1:1800, aber laut NASA ist ‚Bennu‘ der gefährlichste der Menschheit bekannte Asteroid. Umso wichtiger ist es, den Asteroiden zu vermessen und seine physikalischen Eigenschaften zu verfassen. Geplant ist übrigens auch eine bemannte Landung auf einem Asteroiden – allerdings erst 2025.

Wer weiß, vielleicht sind wir dann wieder an Bord? Bleiben Sie dran – wir halten Sie auf dem Laufenden…  

 

  • Masterstudium Safety and Systems Engineering: „Ich bin unter den Ersten!“Wie läuft es beim Masterstudium? Die Studenten plauderten mit uns. (November 2014)Masterlehrgang Safety and Systems Engineering

Seit 2010 kooperieren die die TÜV AUSTRIA Akademie und die FH Campus Wien erfolgreich in der praxisorientierten Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit und System-Sicherheit. Anfang September startete das berufsbegleitende Masterstudium Safety & Systems Engineering mit Schwung ins neue Semester – wir haben fünf Studenten zum Interview gebeten und über ihre Vorstellungen und Beweggründe zum Masterstudium befragt.

Rede und Antwort standen Stefan Riegler, Christian Eichner (Branchenverantwortlicher/Projektleiter/Sales bei Pilz GmbH Sichere Automation), Ljubisa Jeremic (Qualitätstechniker bei Dr. techn. Josef Zelisko), Werner Strnad und Wolfgang Sukup (Software Entwicklung bei TELE Haase Steuergeräte Ges.m.b.H.).

Warum haben Sie sich für dieses Masterstudium entschieden – was waren die Beweggründe?

Eichner: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als ich den Titel des Lehrganges gelesen habe, war mir klar:  Ich will mehr erfahren! Nachdem ich die Abendveranstaltung in der TÜV AUSTRIA Akademie besucht habe, ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen.“

Wie sehen Sie die Berufschancen, nachdem Sie das Masterstudium abgeschlossen haben?

Jeremic: „Die Berufschancen sind sicher sehr hoch, da der Bedarf an qualifiziertem Personal im Bereich Safety stetig zunimmt und durch zukünftige EU-Verordnungen (wie die Common Safety Method in der Bahnindustrie) noch weiter steigen wird.“

Was macht das Masterstudium besonders?

Riegler: „Das Masterstudium ist einzigartig, insbesondere in punkto Breite der Themen und fachliches Niveau. Es gibt meines Wissens im deutschsprachigen Raum keine vergleichbare Ausbildung. Dass die Vortragenden durchwegs praxiserprobte Profis mit langjähriger Erfahrung in der Industrie sind, ist ein weiterer großer Pluspunkt.“

Strnad: „Die Pioniersarbeit: Erstmals findet ein Studium in Mitteleuropa zu diesem Thema statt und ich bin unter den Ersten, die daran teilnehmen können.“

Was können Sie jetzt schon aus dem Masterstudium für Ihren Beruf mitnehmen?


Sukup: „Safety setzt eine sehr genaue und detaillierte Vorgehensweise in der Umsetzung von Projekten voraus. Die Lehrinhalte zum Requirements Engineerging liefern jetzt schon wertvolle Inputs, die im beruflichen Alltag angewendet werden können.“

Worauf freuen Sie sich schon in der Ausbildung?

Riegler: „Besonders interessieren mich die Querbeziehungen zum Qualitätsmanagement und zum Prozessmanagement.“

Strnad: „Ich freue mich schon auf die Vorlesungen über fehlertolerante Systeme.“

Was bedeutet Sicherheit für Sie persönlich?

Eichner: „Sicherheit beginnt bei mir schon im privaten Umfeld. Wenn ich einen Winkelschleifer in die Hand nehme, dann ist es für mich selbstverständlich, dass ich eine Schutzbrille trage. Und auch beim Rasenmähen trage ich Sicherheitsschuhe. Der Leitsatz „The spirit of safety“ des Unternehmens PILZ hat für mich eine große Bedeutung, beruflich und auch privat.“

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

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