TÜV AUSTRIA Akademie NEWS ARCHIV - DER RÜCKBLICK AUF EIN ERFOLGREICHES JAHR:

  • Die Maschine Mensch (November 2018)

Große Macht bringt große Verantwortung. Das wusste schon Stan Lee und das wusste auch Isaac Asimov, der mit seinen Robotergesetzen bereits 1942 eine einzigartige Vorlage zur Mensch-Roboter-Kollaboration schuf: Der Roboter darf dem Menschen nicht schaden. Können wir sicher sein, dass dieses Gesetz in der Industrie 4.0 eingehalten wird? 

 

Roboter werden heute schon in Industrie, in der Medizin und im Service eingesetzt. Aber sie werden bald noch mehr Aufgaben bekommen und sie werden vor allem eines immer häufiger: mit dem Menschen zusammenarbeiten. Die Grenze zwischen Mensch und Maschine wird dünner: Sie arbeiten im Idealfall zur selben Zeit am selben Arbeitsplatz am selben Objekt. Ziel muss es sein, diese Kollaboration abzusichern und eine zukünftige Zusammenarbeit gesetzlich so zu gestalten, dass Mitarbeiter/in und Roboter sicher zusammenarbeiten können.


Am Symposium für Anlagensicherheit im November 2018 war aber nicht nur die physische Zusammenarbeit von Maschine und Mensch wichtig. Die psychische Auseinandersetzung mit einer immer noch Misstrauen erweckenden künstlichen Intelligenz stand ebenso auf dem Programm. Ist der Mensch ein Auslaufmodell? Hat uns die Technik schon längst überholt und die Digitalisierung dem Cyber-Crime Tür und Tor geöffnet? Oder ergeben sich gerade aus dieser Digitalisierung auch die besten Chancen für Mensch und Anlage?

Durch die Verbindung von technischen und informationstechnischen Komponenten entstehen Anlagen, welche sowohl in Bezug auf die Funktionale Sicherheit, als auch auf die Informationssicherheit, sicher gemacht werden müssen. Klares Ziel der heutigen Anlagensicherheit ist somit das optimale Zusammenspiel von Safety und Security in der Prozessindustrie.


Wer viel misst, misst Mist?

Alles ist messbar: Die Füllstände einer Tankstelle genauso wie Ihre Einkäufe vom letzten Samstag bei einer Supermarktkette. Die Frage ist nur: Wer braucht diese Datenflut? Unternehmen gehen immer mehr weg von Big Data (der Masse an Daten, die sie von Mensch und Anlage erhalten) und hin zu Smart Data, dem destillierten Wissen zu Themen, die sie wirklich interessieren. Zwei Vortragende am TÜV Austria Anlagensymposium beschäftigten sich mit dem Thema: Ing. Stefan Pichl, MBA erzählte über die digitale Betriebsführung bei Salzburg AG und DI Hermann Katz sprach über das Parsimonitätsprinzip: die Datenmenge ist nicht wichtig, die Qualität ist es. Beide Referenten waren sich einig: Daten sind nützlich, um Prozesse zu verbessern. Sie können nicht nur die Effizienz steigern, Know-how sichern und Instandhaltungskosten reduzieren. Sie können auch in die Zukunft sehen und beispielsweise über die Lebensdauer von Anlagen Auskunft geben. Somit kann das Wissen aus Daten ein Differenzierungsmerkmal am Markt sein. 


Mensch, vermessen

Alles ist messbar. Aber darf alles gemessen, bzw. verarbeitet werden? Nein, sagt die neue Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 erschien und schon im Vorfeld für Furore sorgte. Ziel der DSGVO ist es, den Mensch und die Information über ihn zu schützen, sagte Mag. Sabine Gölles, MA in ihrem Vortrag. Personenbezogene Daten zu erheben, ist verboten, außer, es besteht ein berechtigtes Interesse oder eine explizite Rechtsgrundlage (z.B.: eine Einwilligung). Die meisten Regeln der DSGVO existierten vorher schon, aber der Strafrahmen ist seit Mai um ein Vielfaches höher: Im schlimmsten Fall wird für die Nichteinhaltung des Datenschutzes 20 Millionen Euro berechnet. Aber nicht nur der Strafrahmen ist gestiegen, auch das öffentliche Interesse an dem Thema. Darin liegt die Chance für Unternehmen: Wenn sich Kunden sicher und geschützt fühlen, ist die Vertrauensbindung ein Wettbewerbsvorteil.


Open house?

Das öffentliche Interesse macht Menschen nachdenklich. Wie gläsern bin ich? Was passiert mit meinen Daten in der Cloud? Und wie kann ich mich vor Phishing schützen? Auch Unternehmen sehen sich mit solchen Gedanken konfrontiert, wobei viele noch der Truthahn-Illusion unterliegen: Wenn mich der Bauer bislang immer gefüttert hat, warum sollte er zu Thanksgiving plötzlich mit dem Messer kommen? Anders gesagt: Wenn es bis jetzt gut gegangen ist, warum sollte mein Unternehmen einer Cyber-Attacke zum Opfer fallen? Dabei ist es keine Frage, ob Sie angegriffen werden, sondern wann. Und ob Sie diese Attacke überhaupt bemerken, bevor es zu spät ist. Ing. Sabrina Steger, MSc, berichtete in ihrem Vortrag über mögliche Angriffsvektoren und sorgte beim Publikum beinahe für Schnappatmung: Moderne Angriffe finden über Fernwartungszugänge statt, über den Router, über Zulieferer mit Schwachstellen in deren Systemen. Die Hacker kommen über USB-Sticks, sie kommen wireless, sie kommen über die Cloud, sie kommen über die Office-IT. Der Faktor Mensch ist auch hier eine Herausforderung: Wir verhalten uns oft so, wie es uns die Technik empfiehlt. Wir klicken auf ein Phishing-Mail, weil ein vermeintliches Systemupdate durchgeführt werden muss. Die Folgen sind Imageschäden, Schäden an der Anlage, aber auch die Gefährdung der Arbeitssicherheit.


Wie schnell eine Cyber-Attacke passieren kann, demonstrierte am Anlagensymposium der Hacking-Europameister Aron Molnar, der sich vor dem faszinierten Publikum in die Systeme einer Tankstelle einloggte und so die Füllstände ablesen konnte. Wer es schafft, diese zu manipulieren, könnte die Tankstelle auch lahmlegen. Damit demonstrierte der Referent, wie wichtig es ist, die eigenen Systeme nach außen abzuhärten. DI Karl Findenig stimmte dem zu und führte weiter aus: Unternehmen sollten sich überlegen, wer auf das Steuersystem zugreifen muss und wer es nicht darf. System-Updates und etwaige bauliche Maßnahmen gegen Abhörung sind weitere Maßnahmen, die IT-Security in der funktionalen Sicherheit zu erhöhen.


Keine Angst vor Veränderung

Das alles verunsichert die Mitarbeiter/innen: Wer sagt dem Greifarm, mit dem ich arbeite, dass er einen gewissen Sicherheitsabstand einhalten soll? Mitarbeiter/innen stehen Assistenzsystemen oft kritisch gegenüber. Das müssen sie aber nicht: Die Digitalisierung soll Menschen entlasten, gerade in einer Zeit, in der Posten immer weniger nachbesetzt werden und Menschen immer mehr und unterschiedliche Aufgaben erfüllen müssen. Aber: Gekonntes Change Management ist wichtig, wenn es darum geht, den Mensch zur Maschine oder zur Digitalisierung zu bringen. Die Überzeugung der Mitarbeiter/innen ist der Schlüssel zum Erfolg, denn sie müssen die Veränderung zulassen und den Nutzen erkennen. Auch die Politik ist gefragt: Sie muss die Rahmenbedingungen schaffen, um Nutzen und Ethik zu vereinen. Sie muss da sein, um Mensch, Daten und Maschinen gleichermaßen zu schützen.


Der gesetzliche Rahmen

Die Normenlandschaft zu den neuen Herausforderungen in der Industrie 4.0 sind teilweise noch schwammig: In der IEC 61511 Ed.2.0 wird das Security Risk Assessment sehr kurz behandelt und verweist auf andere Normen, so DI Dr. Martin Doktor in seinem Process Safety Medley. Teilweise sind die Normen aber schon recht gut definiert: Das zeigt sich vor allem bei Umbauten an Maschinen. Wenn beispielsweise die Steuerung für eine Roboteranbindung umgebaut wird, stellt sich die Frage, ob daraus eine neue Maschine entsteht oder nicht. DI Georg Trzesniowski unterschied in seinem Vortrag zwischen bestimmungsgemäßer Verwendung und neuer Bestimmung: Wenn eine Maschine so umgebaut wird, dass die bestimmungsgemäße Verwendung laut Hersteller gleichbleibt, muss zwar das ASchG beachtet werden, aber es ist keine neue CE-Kennzeichnung notwendig. Der Umbau der Steuerung für eine Roboteranbindung fällt wahrscheinlich darunter. Wenn an der Maschine jedoch eine solch tiefgreifende Veränderung vorgenommen wird, dass die Bestimmung eine andere wird, dann wird der Betreiber der Maschine zum Hersteller – ein neues CE ist daher notwendig. Beispielsweise gilt das, wenn die Bestimmung einer Maschine von Lastenheben auf das Heben von Personen geändert wurde. 


Der gemeinsame Nenner

Ein Betrieb besteht aus unterschiedlichen Interessen: Der Einkauf zieht in die eine Richtung, die Produktion in die andere. Wenn das Geschäftsziel in der Mitte liegt, dann muss der Winkel zwischen allen Interessensgebieten verringert und dorthin gezogen werden, wo das Geschäftsziel liegt, so DI Dr. Joachim Rajek in seinem Vortrag über die ISO 55001. Asset Management ist geistige Klammer eines Unternehmens, also der Überbau zum Erfolg und meint alles, was Wert für die Organisation und die Stakeholder schafft. Asset Management inkludiert Produktions-Anlagen genauso wie die Mitarbeiter/innen, Verträge genauso wie die Marktposition. Wenn das Asset Management in einem Unternehmen optimiert wird, dann sollten alle an einem Strang ziehen und das gleiche Ziel haben - so können auch tiefe Interessens-Gräben mit Kompromissbereitschaft überwunden werden. 

 

Der unterschiedliche Antrieb und unterschiedliche Ziele zeigen sich auch bei Genehmigungsverfahren, wenn 3 Interessensgruppen aufeinander treffen: Unternehmen, Behörden und Nicht-Amtliche Sachverständige. Rasche Lösungen vs. Unterlagenforderungen, Normenflut vs. sorgsame Prüfung – wohin geht die Kommunikationskultur? In der Podiumsdiskussion wagten Ing. Andreas Schnitzer (Nicht-Amtlicher Sachverständiger), Mag Peter Plöbst (Amt der Steiermärkischen Landesregierung) und DI Torschitz (voestalpine VAE GmbH) einen Verständigungsversuch. Ein Konsens konnte schließlich unter anderem mit dem Appell erreicht werden: Es ist nicht wesentlich, wie viele Unterlagen Sie einreichen, sondern wie wesentlich diese für das Projekt sind. Sind Unterlagen unvollständig, wird von der Behörde nachgefragt, was angesichts des steigenden Zeitdrucks für eine Verschiebung der Deadline sorgen könnte.


Ganz automatisch

Der Mensch muss immer noch denken, auch wenn die Maschine oft lenkt. Wichtig ist dies besonders bei gefährlichen Arbeiten, wie dem Abstellen und der erneuten Inbetriebnahme einer Maschine, beispielsweise bei Wartungsarbeiten. Die Abläufe beim ‚Lockout und Tagout‘ sollten definiert werden, so DI Jürgen Schulik in seinem Vortrag. Betriebsanleitung helfen dabei: je kürzer, knackiger und aktueller, desto mehr ist die Arbeitssicherheit gewährleistet. Dennoch sollte man sich auf die Piktogramme nicht immer verlassen: Ein persönlicher Kontrollblick, wie beim Straßenverkehr, beugt Fehlern vor.

 

Wer Anleitungen schreibt, der sollte auch das einbeziehen, was andere wahrnehmen, vor allem unterbewusst. Michael Kruger beschrieb in seinem Vortrag über die Sozialpsychologie im Risikomanagement, was Menschen antreibt: unterbewusste Handlungen. Die bevorzugt das Gehirn, weil es weniger Energie kostet. Wer weiß, wie das Unterbewusstsein funktioniert, kann das Verhalten von Menschen beeinflussen, so sein Fazit.


So viel steht fest

Trotz steigender Digitalisierung, trotz Robotik und einer teilweise noch recht unangepassten Normenlandschaft, sind es immer noch Menschen, die in Unternehmen arbeiten und diese Unternehmen leiten. Diese Menschen mögen unterschiedliche Ziele und Erwartungen haben, aber eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen „safe“ in die Arbeit kommen und „secure“ wieder nach Hause. 

Wir danken allen Referenten für zwei spannende Tage im Schloss Seggau und freuen uns auf ein Wiedersehen, zum Beispiel beim TÜV AUSTRIA Kraftwerksymposium im September 2019.

 

 

  • Feuer gefangen in Salzburg: Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2018 (Oktober 2018) 

Es reicht nicht das Feuer wieder einzufangen, wenn es ausgebrochen ist. Wichtig ist die Prävention – wie Brandschutzverantwortliche das Risiko eines Brandes verringern können, erklärten die Referenten am TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2018.TÜV AUSTRIA AKADEMIE

 

110 Teilnehmer/innen am TÜV AUSTRIA Brandschutztag brannten im Oktober für ein Thema: dem rechtlichen, technischen und organisatorischen Brandschutz. Die Experten erklärten einen Tag lang die Regelwerke im Brandschutz und wie sie in den verschiedensten Brandschutzmaßnahmen Verwendung finden, um Menschenleben und Sachwerte im Unternehmen zu schützen.


Alles nur Fassade?

Wenn ein Raum brennt, kann das Feuer auf die Fassade übergreifen: Die Fenster brechen, der Brand wird in den nächsten Stock weitergeleitet und dringt dort in den nächsten Raum ein. Das lässt sich aber mit entsprechenden Fassadenelementen verhindern - Bmstr. DI Andreas Kloiber und DI Dieter Werner MSc. erläuterten in ihrem Vortrag, welche Brandschutzmaßnahmen zu welchem Fassadensystem passen und fokussierten sich dabei auf die Gebäudeklasse 4. Ihr Appell: Ein Klassifizierungsbericht, Unterlagen zur Ausführung und gegebenenfalls ein Prüfzeugnis helfen dabei, die Brandverhaltensklasse der Fassadenelemente festzustellen. 


Anlagen richtig durchleuchten

Ein weiteres, probates Mittel, um dem Fehlerteufel auf die Spur zu kommen, ist die Thermografie, die vor allem in der Elektrotechnik zur Instandhaltung eingesetzt wird. Der Vorteil: Die Untersuchung verursacht keine Betriebsunterbrechung – punktuelle Schwächen können besser erkannt und rasch saniert werden. Regelmäßige Temperaturmessungen beispielsweise an Schalt- und Photovoltaikanlagen können Auffälligkeiten vorhersehen, bevor sie zu einem Ausfall oder Brand führen. Dabei kommt es aber auf die Anlage an, wie oft die Thermografie zum Einsatz kommen soll.

Sehen Sie es als Vorsorgeuntersuchung: Ein regelmäßiger Check beugt bösen Überraschungen vor!


Richtlinien für den Rauchstopp 

Das Feuer und der Rauch, sie suchen sich ihren Weg – oft sind es die Lüftungsschächte, die den Rauch im Gebäude verteilen. Um das zu verhindern, werden Brandschutzklappen und Rauch- und Wärmeabzugsanlagen eingesetzt. Die Auswahl ist aber gar nicht so einfach, meinte Ing. Andreas Fragner in seinem Vortrag rund um den Brandschutz in Lüftungs- und Klimaanlagen. Brandschutzklappen müssen für den jeweiligen Einsatz klassifiziert werden. Die Feuerwiderstandsklassen sind in den OIB-Richtlinien nachzulesen.


Apropos Richtlinien: Fast schon traditionell stellte SV ing. Leo Ballek die Regelwerke im Brandschutz vor. Und die sind zahlreich: Die Rechtsprechung versucht jede noch so kleine Lücke zu schließen, die zu einem Großbrand führen könnte. Es gibt Richtlinien zu Fluchtwegen, zur Löschhilfe, zur Kennzeichnung der Fluchtwege. Es gibt Normen zu Bauprodukten, Brandmeldeanlagen, Starkstromanlagen. Die OIB-Richtlinien werden voraussichtlich 2019 angepasst: Sie regeln unter anderem die Ausbreitung von Feuer auf andere Bauwerke und die Ausbreitung von Feuer und Rauch innerhalb des Bauwerkes. Die Feuerpolizeigesetze sind je nach Bundesland teils unterschiedlich und betreffen die Lagerung brandgefährlicher Materialien und die Aufgaben und Ausbildung von Brandschutzorganen. 


Im Notfall richtig gerüstet

Brandschutzbeauftragte übernehmen eine wichtige Funktion: Im Ernstfall verlässt sich die Feuerwehr darauf, dass sie ihren Job richtig gemacht haben. Erwin Gütl veranschaulichte am TÜV AUSTRIA Brandschutztag, wie Steigleitungen und Wandhydranten beschaffen sein sollten, damit die Feuerwehr im Notfall rasch eingreifen kann. Der Referent verwies außerdem auf die Führung eines Kontrollbuches und die jährlichen Überprüfungen – alle Mängel müssen instand gesetzt werden!

 

Weiter. Kommen. Auch im Brandfall.

Wenn ein Gebäude brennt, zählt für die Feuerwehr jede Sekunde. Feuerwehraufzüge können dabei helfen: Sie befördern die Feuerwehr in die oberen Stockwerke von Hochhäusern, die andererseits nur mit größtmöglicher Kraftanstrengung zu erreichen wären. Andere Aufzüge können das Risiko senken, dass Passagiere im Brandfall stecken bleiben: per automatischer oder manueller Rücksendeeinrichtung – der Aufzug fährt im Brandfall in eine vorgegebene, ungefährliche Position und verharrt dort. Die Grundprinzipien veranschaulichte Ing. Thomas Maldet, der auch auf die wiederkehrende Prüfung verwies: Die Wirksamkeit dieser Rücksendeeinrichtung sollte dabei ebenfalls getestet werden!


Fachübergreifend

Oft müssen Brandschutzbeauftragte mit anderen Fachbereichen kooperieren, um den Brandschutz im Betrieb zu gewährleisten. Wie Maschinensicherheit und Brandschutz Hand in Hand gehen, erzählte Manfred Schorn in seinem Vortrag über den Brandschutz bei Maschinen. Ganz leicht kann es nämlich passieren, dass der Anwender einer Maschine plötzlich zum Hersteller wird, zum Beispiel bei Veränderungen an der Maschine oder bei einer kombinierten Verwendung, die nicht vorgesehen war -  in diesem Fall trägt der Geschäftsführer bzw. der Brandschutzbeauftragte die Verantwortung. Manfred Schorn riet zu einer Risikoanalyse, um das Brandrisiko besser einschätzen zu können und die Brandschutzmaßnahmen zu steuern. Sein Appell: Lassen Sie sich in dem Bereich weiterbilden oder ziehen Sie eine externe Stelle zu Rate, um Risikoanalysen durchzuführen.

Neben den Fachvorträgen gab es am TÜV AUSTRIA Brandschutztag auch genügend Zeit, um mit Kolleg/innen zu netzwerken und mit den Ausstellern der kleinen Messe im Nebenraum zu fachsimpeln. Humoriges kam von Kabarettist Klaus Eckel, der mit Auszügen aus seinem neuesten Programm nach dem Mittagessen für Stimmung sorgte. 

 

 

  • Knifflige Vorarbeit leisten: Mit Qualitätsmanagement zum Geschäftserfolg (Oktober 2018)

Um die hohen Qualitätsstandards zu halten, gibt es für Unternehmen viele Wege, die zum Ziel führen. Welche das sind, erfuhren die Teilnehmer/innen am TÜV AUSTRIA Qualitätstag, der jährlich von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltet wird.

Am 18.10. war es wieder soweit: Im Palais Niederösterreich fanden sich 160 Teilnehmer/innen aus den unterschiedlichsten Branchen ein, um den kontinuierlichen Verbesserungsprozess in ihrem Unternehmen voranzutreiben. Manchmal wird aber genau der zur Sisyphusarbeit – vor allem in einer immer komplexer werdenden Umgebung, in der es mehr Variablen als Sicherheiten gibt.


An der Basis basteln

Ausschreibungen hocheffizient abwickeln, und das bei der Vielzahl an Verträgen? Es ist schwer, aber nicht unmöglich, so Jürgen Unger von Bundesbeschaffungs GmbH. In seinem Vortrag beschrieb er den Einkauf als massiven Hebel im Qualitätsmanagement. Eckpfeiler dieses Qualitätsmanagements sind die Evaluierung von Lieferanten im Vorfeld und die strikte Überprüfung der Qualität, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit externen Prüfinstituten. 


Komplex sind auch die Herausforderungen im Gesundheitswesen, vor allem in Zeiten des Mitarbeiter- und Ärztemangels. Das Qualitätsmanagement voranzutreiben, während es an der Basis mangelt, ist für viele Mitarbeiter/innen schwierig, sagt Elke Poßegger von TÜV AUSTRIA. Qualitätsmanagement zur Prävention ist auch hier das Schlüsselwort: Damit alle gesund bleiben, muss das Gesundheitsbewusstsein erst geschaffen werden, es muss Teil der Unternehmensphilosophie werden.


Gut geschult ist besser gearbeitet

Gesund zur Arbeit, gesund wieder nach Hause – das ist auch das Credo von Martin Kotrbelec & Jörg Brandl von TPA Gesellschaft für Qualitätssicherung und Innovation GmbH. Sie stellten in ihrem Vortrag die ISO 45001 in den Vordergrund und berichteten von ihren Erfahrungen mit der Norm. Schulung, Schulung, Schulung und dadurch Bewusstseinsbildung für die Risiken auf einer Großbaustelle helfen dabei, Arbeitsunfälle zu reduzieren und Gefahren richtig einzuschätzen. Nehmen Sie sich dafür ausreichend Zeit! Plus: Ohne Bekenntnis der Geschäftsführung zu den Maßnahmen im Bereich der Arbeitssicherheit verpuffen die Bemühungen selbst der motiviertesten Sicherheitsbeauftragten.


Wie alle Beteiligten zu einem besseren Qualitätsverständnis kommen, erklärte Patricia Leonhardsberger vom Fonds Soziales Wien. Der Fonds hat sein Qualitätsmanagementsystem nach der ISO 9001:2015 zertifizieren lassen und will damit sein Qualitätsmanagement leben und beleben. Ein besonderes Augenmerk wurde auf die Führungskräfte gelegt. Tipp: Der Nutzen eines Qualitätsmanagements wird besser erkannt, wenn Teams in Form von Best-Practice Modellen voneinander lernen können und Experimente als positiver Motor zugelassen werden.


Wissen erwerben, um Geschäftserfolge zu feiern - Thomas Steindl von Borealis Polyolefine GmbH lieferte am TÜV AUSTRIA Qualitätstag den Praxisbericht, wie Wissensmanagement im Labor eines Produktionsstandortes eingesetzt wird. Er sah den Umgang mit Wissen als Schlüsselfaktor für das Funktionieren von Betrieben. Die Herausforderung für Unternehmen besteht aber darin, die unterschiedlichen Bedürfnisse von Mitarbeiter/innen unter einen Hut zu bringen. Schließlich sind es die Mitarbeiter/innen, die dieses Wissen bewahren, verteilen und vor allem erwerben sollen.


Die ‚gewusst-wie-Strategie‘

Othmar Hill ist Wirtschaftspsychologe und Gründer der Personal- und Managementberatung HILL International. In seiner Key Note unterschied er zwischen Komplexität und Kompliziertheit: Kompliziertheit kann man bekämpfen, indem man genau arbeitet. Komplexität zu bekämpfen, ist schwieriger: Meistens wissen Mitarbeiter/innen noch nicht, wie kompliziert eine Aufgabe wird – hier ist strategisches Denken gefragt, aber auch intuitive Techniken und Mikroskills wie Zeichnungen. Eine große Herausforderung ist aber auch die Personalbesetzung: Damit ein Betrieb Erfolge feiern kann, muss das Potential der Mitarbeiter/innen voll genützt werden. Ein Test hilft dabei, den Status quo zu erheben und unentdecktes Talent zum Vorschein zu bringen. 


Referent Markus Ernst widmete sich ebenfalls dem Ist-Zustand, diesmal in der Automobilindustrie: Gerade dort sind die Standards hoch, die Normen zur funktionalen Sicherheit, zu Entwicklungsprozessen oder der Software sind genauso zahlreich wie die Qualitätsmanagement-Methoden. Es gibt aber auch Grenzen, zum Beispiel ineffiziente, unstrukturierte Daten oder limitierte Ermittlungen. Innovative Qualitätsmethoden, die auch die Rahmenbedingungen miteinbeziehen, sollten daher so früh wie möglich eingesetzt werden, um Fehlern vorzubeugen. Es gilt: Je später ein Fehler erkannt wird, desto kostspieliger wird er.


Ronald Schranz von Brunswick Group erweiterte diesen Gedankengang um eine weitere Herausforderung: Die gröbsten Fehler passieren nämlich in der Vorbereitung. Damit sich ein Vorfall nicht zu einer echten Krise ausweitet, ist daher ein optimales Management gefragt. So können sowohl wirtschaftliche Schäden im Unternehmen als auch Gesundheitsschäden vermieden werden.


Fazit: Qualitätsmanagement schließt den ganzen Lebenszyklus eines Produktes ein. Es schließt die Umgebung ein, die Lieferanten, Behörden, Eigentümer, natürlich auch die Kunden. Aber Qualitätsmanagement inkludiert auch die Mitarbeiter/innen und Führungskräfte eines Unternehmens, das sich nur dann verbessern kann, wenn dieses Qualitätsmanagement aktiv gelebt wird.


Wir bedanken uns bei allen Teilnehmer/innen und Referent/innen für diesen wissenswerten Expertentag und freuen uns auf eine Wiedersehen im Oktober 2019!

 

 

  • Normenrevision ISO 22000:2018: Sicher(er)e Lebensmittel

Die neue ISO 22000:2018 wurde im Juni 2018 veröffentlicht. Ihr oberstes Ziel ist es, die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten und diese im Unternehmen zu verankern. Wir haben dazu einen Experten befragt.

 

 „Das Thema Lebensmittelsicherheit wird komplexer. Einerseits werden die Konsumenten sensibler und es müssen immer mehr Nachweise bereitgestellt werden, wie zum Beispiel für die Herkunft eines Rohstoffs oder die Güte einer Verpackung. Andererseits ist die Lebensmittelindustrie eine sehr agile Branche, wo ein zunehmender Automatisierungsgrad bei gleichzeitig immer flexibleren Kundenanforderungen zu beobachten ist“, erklärt TÜV AUSTRIA Lebensmittelexperte Stefan Hackel, weshalb die Normenrevision im Lebensmittelbereich notwendig war. Die turnusmäßige Normenrevision ist ein wichtiger Bestandteil des generellen Lebenszyklus einer freiwilligen Norm und die Überprüfung bzw. etwaige Überarbeitung erfolgt in der Regal alle fünf Jahre.


Kombination mit anderen Normen leicht gemacht

Bei ISO 22000 steht vor allem die Lebensmittelsicherheit im Vordergrund und wird als Ziel in alle für die Lebensmittelsicherheit relevanten Unternehmensprozesse eingebunden. Eine der wohl wichtigsten Änderungen der revidierten Norm ist die Orientierung an der High Level Structure (HLS), die es Unternehmen, die bereits eine Zertifizierung und somit beispielsweise ein ISO 9001 Handbuch haben, erleichtert, auch ISO 22000 zu implementieren. Zudem lässt die neue Norm Unternehmen mehr Handlungsspielräume. Das bedeutet, dass z.B. kein eigenes Handbuch mehr zwingend erforderlich ist und generell die Anzahl der notwendigen Dokumente im Zuge der Revision etwas verringert wurde. „Prinzipiell kann ab sofort auf die neue Norm umgestellt werden. Die Lebensmittelbranche ist ein sehr sensibler Bereich, wo es sicherlich von Vorteil ist, die Qualitätssicherung innerhalb eines Unternehmens sehr breit aufzustellen. Umso eher der Wechsel stattfindet, desto schneller ist für das Unternehmen der Mehrwert eines prozessorientierten Standards merkbar“, rät der Experte hinsichtlich Umstieg auf die revidierte Norm.


Komplettlösung im Lebensmittelbereich

TÜV AUSTRIA bietet im Lebensmittelbereich einerseits ein hauseigenes Aus- und Weiterbildungsangebot mit einschlägigen Schulungen und Seminaren, andererseits eine Zertifizierung von Unternehmen nach ISO 22000. Hier wird im Rahmen eines Zertifizierungsaudits überprüft, ob die Anforderungen der Norm eingehalten und auch in der Unternehmenspraxis tatsächlich gelebt werden.  


Über Dr. Stefan Hackel: Der Lebensmittelexperte ist Leiter des Konzern-Qualitätsmanagement bei VIVATIS.

 

 

 

  • Neue Norm: ISO 50001:2018 veröffentlicht!

Die Norm ISO 50001 legt die Anforderungen an ein Energiemanagementsystem international fest. Die Einführung eines TÜV AUSTRIA AKADEMIEEnergiemanagementsystems nach diesen Vorgaben unterstützt Unternehmen, Energieeffizienz dauerhaft in den relevanten Abläufen zu verankern. 
Das verbesserte Energie Management System (EnMS) ISO 50001:2018 bringt einige Vorteile, zum Beispiel: 

 

  • Einfache Integration zu anderen Managementsystemen, wie ISO 9001:2015 sowie 14001:2015, durch die High-Level Structure
  • Fokus auf Trends, Wettbewerbsfähigkeit, Risiko-Analyse und strategischen Geschäftsthemen
  • Verstärkte Darstellung von Energieeffizienzsteigerungen – Fokus auf Messbarkeit des ENMS
  • Verbesserung der Userfreundlichkeit mit klareren Begriffen, Definitionen und vereinfachter Inhaltsübersicht
  • u.v.m.

Wie Sie die neuen Anforderungen optimal in Ihrem Betrieb integrieren, erfahren Sie in den folgenden Kursen: 

  • Die ISO 5000
    Bewertung gem. EEffG: Gebäude 1 Punkt, Prozesse 1 Punkt, Transport 0 Punkte
    Alles über die Anforderungen der ISO 50001 an ein Energiemanagementsystem!
  • Umsetzungsworkshop zur ISO 50001:2018 
    Erfahren Sie praxisnah, wie Sie die neuen Normanforderungen bestmöglich umsetzen können, und wie Sie sich auf die neue Norm vorbereiten können.
    Schulungsinhalte:
    Anforderungen der ISO 50001:2018 • High Level Struktur, neue Normforderungen • Änderungen der ISO 50001:2018 im Vergleich zur ISO 50001:2011 • Integration der neuen Normanforderungen in bestehende Managementsysteme • Energiekennzahlen • Energiedatenerfassung, Analyse und Bewertung von Prozessen • Umsetzung von Verbesserungspotentialen
  • Ausbildung zum/r zertifizierten Energiemanager/in TÜV® 
    Als Energiemanager/in beraten und unterstützen Sie die Unternehmensleitung hinsichtlich Energieeffizienzmaßnahmen. Sie leiten die Umsetzung von Energieprojekten in der betrieblichen Praxis und bewerten diese auf wirtschaftlicher Ebene. 

 

 

  • Sicherheit schafft Mehrwert für Betriebe: Erfolgreiche Ansätze aus der Praxis (Oktober 2018)

Wie Sicherheitsfachkräfte den Arbeits- und Gesundheitsschutz optimieren können und zum betrieblichen Erfolg beitragen können, zeigte der TÜV AUSTRIA Sicherheitstag am 4.Oktober in Vösendorf.

Der Expertentag, der jährlich von der TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltet wird, bot auch diesmal wieder ein abwechslungsreiches Tagungsprogramm für die Schlüsselkräfte der Arbeitssicherheit. 


Mehr Daten sind das neue Öl.

Das Bedürfnis nach Sicherheit ist in uns Menschen tief verankert. DI Dr. Stefan Haas (CEO der TÜV AUSTRIA Holding) untermauerte dies in seiner Eröffnungsrede durch die Maslow´sche Bedürfnis-pyramide. Unmittelbar nach Erfüllung der physiologischen Grundbedürfnisse steht das Sicherheits-bedürfnis als nächst wichtige Ebene. 
Durch die immer stärker werdende digitale Vernetzung hat der Schutz der persönlichen Daten stark an Bedeutung gewonnen. Ing. Arno Lippmann (TÜV AUSTRIA Trust IT) fasste zusammen, was sich seit dem Wirksamwerden der DSGVO im Mai 2018 getan hat. Die Datenschutzgrundverordnung ist ein Verbotsgesetz: Um personenbezogene Daten verwenden zu dürfen, bedarf es stets einer Legitimation. Ob eine Kollegin schwanger ist, dürfen Sicherheitsfachkräfte z.B. nur dann wissen, wenn diese hierzu ihre Einwilligung erteilt hat. Das Fazit lautete: Es ist von Fall zu Fall zu prüfen, wie man Daten erhalten hat, ob ein berechtigtes Interesse besteht und zu welchem Zweck die Daten verwendet werden.


Mehr Gefahr durch unsichtbare Arbeitsstoffe

Gefährliche Arbeitsstoffe kommen an fast jedem Arbeitsplatz vor. Sie können zu Bränden, Explosionen, Hautreizungen, Atemwegserkrankungen oder Krebs führen. Oft sind Arbeitnehmer/innen diesen Stoffen ausgesetzt (z.B. Putzmittel), die Auswirkungen sind jedoch erst viel später bemerkbar. 
Bei 90 % der Krebserkrankungen werden kanzerogene Arbeitsstoffe nicht als Verursacher erkannt. Die Expertin für technischen Arbeitnehmer/innenschutz, DI Uta Remp-Wassermayr (Sozialministerium), präsentierte, welche Schutzmaßnahmen Betriebe setzen können, um das Risiko zu minimieren. Sie empfiehlt eine auf den jeweiligen Betrieb abgestimmten Strategie: Identifikation der relevanten Gefährdungsfaktoren, Substitution durch nicht gefährliche oder weniger gefährliche Stoffe, Anpassung der Rangfolge der Schutzmaßnahmen, Schaffung einer effektiven Arbeitsschutzorganisation durch Einbeziehung der Mitarbeiter/innen.


In seinem Experimentalvortrag über brennbare Gase zeigte Ing. Florian Baldinger (Linde Gas) eindrucksvoll, welche Kräfte bei der Explosion von Butan, Wasserstoff und Acetylen freiwerden und was beim sicheren Umgang zu beachten ist. Die Sicherheitsfachkräfte erfuhren z. B., dass brennender Wasserstoff nicht nur unsichtbar, sondern auch heißer im Vergleich zu Benzin ist. Das Flüssiggas (ein in Flüssigkeit gelöstes Gas) Propan ist farb- und geruchlos und ist auch in Haushaltsprodukten (Spraydosen, Brennstoff beim Grillen) zu finden. Wie Gase leicht zu erkennen sind, erklärte der Gasexperte am Beispiel „Bananenaufkleber“: Gefahrgutaufkleber auf der Flaschenschulter geben Aufschluss über die Gefahrenklasse. Für häufig verwendete Gase wie z.B. Acetylen gibt es spezielle Aufkleber.


Mehr Wert durch System

Dass Managementsysteme helfen, den Arbeits- und Gesundheitsschutz besser zu machen, weiß Ing. Alexander Ladich (TÜV AUSTRIA Services). Er lieferte ein Update über die neue ISO 45001, die den Aufbau eines Integrierten Managementsystems erleichtert – und somit auch die Arbeit der Sicherheitsfach-kräfte. Eine der wesentlichsten Veränderungen ist die High-Level-Structure: Die Grundbegriffe sind ident, die einzelnen Kapitel lassen sich jetzt gut miteinander vergleichen. Zu den Schlüsselfaktoren zur erfolgreichen Umsetzung im Betrieb zählen neben dem Commitment der obersten Leitung und der Kommunikation auch die regelmäßige Einbindung der Mitarbeiter. 


Managementsysteme bringen einen Mehrwert für Unternehmen. Wie dies einem deutschen Unternehmen gelungen ist, erläuterte Mag. Martina Molnar (Humanware). Zur Verbesserung des Sicherheitsmanagements wurde ein unternehmensweites Projekt gegründet, in dem die Mitarbeiter/innen zur Mitgestaltung ihrer Arbeitsbedingungen aufgerufen wurden. Die Gefährdung durch psychische Belastungen wurde beurteilt, Handlungsschwerpunkte gesetzt und Maßnahmen abgeleitet. Infolge konnten Reibungsverluste minimiert und die Arbeitsqualität gesteigert werden. Die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung leisteten einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der Unternehmensziele.


Mehr Service für die Sicherheitsfachkräfte

Mit welchen Anliegen sich Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen an die Ombudsstelle wenden, erfuhren die Besucher/innen von Ing. Tony Griebler, dem neuen Ombudsmann des Arbeitsinspektorats. Dass die Sicherheitsfachkräfte selbst viele Serviceleistungen erbringen, davon wusste Ing. Hellfried Matzik (TÜV AUSTRIA) zu berichten. Sie bilden eine starke Stütze im Kreise der Betrieblichen Beauftragten, die umfangreiche Aufgaben zu meistern haben.  


Sehr witzig!

Bestimmt gesundheitsfördernd war der Auszug aus dem brandaktuellen Kabarettprogramm „Sonntagskinder“ von Kabarettist Gery Seidl. Sein pointenreiches Programm förderte die Bauchmuskulatur. Der Sicherheitstag bewies: „Tagen ist gesund!“

 

 

  • Nachlese – 1. TÜV AUSTRIA Brandschutzforum für Seilbahnen und Schlepplifte 2018 (September 2018)

Wie das Schutzziel „Personenrettung durch Funktionserhalt der Seile“ bei Seilbahnen und Schleppliften im Brandfall umgesetzt werden kann, haben 32 Besucher/innen am 20.09.2018 hautnah und brandaktuell in Salzburg erfahren. Hier fand neben dem EU Gipfel - ein weiteres Highlight - das 1. TÜV AUSTRIA Brandschutzforum für Seilbahnen und Schlepplifte statt, das die TÜV AUSTRIA Akademie veranstaltet hat.


Sensibilisierung für Brandgefahren und Haftungsfragen
Im Fokus standen Brandlasten entlang der Seilbahnstrecke und vor allem die Sensibilisierung für Brandgefahren sowie die Haftung im Brandfall. Die Teilnehmer/innen waren ein Fachpublikum, das sich seit vielen Jahren dem Brandschutz verschrieben hat. Doch bekanntermaßen ist dieses Gefühl der Erfahrung trügerisch: Es wiegt in Sicherheit und sorgt für Betriebsblindheit.  

 

Für Abhilfe konnte hier mit Sicherheit das 1. TÜV AUSTRIA Brandschutzforum für Seilbahnen und Schlepplifte sorgen. Anhand acht ausgewählter Fachvorträge thematisierten die Referent/innen Brandgefahren sowie Haftungsfragen, die beispielsweise durch bauliche Begebenheiten der Seilbahn, diverse Gefahren und Situationen sowie in den verschiedenen Höhenlagen am Weg zur Bergstation auftreten können. Diese können bei Heißarbeiten zur Instandhaltung oder durch Umbauten in der Talstation entstehen, bis hin zu Gasöfen, zum Heizen der Bergstation auf 3500 Höhenmetern. 


Auch nahe der Seilbahn gilt es stets die Augen offen zu halten, nämlich bei Gastronomen, oder wie TÜV AUSTRIA Services Referent, Alfred Wallenta, sie schmunzelnd nannte: „dem natürlichen Feind des Brandschutzbeauftragten einer Seilbahn“. Gäste, Warenlagerung sowie Veranstaltungen, vor allem mit Pyrotechnik, verändern die Bedingungen an den Brandschutz stetig und erfordern präventive Maßnahmen, angepasst an die jeweilige Situation.


Weiters beleuchtete Ing. Leopold Flasch vom Verkehrs-Arbeitsinspektorat die verschiedenen Szenarien aus rechtlicher Sicht, entsprechend dem ArbeitnehmerInnenschutzgesetz. Dr. Wolfgang Schubert klärte Haftungsfragen hinsichtlich der Fluchtwege sowie im möglichen Brand- oder Notfall durch beispielsweise fehlendes Geländer am Fluchtweg. Er machte darauf aufmerksam, dass es einen Verantwortlichen geben muss und die Haftung nicht in der Talstation endet, sondern die Anrainer mit einbezieht, die nur kurz Schifahrer/innen am Parkplatz aussteigen lassen.


SV Ing. Leopold Ballek hat die Herausforderungen der Brandbekämpfung veranschaulicht, welche die Höhenlagen bei Seilbahnanlagen oftmals mit sich bringen, wie Löschwasserversorgung, die Erreichbarkeit durch die Feuerwehr oder die Funktionstüchtigkeit von Feuerlöschern bei Minusgraden. Dazu hat er Lösungen aufgezeigt, um das Schutzziel der Personenrettung bei Funktionserhalt der Seile zu erreichen. Dem Funktionserhalt der Förderseile hat sich auch die Firma Doppelmayr/Graventa, Weltmarktführer im Seilbahnbau verschrieben. Vertreter Ing. Gerd Dür hat dazu einen Einblick gewährt.


Unter dem Motto „Oft muss erst etwas passieren, damit etwas passiert“, hat SV Ing. Martin Swoboda auf die Gefahren bei Feuer- und Heißarbeiten hingewiesen, welche oft unachtsam durchgeführt werden. Die Folgen des Funkenflugs können für Personen und das Unternehmen verheerend sein. Damit während eines Brandfalles aufgrund dieses Funkenfluges so wenig wie möglich passiert, wurden im Laufe der Jahre viele nichtbrennbare Materialien entwickelt und geprüft. Diesem Thema hat sich Ing. Hannes Vittek vom Institut für Ökologie, Technik und Innovation gewidmet und gezeigt, auf welche Prüfnormen zB. bei Möbelstoffen zu achten ist.


Die Teilnehmer/innen des Brandschutzforums konnten zwischen den spannenden Fachvorträgen und der hervorragenden Bewirtung zusätzlich die Gelegenheit zum Austausch mit verschiedensten Vertretern der Seilbahnbranche sowie mit Referenten nutzen. Der Grundstein zum Branchentreff ist also gelegt und wird am 03.10.2019 voraussichtlich im Zeichen der neuen Brandschutznorm prEN 17064 fortgesetzt.


Wir freuen uns Sie 2019 wieder begrüßen zu dürfen!


Am 03.10.2019 findet das TÜV AUSTRIA Brandschutzforum für Seilbahnen und Schlepplifte 2019 wieder in Salzburg statt. Jetzt anmelden bei Frau Rottenbücher unter sandra.rottenbuecher(at)tuv(dot)at 

  • Die Cyber-Welt: Unendliche Weiten für Cyber-Krieger (September 2018)

Ilijana Vavan vom Europe Kaspersky Lab schockierte am ersten Symposium IT- und TÜV AUSTRIA AKADEMIEDatensicherheit am TÜV AUSTRIA Campus mit folgenden Zahlen: Die Folgen von Cybercrime kosteten 2017 die Welt 600 Milliarden Dollar – das ist 4x mehr als für die internationale Raumstation ausgegeben wurde. 

Der Cyber-Raum ist zu einem ausgedehnten Kampfraum für Cyberkriminelle geworden. Die Art der Angriffe hat sich aber im Lauf der Jahre verändert: Unternehmensdaten werden systematisch und zielsicher abgezogen – oft vergehen Monate, bis sie ihre volle Schlagkraft entfalten und nicht nur finanziellen, sondern auch enorm hohen immateriellen Schaden anrichten. Cyber-Krieger erwerben im Darknet Schadsoftware (Malware) um wenig Geld und verwischen ihre Spuren durch ausgeklügelte Transaktionen. Neu an der Dramaturgie im Cyber-Krimi sind auch die Haupt- und Nebendarsteller: Straßenkriminelle arbeiten eng mit Online-Kriminellen zusammen, Attacken auf Geldautomaten sind im Aufwärtstrend, meinte Vavan von Kaspersky Lab. 

 

Im Visier der Hacker: Das Internet der Dinge

Das Internet of Things wird zum Internet of Threats. Bis 2020 werden weltweit 50 Milliarden Dinge miteinander kommunizieren. Intelligente Kühlschränke, sprachgesteuerte Assistenten und selbstfahrende Autos machen unser Leben zwar einfacher, bringen aber große Gefahren mit sich. Denn durch die zunehmende Vernetzung der intelligenten Dinge steigt auch die Zahl der Angriffsvektoren für Hacker. Mikro-Chips im Körper zur Messung von Blutwerten und die „SmartCat@Home“ sind längst zur Realität geworden. Tatsächlich stehen wir jedoch erst am Anfang der Digitalisierung, denn 99 Prozent der Welt sind noch nicht digitalisiert. Dass sich das rasch ändern wird, steht außer Frage. Unternehmen sind also dazu aufgerufen, ihre Digitalisierungsstrategie zu planen und die Transformation als Chance zu nutzen. Wie das geht, erfuhren die Teilnehmer/innen am Nachmittag des IT- und Datensicherheitssymposiums in Form von interaktiven Workshops.


Smarte Cyber-Ritter
Wie kann man sich gegen Angriffe aus dem Internet wehren? Unternehmen und Behörden wie z.B. das Österreichische Bundesheer und das Bundeskriminalamt sind gleichermaßen gefordert. So kann die Digitale Landesverteidigung den Cyber-Raum nur durch Kooperation mit anderen Stellen (öffentlich und privat) schützen. Damit Phishing-Mails, CEO-Fraud und Ransomware (Erpresser-Software) keine Chance haben, sollten Unternehmen ein gesamtheitliches Sicherheitspaket schnüren, das aus den drei Säulen IT-Security, Informationssicherheit und Datenschutz besteht. Weitere Schutzmaßnahmen sind spezielle Mitarbeiterschulungen und das Einführen von Mindeststandards (Passwortvergabe, Zugriffsberechtigungen). 


Unsere Gäste am Podest: Ing. DI (FH) Herbert Dirnberger (Industrial IoT Consultant, Cyber Security Austria), Dipl.-HTL-Ing. Lambert Scharwitzl, MSc, MA (Leiter des Zentrums IKT- und Cyber-Sicherheit, Bundesministerium für Landesverteidigung), Mag. Gerald Reischl (COO, trendingtopics.at), Mag. Leopold Löschl (Leiter des Cybercrime Competence Centers, BKA), Ilijana Vavan (Geschäftsführerin, Europe Kaspersky Lab), Ing. Arno Lippmann (Leiter der TÜV TRUST IT), DI Dr. Manfred Ninaus (Geschäftsführer, Valuemanager Ninaus), Hannes Krösbacher (IT-Consultant, QPI Management) und Thomas Doms (Principal Consultant, TÜV AUSTRIA). 

 

  • Wo der OP-Handschuh drückt - das war der TÜV AUSTRIA Medizinproduktetag 2018 (Juni 2018) 

In der Gesundheitsbranche steht die Patientensicherheit an oberster Stelle. Die Anforderungen an die Qualität von Medizinprodukten steigen, jedoch genauso der Kostendruck. Wie Verantwortliche die Brücke zwischen Sicherheit und Effizienz bauen, erklärten im Juni die Expertinnen und Experten am TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag.

 

Betreiber, Hersteller und Händler – sie alle stehen vor neuen Herausforderungen, bedingt durch neue Technologien, neue Normen und den Forderungen nach größerer Kosteneffizienz. Am TÜV AUSTRIA Medizinprodukte-Tag diskutierten die Koryphäen auf dem Gebiet die Chancen und Risiken einer Branche, die sich im Umbruch befindet. 

 

Weit weg vom schadhaften Silikon. 

Nach dem PIP-Skandal wurden die Auflagen verschärft – das Aufsehen rund um Industriesilikon in Brustimplantaten hat für neue Regelwerke gesorgt. Erste Erfahrungen mit diesen Normen wurden am Medizinprodukte-Tag genauso diskutiert wie neue Entwicklungen in der Branche. 

Beispielsweise werden immer mehr Medizinprodukte in IT-Netzwerke eingebunden, was jedoch ein vollständiges Risikomanagement voraussetzt, um etwaige Sicherheitslücken frühzeitig zu beseitigen. Ebenfalls riskant kann der Hausgebrauch von Medizinprodukten werden, vor allem, wenn Patienten keine Erfahrung in der Anwendung haben. Das setzt jedoch eine intuitive, einfache Bedienung der Geräte voraus, ohne lange Gebrauchsanweisung. 

Wie soll das benutzerfreundliche Design eines Home-Care-Produktes gestaltet werden? Wie soll der risikofreie Betrieb von Medizinprodukten sichergestellt und neue Normen umgesetzt werden? 

 

Im Kampf gegen die Viren

Die Lösungsansätze sind so zahlreich wie die Herausforderungen. Die Wiederaufbereitung von Medizinprodukten könnte in manchen Fällen die Kosten senken. Neue Methoden zur besseren Rückverfolgbarkeit von Medizinprodukten zum Hersteller sollen den Ursprung von Schadensfällen aufdecken. Die Qualitätsnorm für Medizinprodukte EN ISO 13485:2016 soll Stakeholder bei der Umsetzung aller gesetzlichen und inhaltlichen Anforderungen unterstützen. Und Cyber Security und die neue Datenschutzgrundverordnung sollen sicherstellen, dass Gesundheit und Privatsphäre von Anwendern zu keinem Zeitpunkt gefährdet sind. 

Es tut sich also einiges im Gesundheitswesen, um die Qualität von Medizinprodukten zu gewährleisten und die Prämisse aufrecht zu erhalten: Der Patient muss sicher sein und wird es auch in Zukunft bleiben.

 

Dieses Jahr am Podium des Medizinprodukte-Tages: Dipl.-Ing. Volker Sudmann (mdc - medical device certification), Poppy Abeto Kiesse, MSc (GS1 Austria), Dr. Reinhard Berger (AGES), Dr. Volker Lücker (Kanzlei Lücker), Dr. Michael Ring (RnB Consulting), Dr. Stefan Leber, MBA (UMIT - Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik & Technik), Elke Possegger (TÜV AUSTRIA Hygienic Expert), Hendrik Dettmer (TÜV AUSTRIA IT-Trust). 

 

  • Gelebte Praxis: So sparen Betriebe Energie (Juni 2018)

Der Tag der Energiebeauftragten und -auditor/innen am 14. Juni stand ganz im Zeichen von praktischer Erfahrung rund um die Reduzierung des Energieverbrauchs in Unternehmen. 

TÜV AUSTRIA AKADEMIE


Energie-Hotspot Gebäude

Betrachtet man den Energieverbrauch in Österreich, entfallen rund 1/3 auf Gebäude. Dabei macht in Bürogebäuden die Beleuchtung den Großteil des Stromverbrauchs aus. Gleichzeitig bieten Bestandsgebäude hohe Einsparungspotentiale. Energieeffiziente Maßnahmen können die Vermeidung von Wärmebrücken, der Austausch von Fenstern oder die Errichtung von Wärmedämmsystemen sein. Die Gebäude- und Energieexpertin des TÜV AUSTRIA, Bianca Markhart, BSc, empfiehlt bei der Planung von Sanierungen, ganzheitliche, aufeinander abgestimmte Konzepte zu erstellen.


Es werde Licht.

Ein hohes Kosteneinsparungspotential hat auch der Energiefresser Beleuchtung. Dass Licht ein „Quick-Win“ ist, weiß der Beleuchtungsexperte Ing. Lukas Scherzenlehner von Cleen Energy. Er berät Unternehmen bei der Lichtplanung und setzt auf nachhaltige Lichtkonzepte, die helfen, Stromkosten im Betrieb zu sparen. Anhand von Beispielen aus dem Projektalltag legte er eindrucksvoll dar, wie der Energie- und CO2-Verbrauch gesenkt, der Return on Investment gesteigert und der Komfort erhöht werden können. 


Es wird warm.

Energie steht uns tagtäglich, rund um die Uhr, zur Verfügung. Der Einsatz von Elektroanlagen wie z.B. Klima-, Heizungs- oder Fertigungsanlagen fordert einen hohen Stromverbrauch und birgt ein großes Risiko in sich. Schutz vor überhitzten Komponenten bietet die Thermografie, die zur Wärmemessung dient und Gefahrenquellen frühzeitig erkennen lässt. Energieverluste können vermieden und erhöhte Energieverbräuche festgestellt werden. Der Thermografie-Befund, der alle Messergebnisse dokumentiert, gilt als Nachweis zur Einhaltung der Thermografie-Norm im Versicherungsfall, erklärte Ing. Richard Hecher, Head of Facility und Machine Management, MSc, bei battenfield-cincinatti Austria.


Weitere Faktoren, die bei der Erreichung der Energieziele eine wesentliche Rolle spielen, sind die Durchführung von wiederkehrenden Prüfungen der Anlagen und die Bewusstseinsbildung der Mitarbeiter/innen. Nur dann lässt sich das Energieeinsparungspotential voll ausnutzen! 


Auf in die nächste Runde!

2019 wird bei vielen Unternehmen die erste Wiederholungsrunde an Audits fällig. DI Peter Sattler, Geschäftsführer und Auditor bei sattler energie consulting rät den Unternehmen zu überprüfen, ob die bereits gemeldeten Energieverbrauchsbereiche, die zu auditieren sind, nach wie vor aktuell sind. 

 

  • Weiterbildung: Trotz Digitalisierung menschlich bleiben (Juni 2018)

Die Weiterbildungsstudie 2018 hat 500 HR-Verantwortliche zum Thema Weiterbildung im Unternehmen befragt. Die Antworten wurden am 12. Juni am Tag der Weiterbildung von Expert/innen diskutiert. Im Fokus stand die Frage: Wie viel Digitales braucht der Mensch? 

TÜV AUSTRIA AKADEMIE

 

Die Arbeitswelt in der Industrie 4.0: 10.000 Jobs können nicht besetzt werden, weil die nötige Qualifikation fehlt. Was tun Unternehmen, um dem entgegen zu wirken? Laut Weiterbildungsstudie der MAKAM Research GmbH gibt jedes 4. Unternehmen im Jahr 2018 mehr Budget für Weiterbildung aus als letztes Jahr. Besonders Weiterbildungsmaßnahmen im Bereich Management und Unternehmensführung sind gefragt. Die steigende Digitalisierung wirkt sich auch auf das Lernverhalten aus: 16 % der Weiterbildungsmaßnahmen sind rein digital, wobei die Branche eine große Rolle spielt – Übungen beim Bundesheer etwa erfordern mehrheitlich immer noch Anwesenheit.

 

Bildungspolitisch dominiert das Thema „Lebenslanges Lernen“, die steigende Digitalisierung ist aber nur ein Aspekt dieses Lernens. Der 10. Tag der Weiterbildung zeigte auf, dass Präsenztrainings auch in Zukunft eine wichtige Säule der Weiterbildung sind, denn man lernt vom Gegenüber. Und auch wenn alles automatisiert wird, was automatisiert werden kann, kann man Empathie und emotionale Kompetenz nicht digitalisieren. Das Zwischenmenschliche sollte in der Aus- und Weiterbildung also nicht vergessen werden, so das Fazit der Expert/innen am Tag der Weiterbildung. Dies zeigte auch die Weiterbildungsstudie: 63 % der Bildungsmaßnahmen sind reine Präsenztrainings.

 

Organisiert wurde der Tag der Weiterbildung von der Plattform für berufsbezogene Weiterbildung (PbEB), die sich der Förderung von berufsbegleitetem, arbeitsnahem Lernen widmet. 

Gastgeber war die Industriellenvereinigung, deren Generalsekretär Mag. Christoph Neumayer die Eröffnungsrede hielt. Begrüßt wurden die Gäste auch von Mag. (FH) Christian Bayer, dem Sprecher der Plattform für berufsbezogene Erwachsenenbildung. Christian Dominko (MAKAM Research GmbH) stellte die Weiterbildungsstudie vor; am Podium diskutierten Ali Mahlodji (whatchado GmbH), Mag. Gerald Reischl (Tech-Scout), Oberst Mag. Jürgen Schlechter (Bundesministerium für Landesverteidigung) Mag. Markus Schaffhauser (Atos Centers of Excellence and Innovation), Mag. Kristina Weis (RSM Austria Wirtschaftsprüfung GmbH).  

 

 

  • Vorsicht Aufzug: Vom Paternoster bis zum Aufzug 4.0, präsentiert am TÜV AUSTRIA Aufzugstag 2018 (April 2018)

Der Aufzug im Wandel der Zeit: hydraulisch war gestern

Die Benutzung eines Aufzuges ist längst zur urbanen Alltagspraxis geworden. Er wird, so wie das Smartphone, täglich von Millionen Menschen benutzt, und gilt als das sicherste Verkehrsmittel. Doch das Aufzugsfahren musste erst erlernt werden. Waren früher Unfälle mit Todesfolge zu beziffern, sieht die heutige Unfallstatistik dank der stetig fortschreitenden technologischen Entwicklung und der gesetzlichen Pflicht zur Durchführung von Sicherheitsmaßnahmen rosig aus: Der Sicherheitsbericht vermeldet seit Jahren keine tödlichen Unfälle mehr.


Digital ist heute

Der Aufzug wird smart. Schlagworte wie Internet of Things, Industrie 4.0 oder Big Data sind in aller Munde. Megatrends wie z. B. die Digitalisierung, Urbanisierung oder „Silver Society“ sind sogenannte Blockbuster des Wandels. Seilbahnen als Massentransportmittel oder automatisierte Shuttle-Züge werden das Leben der Städter stark verändern. An der Herstellung von neuartigen, leichteren und energiesparenden Komponenten wird bereits gearbeitet. Aufzugsbenutzer können sich über geringere Stillstandszeiten freuen. Ob die Installation einer Kamera in Aufzügen eine Grundrechtsverletzung im Sinne der EU-Datenschutz-Grundverordnung darstellt, beantwortete der Jurist Nicolas Nagel vom TÜV AUSTRIA: „Es kommt darauf an.“ Zur Beurteilung ist eine Verhältnismäßigkeitsprüfung heranzuziehen, die unter Anderem klärt, ob der Eingriff einem legitimen Zweck dient.


Mehr Sicherheit: gilt auch morgen

Eine besonders schutzwürdige Gruppe stellen Aufzugsbenutzer mit körperlichen, geistigen, psychischen oder Sinnesbehinderungen dar. Wie barrierefreies Einkaufen und Aufzugsfahren im Supermarkt funktioniert, erfuhren die Tagungsteilnehmer/innen von der REWE International Group. Unterfahrbare Obstwaagen wurden ebenso eingeführt wie verbesserte Sprachansagen im Aufzug. Hausverwaltungen von heute – als Schnittstelle zwischen Aufzugsindustrie-, betreibern- und benutzern tragen ebenfalls zu höherer Sicherheit der Fahrgäste bei. Sie haben eine Fülle an Gesetzen und Normen einzuhalten, die sich mit der Sichtweise der Hauseigentümer nicht immer decken. Aber nicht nur der Sicherheitsaspekt spielt eine wichtige Rolle: Der moderne Aufzugsbenutzer setzt auf Komfort und Schnelligkeit. So müssen Aufzugsbetreiber für gutes Klima (Schutz vor Gestank, Lärm oder Staub) durch ausreichende Be- und Entlüftung sorgen. 

 

 

  • Alles unter Kontrolle? Der TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2018 (März 2018) 

Geht es um die Minimierung des Brandrisikos in Betrieben, ist das fundierte Wissen von Schlüsselkräften des Brandschutzes unerlässlich. Der Bogen spannt sich vom Brandverhalten von Fassaden über das Verhalten von Aufzügen im Brandfall bis hin zur Gefahrenanalyse von Maschinen.

 

Vorbeugen ist der Schlüssel zum Erfolg

Ein Anwender kann sehr leicht zum Hersteller werden, wenn eine bestehende Maschine erweitert oder verändert wird. Für Brandschutzverantwortliche hat dies zur Folge, dass sie bei der Bestimmung des Brandrisikos von anderen Fachbereichen hinzugezogen werden. Ein ideales Werkzeug im Rahmen des Vorbeugenden Brandschutzes ist auch die Thermografie, ein bildgebendes Verfahren zur Erkennung von Schwachstellen in elektrischen Anlagen (z.B. Batterien). In relativ kurzer Zeit kann eine Vielzahl von Anlagenteilen ohne Betriebsunterbrechung überprüft und rasch saniert werden.

 

Weitere Tipps aus der Praxis zur Brandvermeidung erhielten die Besucher zum Thema Aufzüge im Brandfall. Mittels Ablaufdiagramm lässt sich einfach feststellen, ob Aufzüge im Brandfall das halten, was sie versprechen. Vom Gesetzgeber vorgeschrieben sind jedenfalls wiederkehrende Prüfungen von Aufzügen – auch in Hinblick auf die Funktionstüchtigkeit der brandschutzrelevanten Sicherheitseinrichtungen.


Normen sind nicht böse.

Ein umfassender Überblick über die für Brandschutzverantwortliche geltenden Regelwerke (Arbeitsstättenverordnung, Richtlinien, Normen) wurde ebenfalls präsentiert. Sie definieren u.a. die zu treffenden Brandschutzmaßnahmen und tragen zur Rechtssicherheit in Unternehmen bei.

 

Lachen ist gesund.

Für den Bauchmuskelkater danach sorgte der aus TV und Bühne bekannte Kabarettist Klaus Eckel: Eine feurige Pointe jagte die andere, das begeisterte Publikum bog sich vor Lachen.

 

  • Seminaranbieterranking Industriemagazin: Dank unserer Kunden Nummer 1! (Februar 2018) 

 5x Gold! Die besten Seminaranbieter Österreichs stehen fest: Die TÜV AUSTRIA Akademie belegt den ersten Platz in der Kategorie „Produktion & Fertigung“. Zum 5. Mal in Folge!

 

Ein gutes Image und Spezialistentum sind verantwortlich für die Top-Platzierung der TÜV AUSTRIA Akademie. Das Industriemagazin wählte rund 100 Seminaranbieter aus, die es aufgrund des Programmumfangs und der Bekanntheit ins Ranking schafften - die befragten Führungskräfte und Mitarbeiter/innen aus unterschiedlichen Branchen unterteilten die Seminaranbieter in Kategorien. Die TÜV AUSTRIA Akademie wurde dabei in der Kategorie „Produktion & Fertigung“ erneut auf Platz 1 gewählt und besteht damit den Härtetest zum 5. Mal in Folge.

„Wir freuen uns gemeinsam mit allen unseren Referentinnen und Referenten, Partnern und Mitarbeitenden, dass unser Aus- und Weiterbildungsangebot wieder top bewertet wurde.“ sagt Geschäftsführer Christian Bayer. „Seit 145 Jahren unterstützen wir unsere Kunden in den Bereichen Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität - und um dieses Vertrauen und Ihre Zufriedenheit werden wir uns jeden Tag neu bemühen!“ „Goldrichtig.“ Heißt daher auch unser TÜV-Kursprogramm 2018, in dem Sie wertvolle Aus- und Weiterbildungen, Qualifikationen und Fachbücher finden.

Gleichzeitig wurden auch Qualitätsmerkmale erhoben, die Kunden von Seminaranbietern als besonders wichtig erscheinen. Im Fall der TÜV AUSTRIA Akademie war dies die Fachkompetenz des Bildungsinstitutes. Die Spezialisten auf ihrem Gebiet finden Kund/innen der TÜV AUSTRIA Akademie auch auf den jährlich stattfindenden Expertentagen im Bereich Sicherheit, Technik, Umwelt und Qualität. Die beliebten Plattformen für Informations- und Erfahrungsaustausch bieten heuer wieder Möglichkeit zum Netzwerken.

 

 

  • Masterstudium Safety and Systems Engineering: „Ich bin unter den Ersten!“Wie läuft es beim Masterstudium? Die Studenten plauderten mit uns. (November 2014)Masterlehrgang Safety and Systems Engineering

Seit 2010 kooperieren die die TÜV AUSTRIA Akademie und die FH Campus Wien erfolgreich in der praxisorientierten Aus- und Weiterbildung auf dem Gebiet der funktionalen Sicherheit und System-Sicherheit. Anfang September startete das berufsbegleitende Masterstudium Safety & Systems Engineering mit Schwung ins neue Semester – wir haben fünf Studenten zum Interview gebeten und über ihre Vorstellungen und Beweggründe zum Masterstudium befragt.

Rede und Antwort standen Stefan Riegler, Christian Eichner (Branchenverantwortlicher/Projektleiter/Sales bei Pilz GmbH Sichere Automation), Ljubisa Jeremic (Qualitätstechniker bei Dr. techn. Josef Zelisko), Werner Strnad und Wolfgang Sukup (Software Entwicklung bei TELE Haase Steuergeräte Ges.m.b.H.).

Warum haben Sie sich für dieses Masterstudium entschieden – was waren die Beweggründe?

Eichner: „Ich bin immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen. Als ich den Titel des Lehrganges gelesen habe, war mir klar:  Ich will mehr erfahren! Nachdem ich die Abendveranstaltung in der TÜV AUSTRIA Akademie besucht habe, ist mir die Entscheidung sehr leicht gefallen.“

Wie sehen Sie die Berufschancen, nachdem Sie das Masterstudium abgeschlossen haben?

Jeremic: „Die Berufschancen sind sicher sehr hoch, da der Bedarf an qualifiziertem Personal im Bereich Safety stetig zunimmt und durch zukünftige EU-Verordnungen (wie die Common Safety Method in der Bahnindustrie) noch weiter steigen wird.“

Was macht das Masterstudium besonders?

Riegler: „Das Masterstudium ist einzigartig, insbesondere in punkto Breite der Themen und fachliches Niveau. Es gibt meines Wissens im deutschsprachigen Raum keine vergleichbare Ausbildung. Dass die Vortragenden durchwegs praxiserprobte Profis mit langjähriger Erfahrung in der Industrie sind, ist ein weiterer großer Pluspunkt.“

Strnad: „Die Pioniersarbeit: Erstmals findet ein Studium in Mitteleuropa zu diesem Thema statt und ich bin unter den Ersten, die daran teilnehmen können.“

Was können Sie jetzt schon aus dem Masterstudium für Ihren Beruf mitnehmen?


Sukup: „Safety setzt eine sehr genaue und detaillierte Vorgehensweise in der Umsetzung von Projekten voraus. Die Lehrinhalte zum Requirements Engineerging liefern jetzt schon wertvolle Inputs, die im beruflichen Alltag angewendet werden können.“

Worauf freuen Sie sich schon in der Ausbildung?

Riegler: „Besonders interessieren mich die Querbeziehungen zum Qualitätsmanagement und zum Prozessmanagement.“

Strnad: „Ich freue mich schon auf die Vorlesungen über fehlertolerante Systeme.“

Was bedeutet Sicherheit für Sie persönlich?

Eichner: „Sicherheit beginnt bei mir schon im privaten Umfeld. Wenn ich einen Winkelschleifer in die Hand nehme, dann ist es für mich selbstverständlich, dass ich eine Schutzbrille trage. Und auch beim Rasenmähen trage ich Sicherheitsschuhe. Der Leitsatz „The spirit of safety“ des Unternehmens PILZ hat für mich eine große Bedeutung, beruflich und auch privat.“

Vielen Dank für das Gespräch.

 

 

TÜV Expertentage
TÜV AUSTRIA Brandschutztag 2019
Vösendorf, 21.03.2019
Tag der Energiebeauftragten & -auditor/innen
Brunn am Gebirge, 05.03.2020
Aktuelles
Wir zertifizieren Ingenieur/innen! Die TÜV AUSTRIA Akademie ist bundesweite Ingenieur-Zertifizierungsstelle für alle technischen Fachrichtungen.
Normen-Update ISO 9001:2015 Jetzt neu: Das Normen-Update der ISO 9001:2015 plus Updates zur ISO 14001:2015 und ISO 45001 im aktuellen Folder!
Weiter. Kommen. Das neue Kursprogramm 2019 ist endlich da! TÜV AUSTRIA Akademie Kursprogramm 2019 Weiterkommen mit der TÜV AUSTRIA Akademie: Bestellen Sie jetzt unser Rundum-Paket an geballtem Know-how, inklusive neuer Kurse, neuer Fachbücher, E-Learning-Programmen und neuer Expertentage!
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